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Fahrtüchtigkeit

Fahrtüchtigkeit

Leere Glasflasche auf einer zerbrochenen WindschutzscheibeIn Europa ist die Erteilung des Führerscheins an bestimmte Mindeststandards bezüglich der körperlichen und geistigen Tauglichkeit gebunden. Die EU-Länder können jedoch strengere Anforderungen einführen.

Nach der Überarbeitung der EU-Rechtsvorschriften dürfen jetzt auch Menschen, die an Epilepsie, Diabetes oder anderen die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigenden Krankheiten leiden, weiterhin ein Fahrzeug führen, sofern ihr Zustand unter Kontrolle ist.

Berufskraftfahrer unterliegen strengeren Kontrollen ihrer körperlichen und geistigen Fahrtüchtigkeit. Für sie sehen die neuen Rechtsvorschriften alle fünf Jahre eine ärztliche Untersuchung vor.

Alkohol und Drogen am Steuer

Nahezu 25 % aller Unfälle passieren unter Einfluss von Alkohol oder Drogen am Steuer; jährlich verlieren in Europa dadurch etwa 10 000 Menschen ihr Leben. In den meisten Fällen ist Alkohol im Spiel. Aber auch andere Substanzen – Medikamente ebenso wie illegale Drogen – sind ein zunehmendes Problem.

In allen EU-Ländern gelten für die Teilnahme am Straßenverkehr Grenzwerte für die zulässige Blutalkoholkonzentration. Für andere Substanzen gibt es bislang keine gesetzlichen Grenzwerte, zum Teil auch deshalb, weil die Risiken noch nicht vollständig bekannt sind. Die Beurteilung der Risiken wird noch schwieriger, wenn unterschiedliche Drogen gleichzeitig konsumiert werden. Dies scheint leider ein wachsender Trend zu sein.

2006 hat die EU das auf vier Jahre ausgelegte Projekt DRUID ins Leben gerufen, um zu untersuchen, wie der Konsum von bewusstseinsverändernden („psychoaktiven“) Substanzen die Fahrtüchtigkeit beeinflusst. An dem 18 Millionen Euro teuren Projekt, das zu den bisher größten derartigen Initiativen in Europa zählt, sind Forscher aus mehr als 20 Ländern beteiligt.

Auch die Polizei muss natürlich in der Lage sein, Drogenkonsum zu erkennen. Im Rahmen einer jüngst von der EU und den USA gemeinsam durchgeführten Studie (ROSITA 2pdf) wurden neun Drogentestgeräte untersucht, die mit Speichelproben arbeiten. Eines davon wurde als ausreichend zuverlässig für Verkehrskontrollen befunden.

Ermüdung

In 10 bis 20 % aller Verkehrsunfälle spielt Ermüdung eine Rolle. Für Berufskraftfahrer ist das Risiko besonders groß, durch Ermüdung in einen Unfall verwickelt zu werden. Das EU-Recht begrenzt die für diese Fahrer zulässigen Lenkzeiten.

Die Zahl derartiger Unfälle könnte durch in den Fahrzeugen installierte Überwachungssysteme reduziert werden, die den Fahrer bei Anzeichen von Ermüdung warnen. Im Rahmen des EU-Projekts AWAKE wurden Leitlinien für derartige Systeme entwickelt.