EUROPÄISCHE KOMMISSION

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Fahrgastrechte im Schiffsverkehr

Die Verordnung (EU) Nr. 1177/2010 über die Fahrgastrechte im See- und Binnenschiffsverkehr wurde am 17. Dezember 2010 veröffentlicht. Sie gilt ab dem 18. Dezember 2012; vorher finden die nachstehend aufgeführten Rechte noch keine Anwendung.

Die Verordnung gilt für Fahrgäste, die

  • mit Personenverkehrsdiensten reisen, bei denen der Einschiffungshafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats liegt;
  • mit Personenverkehrsdiensten reisen, bei denen sich zwar nicht der Einschiffungshafen, aber der Ausschiffungshafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats befindet, sofern der Verkehrsdienst von einem Unternehmen aus der Europäischen Union erbracht wird;
  • an einer Kreuzfahrt teilnehmen, bei der der Einschiffungshafen im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats liegt.

Die Verordnung gilt nicht für Schiffe, die für die Beförderung von höchstens 12 Fahrgästen zugelassen sind oder deren Besatzung aus höchstens drei Personen besteht oder die eine Gesamtstrecke von weniger als 500 m (einfache Fahrt) zurücklegen. Ferner gilt sie nicht für Fahrgäste, die an Ausflugs- oder Besichtigungsfahrten teilnehmen oder auf Schiffen ohne mechanischen Antrieb reisen.

Die Verordnung sieht unter anderem Folgendes vor:

Bei Annullierung oder Verspätung der Abfahrt um mehr als 90 Minuten:

  • Anspruch auf Erstattung des Fahrpreises oder eine anderweitige Beförderung
  • angemessene Unterstützung (z. B. Imbisse, Mahlzeiten und Erfrischungen und gegebenenfalls Erstattung der Kosten für bis zu drei Übernachtungen in einer Gesamthöhe von bis zu 80 EUR pro Nacht)

Bei verspäteter Ankunft oder Annullierung von Fahrten:

  • Anspruch auf Entschädigung in Höhe von 25 % bis 50 % des Fahrpreises

Schutz von Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität:

  • nichtdiskriminierende Behandlung und kostenlose bedarfsgerechte Hilfe für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität, sowohl an den Hafenterminals als auch an Bord der Schiffe, sowie finanzielle Entschädigung bei Verlust oder Beschädigung ihrer Mobilitätshilfen

Recht auf Information:

  • Mindestanforderungen an die Informationen für alle Fahrgäste, sowohl vor als auch während der Reise, sowie allgemeine Unterrichtung über die Rechte der Fahrgäste an den Terminals und an Bord der Schiffe

Umgang mit Beschwerden:

  • Einrichtung eines Verfahrens für die Bearbeitung von Beschwerden der Fahrgäste durch die Verkehrsunternehmen und Terminalbetreiber
  • Einrichtung unabhängiger nationaler Stellen mit dem Auftrag, die Verordnung durchzusetzen und Verstöße gegebenenfalls zu ahnden

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