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Das EMCS: Geschichte

Am 1. Januar 1993 wurde der Binnenmarkt vollendet, so dass Waren innerhalb der EU frei verkehren konnten.

Dadurch wurde ein gemeinsames System für die Kontrolle und Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren unter Steueraussetzung erforderlich, um Betrug zu verhindern und die Zahlung der Verbrauchsteuern im Bestimmungsmitgliedsland zu gewährleisten.

Gemäß der Richtlinie 92/12/EWG des Rates durften nur zugelassene Wirtschaftsbeteiligte verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung befördern. Den Waren war ein Dokument in Papierform beizufügen — das begleitende Verwaltungsdokument (BVD) — und es war eine Sicherheitsleistung zur Absicherung der Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren, für die die Verbrauchsteuer noch zu entrichten war, zu erbringen.

Aufgrund der großen Zahl von Betrugsfällen im Zusammenhang mit der innergemeinschaftlichen Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren befürwortete der Rat der Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN) im Mai 1998 den Bericht einer hochrangigen Arbeitsgruppe, in dem die Einrichtung eines EDV-Systems empfohlen wurde, das die Wirtschaftsbeteiligten über die nationalen Verwaltungen miteinander verbinden sollte — dieses System ist das heutige EMCS.

In den Jahren 1999-2000 nahm die Kommission eine Durchführbarkeitsstudiepdf Übersetzung für diesen Link wählen  vor, die zu dem Ergebnis kam, dass es möglich sei, das begleitende Verwaltungsdokument in Papierform durch eine elektronische Nachrichtenübermittlung zu ersetzen.

Im Juni 2003 wurde die Entscheidung Nr. 1152/2003/EG des Europäischen Parlaments und des Rates erlassen, mit der die Rechtsgrundlage für die Entwicklung des EMCS geschaffen wurde.

Im Mai 2005 veröffentlichte die Kommission die funktionellen Spezifikationen des Verbrauchsteuerverwaltungssystems (FESS), in denen die Prozessabläufe innerhalb des EMCS dargelegt sind.

Im Januar 2009 trat die neue horizontaleRichtlinie 2008/118/EG über das allgemeine Verbrauchsteuersystem in Kraft. Sie bildet die Rechtsgrundlage für das EMCS.

Das EMCS wird seit April 2010 angewendet. Die Wirtschaftsbeteiligten schlossen sich nach und nach dem EMCS an, und alle Mitgliedsländer schufen die nötigen Voraussetzungen zur Nutzung des neuen elektronischen Verwaltungsdokuments (e-VD).

Im Januar 2011 wurde die Nutzung des EMCS Pflicht und das begleitende Verwaltungsdokument (BVD) durfte nicht mehr verwendet werden. Alle unter Steueraussetzung beförderten verbrauchsteuerpflichtigen Waren waren fortan mit Hilfe des e-VD zu erfassen.

Seit Januar 2012 wird das EMCS mit all seinen Funktionen uneingeschränkt genutzt.