Die Zolldienststellen aller Mitgliedstaaten sollen zu den modernsten aller Verwaltungen gemacht werden, um allen Europäern bessere Dienste bieten zu können. In den kommenden zehn Jahren werden zwei wichtige Initiativen eingeleitet.

Der elektronische Zoll (E-Zoll) steht für die Einrichtung sicherer, interoperabler IT-Zollsysteme für den Datenaustausch. Bis 2012 soll es möglich sein, alle Geschäftsvorgänge im Zoll papierlos abwickeln zu können. Mehr Sicherheit, mehr Schutz und weniger Bürokratie bei den Warenströmen werden Vorteile für die Bürger Europas bringen. Die rechtliche Seite des elektronischen Zolls ist die Modernisierung des Zollkodex der Europäischen Gemeinschaften. So wird beispielsweise der Weg für den elektronischen Austausch von Informationen zwischen den Zolldienststellen der Mitgliedstaaten und anderen Behörden geebnet. Außerdem können auf diese Weise gefährliche Waren besser aus dem Verkehr gezogen werden – ein Plus für den Verbraucherschutz.

Um ihre Aufgaben zu erfüllen setzen die Zollbehörden in der Europäischen Union die modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien ein. Heutzutage werden die Informationen überwiegend automatisch analysiert. Dies erleichtert dem Zoll die Auswahl der zu prüfenden Warensendungen mit hohem Risiko. Mithilfe von Hightech-Scannern können Zollbeamte in das Innere von Schiffscontainern sehen, ohne sie vollständig entladen zu müssen.

Ein europäisches Netz von Zolllabors arbeitet an einer gemeinsamen Qualitätspolitik, mit der eine einheitliche Auslegung neuer technischer Normen in der gesamten EU gewährleistet wird. Beispielsweise werden Spezialgeräte von den Labors gemeinsam genutzt. Ferner tauschen sie wissenschaftliche Erkenntnisse und Testergebnisse aus, sodass eine in einem EU-Mitgliedstaat durchgeführte Produktprüfung nicht in einem anderen wiederholt werden muss. Um den neuen Herausforderungen in den Bereichen Gesundheitsschutz, Umweltüberwachung und Bekämpfung von Fälschungen gewachsen zu sein, müssen sich die Zolllabors immer neuen Aufgabenfeldern widmen.