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Der Sport ist einer der Lebensbereiche, die für die Bürger der Europäischen Union am interessantesten sind und sie zusammenbringt. Aufgrund seiner Fähigkeit, jeden zu erreichen, und das unabhängig von Alter oder sozialem Hintergrund, kann der Sport in der europäischen Gesellschaft verschiedene Rollen übernehmen:
Sport und körperliche Aktivität können einen bedeutenden Beitrag zu Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung in den Bereichen Übergewicht, Diabetes und Herzkreislaufkrankheiten leisten. Man schätzt, dass die Anzahl der von Übergewicht und Adipositas betroffenen Kinder um mehr als 400.000 pro Jahr steigen wird - zusätzlich zu den ca. 14 Millionen EU-Einwohnern, die bereits an Übergewicht leiden (einschl. mindestens 3 Millionen Kinder).[3] Mangelnde körperliche Aktivität und das Auftreten von Übergewicht und Adipositas sind zu einem großen gesellschaftlichen Problem geworden. Sie stellt für die Menschen ein steigendes Risiko dar und ist auch eine wirtschaftliche Bürde, da sie sich aufgrund der suboptimalen Fitness unter den Arbeitnehmern auf Gesundheitsbudgets auswirkt und die Produktivität senkt. Man schätzt, dass Adipositas für bis zu 7% der Gesundheitsausgaben in der EU verantwortlich sind und dass dieser Wert angesichts der Tendenz zu immer mehr Adipositas-Fällen steigen wird.[4]
In ihrem Weißbuch "Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa" appelliert die Kommission an die Sportorganisationen, mit Gruppen aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit zusammenzuarbeiten, um körperliche Aktivität zu fördern und zwar besonders unter Zielpopulationen wie Jugendlichen oder sozioökonomisch niedrig stehenden Gruppen.
Das festgestellte Potential der Sportbewegung, gesundheitsfördernde körperliche Bewegung zu unterstützen, muss entwickelt werden. Die Sportbewegung hat eine größere Reichweite als jede andere gesellschaftliche Bewegung. Die Menschen sehen den Sport als attraktiv an. Er vermittelt ein positives Image. Die Sportorganisationen jedoch konzentrieren sich jedoch oft nur streng auf die Ausübung einer spezifischen Sportart. Ihr stärkeres Potential hinsichtlich gesundheitsfördernder körperlicher Bewegung bleibt zu wenig genutzt.
Auf EU-Ebene ist das Verhältnis zwischen Sport und Gesundheit eng mit der Idee einer gesundheitsfördernden körperlichen Bewegung (HEPA) verbunden. Dieses Konzept wurde 1995-96 im Rahmen eines von der Gemeinschaft finanzierten Projektes festgelegt[5], das zur Einrichtung eines HEPA-Netzwerkes führte.[6] Das Netzwerk ist weiterhin aktiv[7] und das HEPA-Konzept ist seither von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihren Mitgliedsstaaten nachdrücklich gefördert worden.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 30 Minuten gemäßigte körperliche Bewegung pro Tag, um die Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen.[8] Einige Untersuchungen tendieren dahin, dass sogar noch mehr körperliche Bewegung empfohlen werden kann. Dies legt nahe, dass in der EU Leitlinien zur Förderung der körperlichen Bewegung nützlich wären. Derartige Leitlinien könnten unterschiedliche Empfehlungen für verschiedene Gruppen vorschlagen, z.B. für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen.
Eine Untersuchung der Kommission zu "Young People's Lifestyles and Sedentariness and the Role of Sport" (Lebensstil junger Menschen und sitzende Lebensweise und die Rolle des Sports) folgerte, dass eine Netzwerkstrategie erforderlich ist, um den aktuellen beunruhigenden Trend aufzuhalten, der zu einem schnell steigenden Grad an Übergewicht und Adipositas führt.[9] Während es wichtig ist, Ernährungsthemen anzugehen, ist körperliche Bewegung (einschließlich Sport) ebenso bedeutend. Einige Studien zeigen, dass besonders unter Kindern nicht die höhere Kalorienaufnahme so sehr für das Übergewicht verantwortlich ist, sondern vor allem der Mangel an körperlicher Bewegung.
Auf Grundlage der Untersuchung der Kommission wurden im April 2005 auf dem Treffen der Sportminister der Mitgliedsstaaten in Luxemburg Schlussfolgerungen angenommen. Diese "Luxemburger Empfehlungen" haben zu dem Beschluss der Minister geführt, eine Arbeitsgruppe "Sport & Gesundheit" zu gründen (Liverpool, September 2005). Gegenwärtig nehmen neun Mitgliedsstaaten an dieser Arbeitsgruppe mit dem Ziel teil, sich über bewährte Verfahren auszutauschen und Richtlinien für körperliche Bewegung zu entwickeln. Die Mobilisierung des Sportsektors und die Stärkung von Schulsport und körperlicher Bewegung sind Schlüsselelemente auf der Tagesordnung.
