Taxation and customs union

Zentrale Zollabwicklung

Zentrale Zollabwicklung

Definition und anwendbare Regeln

Bei der zentralen Zollabwicklung handelt es sich um eine der Vereinfachungen bei der Überführung von Waren in ein Zollverfahren gemäß dem Zollkodex der Union (UZK).

Die zentrale Zollabwicklung ermöglicht es dem Bewilligungsinhaber, bei der Zollstelle des Landes, in dem er ansässig ist, eine Zollanmeldung auch für Waren abzugeben, die an einer anderen Zollstelle innerhalb des Zollgebiets der Union gestellt werden.

Die zentrale Zollabwicklung ermöglicht den Wirtschaftsbeteiligten, Buchführung, Logistik und Vertrieb zu zentralisieren und zu integrieren, was beträchtliche Einsparungen bei den Verwaltungs- und Transaktionskosten und damit eine deutlich spürbare Vereinfachung zur Folge hat.

Rechtsgrundlage für die zentrale Zollabwicklung:

Weitere einschlägige Unterlagen:

  • Leitfaden zu Vereinfachungen
  • Verwaltungsvereinbarung und Übereinkommen über die im Rahmen einer einzigen Bewilligung für die Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr/einer zentralen Zollabwicklung erfolgte Zuweisung der nationalen Erhebungskosten, die einbehalten werden, wenn die traditionellen Eigenmittel dem EU-Haushalt zur Verfügung gestellt werden (Liste der Mitgliedstaaten, die die Verwaltungsvereinbarung und das Übereinkommen unterzeichnet haben)
  • Dokument TAXUD/1285/2005, Rev. 1 – "Single Authorisation for Simplified procedure" (SASP) – Erhebungskosten. Dieses Dokument geht auf die Notwendigkeit einer einheitlichen Lösung in der gesamten EU ein, nennt Optionen für die Aufteilung der Erhebungskosten und bietet eine Analyse zur Unterstützung der Empfehlungen der Projektgruppe für ein 50/50-Verhältnis.
  • Formulare für Anträge auf zentrale Zollabwicklung und entsprechende Bewilligungen während des Übergangszeitraums

Übergangszeitraum

  •  Umgang mit bereits erteilten SASP

    SASP, die bereits am 1. Mai 2016 galten, bleiben bis zu den jeweiligen Zeitpunkten der Inbetriebnahme der Systeme "Centralised Clearance for Import" (CCI) und "Automated Export System" (AES) gemäß dem Anhang des Durchführungsrechtsakts gültig (Artikel 345 Absätze 1 und 4 des Durchführungsrechtsakts).

    Für bestehende SASP wird eine Bewilligung für eine vereinfachte Anmeldung oder für das Anschreibeverfahren (mit oder ohne Mitteilung) erteilt.

    Ab dem 1. Mai 2016 ist jeder Fall unter Berücksichtigung der neuen Terminologie und den neuen Möglichkeiten des UZK zu verstehen.

    Derzeit geltende Bewilligungen sollten folgendermaßen verstanden werden (auch wenn für eine geltende SASP andere Möglichkeiten bestehen):
    • SASP mit vereinfachter Anmeldung werden als zentrale Zollabwicklung mit vereinfachter Anmeldung gewertet,
    • SASP mit Anschreibeverfahren und abgegebener Zollanmeldung werden als zentrale Zollabwicklung mit Standardzollanmeldung (oder vereinfachter Anmeldung) gewertet,
    • SASP mit Anschreibeverfahren und abgegebener Zollanmeldung können auch als zentrale Zollanmeldung mit Gestellung von Waren an einer zugelassenen Stelle gewertet werden,
    • SASP mit Anschreibeverfahren und mit Anschreibungsmitteilung werden als zentrale Zollabwicklung mit Anschreibung in der Buchführung des Anmelders und mit Gestellung der Waren gewertet,
    • SASP mit Anschreibeverfahren ohne Anschreibungsmitteilung werden als zentrale Zollabwicklung mit Anschreibung in der Buchführung des Anmelders und mit Befreiung von der Verpflichtung zur Gestellung der Waren gewertet.
       
  • Neubewertung bestehender SASP-Bewilligungen

    SASP, die bereits am 1. Mai 2016 galten, bleiben bis zu den jeweiligen Zeitpunkten der Inbetriebnahme der Systeme CCI und AES gemäß dem Anhang des Durchführungsrechtsakts und gemäß Artikel 345 Absatz 4 des Durchführungsrechtsakts gültig. Demzufolge muss die Neubewertung vor der Inbetriebnahme der IT-Systeme durchgeführt werden und sollte unter Beachtung folgender Aspekte so rasch wie möglich erfolgen:

    Da die Inbetriebnahme des Systems für 2019 geplant ist, sollten bei der Berechnung des Neubewertungszeitraums die für die Konsultationsphase vor der Erteilung einer Bewilligung der zentralen Zollabwicklung geltende Frist von 90 Tagen (Artikel 229 des Durchführungsrechtsakts) beachtet werden. Desgleichen sollten alle anderen zeitintensiven Verfahren im Zusammenhang mit der Neubewertung der Bedingungen für die Bewilligung der zentralen Zollabwicklung eingerechnet bzw. bei einer Kombination der Verfahren die Bedingungen für die Bewilligung der vereinfachten Anmeldung oder der Anschreibung in der Buchführung des Anmelders berücksichtigt werden.

    Demzufolge sollte die Neubewertung rechtzeitig erfolgen, damit sie uneingeschränkt umgesetzt ist, wenn die Systeme in Betrieb genommen werden.

Nationale Kontaktadressen

Information received from:

 

Geschichte der SASP

Mit der einzigen Bewilligung für vereinfachte Verfahren (SASP) wurde der Weg für die Umsetzung der zentralen Zollabwicklung als Standardverfahren gemäß dem Zollkodex der Union geebnet.