Der Kommission lag viel daran, Sportorganisationen zu ermutigen, an ihrer Plattform "Ernährung, Bewegung und Gesundheit[10] eilzunehmen - einem offenen Forum zahlreicher Akteure, in dem sich Industrie, NRO und Verbraucherorganisationen zu Aktionen verpflichtet haben, um am Kampf gegen Adipositas mitzuwirken. Sportorganisationen haben sich mit ihrem Engagement hinzugesellt, dass vorrangig im Bereich der verstärkten körperlichen Bewegung liegt.
Die Verbindung zwischen Sport und Gesundheit geht weit über den Kampf gegen Übergewicht und Adipositas hinaus. Der Sport kann einen hervorragenden Beitrag leisten zur Verringerung anderer nicht übertragbarer Gesundheitsgefahren. Hierzu zählen Risiken, die durch Alkohol, Tabak, Cholesterin, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolisches Syndrom und Krebs hervorgerufen werden. Der Sport unterstützt auch das psychologische Wohlbefinden. Potenziell negative Gesundheitsauswirkungen des Sports in Form von Sportverletzungen müssen durch ordnungsgemäße Ausbildung und Information vermieden werden.
Die körperliche Bewegung umfasst eine Reihe von Aktivitäten vom organisierten Sport bis zum "aktiven Schul- und Arbeitsweg" oder Tätigkeiten im Freien wie Gärtnern. Es müssen aktive Schritte unternommen werden, um den Rückgang des Grades körperlicher Bewegung umzukehren, der in den vergangenen Jahrzehnten durch zahlreiche Faktoren gefördert wurde. Hierzu zählt die verstärkte Nutzung von Autos, anderer Technologien, z.B. Computer und Internet, sowie anderer Formen sitzender Tätigkeiten wie Fernsehen und Spielen von Computerspielen.
Gesundheitsfördernde körperliche Bewegung kann auf allen Ebenen und in vielen Bereichen gefördert werden. So beispielsweise in Stadtplanungs- und Bauprojekten, in Transport, Erziehung, Familie und Jugend, im wirtschaftlichen Bereich, in der Forschung sowie am Arbeitsplatz, um Gesundheit und Leistung der Mitarbeiter zu verbessern und ihre Fehlzeiten zu verringern. Körperliche Bewegung als Bestimmungsgröße für Gesundheit spielt bei Städte- und Transportplanung eine besondere Rolle, beispielsweise indem man mehr Menschen in die Lage versetzt, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.
Das Doping stellt eine große Bedrohung für den europäischen Sport dar, da es in das Prinzip der offenen und gleichberechtigten Wettbewerbe eingreift. Für die Amateure ist es demotivierend und setzt die Berufssportler unter unvertretbaren Druck. Außerdem hat es negative Auswirkungen auf das Image des Sports.
Zusätzlich stellt das Doping eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit des Einzelnen und der öffentlichen Gesundheit dar. Es hat in der Vergangenheit zu einer ernsthaften langfristigen Verschlechterung der Gesundheit von Einzelpersonen und in einigen dokumentierten Fällen sogar zu schweren Zuständen chronischer Erkrankungen, Behinderungen oder gar zum Tod geführt. Sogar unter Amateuren wird Doping in bislang unerreichtem Grade praktiziert, wodurch es schwer zu verfolgen und noch schwieriger zu kontrollieren ist. Ein besonderes Problem zeigt sich in Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen, da bekannt ist, dass viele bereits in immer früherem Alter beginnen, Doping-Substanzen einzunehmen.
Was das Doping anbetrifft, sind die Zuständigkeiten unsystematisch verteilt, da der Sport in den verschiedenen Mitgliedsstaaten unterschiedlich organisiert ist, der Grad der Autonomie der Sportorganisationen variiert, das Problem unterschiedlich definiert wird und weil Gremien auf den verschiedenen Ebenen - international, national, regional und lokal - die Zuständigkeit und Autorität für sich beanspruchen. Von vielen Seiten gibt es Aufrufe, Maßnahmen zu ergreifen.[11] Maßnahmen auf EU-Ebene sollten die Maßnahmen anderer Akteure ergänzen, ohne jedoch die bestehende Zuständigkeitsverteilung zu verändern.[12]
In den Mitgliedsstaaten kann das Doping durch nationales Recht, Regeln privater Organisationen oder eine Kombination davon geregelt werden. Einige Mitgliedsstaaten verfügen über Doping-Gesetze, andere nicht. Das Übereinkommen des Europarats von 1989 und das Übereinkommen der UNESCO von 2005 sind die einzigen harten Rechtsvorschriften auf internationaler Ebene. Die 1999 eingerichtete Welt-Antidoping-Agentur WADA (World Anti-Doping Agency) ist ein privatrechtliches Gremium, wenngleich die Hälfte seiner Vorstandsmitglieder Regierungen vertritt.
Doping war bereits mehrfach auf der Tagesordnung der EU, was sich in zahlreichen Dokumenten aller EU-Institutionen zeigt. Die Olympischen Spiele von 1992 in Barcelona und Albertville erlebten sowohl Maßnahmen an Ort und Stelle als auch einen Verhaltenskodex. Die Tour de France von 1998 führte zu einem Plan der Gemeinschaft zur Dopingbekämpfung[13] , der zwei Jahre lang Pilotprojekte im Bereich des Kampfes gegen das Doping förderte und von der EU mitfinanziert worden war. Im Bereich der Laboranalyse wurden wichtige Entwicklungsarbeiten aus Forschungsgeldern der inzwischen nicht fortgesetzten Programme HARDOP und CAFDIS finanziert.[14] Die politische Zusammenarbeit schloss zahlreiche Treffen innerhalb und außerhalb der EU ein sowie regelmäßige Kontakte mit dem Europarat und der UNESCO. Schließlich stand auch das EuGH-Urteil im Meca-Medina-Fall in Verbindung mit der Frage des Dopings im Sport.[15]
Die Doping-Praktiken mit Verwendung illegaler Substanzen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die soziale Ordnung dar einschließlich der kriminalrechtlichen Fragen und hinsichtlich der Integrität der Sportgemeinschaft. Sie beruhen auf einem generalisierten und systematischen Gesetzesverstoß, ausgeübt von Menschen, die in Netzwerken agieren. Viele für das Doping verwendete Substanzen fallen unter nationales Recht über illegale Drogen und/oder unter internationale Drogen-Konventionen. Wenngleich der Besitz dieser Substanzen illegal ist, sind sie dennoch häufig leicht verfügbar. Diesbezüglich kann festgestellt werden, dass ein deutliches Defizit im Bereich der Vollstreckung besteht. Für die kriminellen Gruppen kann der Handel mit Doping-Substanzen eine attraktive Mischung aus niedrigem Risiko und hoher Rentabilität darstellen. Der Handel mit Doping-Substanzen unterliegt häufig nicht strengen Strafen.
Für die EU wäre ein besser koordinierter Ansatz in der Dopingbekämpfung von Nutzen, insbesondere durch die Festlegung gemeinsamer Positionen im Rahmen der WADA, der UNESCO und des Europarates, sowie durch den Austausch von Informationen und bewährten Verfahren zwischen den Regierungen und den nationalen Dopingbekämpfungsstellen und labors.
Zwischen den Strafverfolgungsbehörden (Grenzschutz, nationale und lokale Polizei, Zoll usw.) der Mitgliedstaaten, den von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labors und INTERPOL könnten außerdem Partnerschaften entwickelt werden, um Informationen über neue Dopingsubstanzen und -verfahren schnell und sicher austauschen zu können.
Die negativen Auswirkungen des Dopings auf die Gesundheit müssen bei der Politik für öffentliche Gesundheit und Medikamente berücksichtigt werden. Die Sportorganisationen sollten einen Verhaltenskodex zur besseren Aufklärung junger Sportlerinnen und Sportler über Dopingsubstanzen, möglicherweise Dopingsubstanzen enthaltende Arzneimittel und deren gesundheitliche Auswirkungen entwickeln.
Das Europäische Jahr der Erziehung durch Sport (EJES 2004) wurde durchgeführt, um die Erziehung durch Sport in der formellen und der schulischen und außerschulischen Bildung zu fördern. Es sollte ein Mittel sein, um soziale Integration zu unterstützen, um das Wissen und die Fähigkeiten zu entwickeln, und es sollte zur Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Einrichtungen und Sportorganisationen ermutigen. Über das EJES-Budget (€12,3 Mio.) wurden 167 Projekte (von 1643 Bewerbungen) mitfinanziert. In der anschließenden Mitteilung an die europäischen Institutionen bestätigte die Kommission die Notwendigkeit, auf die Ergebnisse des Europäischen Jahres aufzubauen.
In seiner Entschließung vom 17. Dezember 1999 zur außerschulischen Bildungsdimension sportlicher Aktivitäten in den Jugendprogrammen der Europäischen Gemeinschaft[16] hat der Rat die Kommission dazu aufgerufen, ein kohärentes Konzept zu entwickeln, um das erzieherische Potenzial des Sports auszuschöpfen, da die pädagogischen Möglichkeiten des Sports auch zur Stärkung der Zivilgesellschaft beitragen können. Das Europäische Parlament erkannte diese Dimension der außerschulischen Bildung an und stellte den erzieherischen und sozialen Wert des Sports sowie seine Bedeutung bei der Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit heraus.
Die wichtige Rolle der Schulen und die Notwendigkeit zur Gesundheitserziehung und zum Schulsport werden im Weißbuch "Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa" ebenfalls als vorrangige Themen dargestellt.
Viele Akteure machen sich angesichts des rückläufigen Trends zu körperlicher Bewegung unter jungen Menschen und des entsprechenden Anstiegs sitzender Tätigkeiten und von Adipositas Sorgen über die Situation des Sports und der körperlichen Bewegung in Schulen. Konkrete körperliche und geistige Gesundheitsprobleme können teilweise behandelt werden, indem ein ausreichend großer Zeitrahmen für Sport und körperliche Tätigkeiten in Schulen gewährleistet wird - entweder innerhalb oder außerhalb des schulischen Stundenplans. Die im Stundenplan für Schulsport vorgesehene Zeit stellt in einigen Ländern ein Problem dar. Seit 2002 hat es in ganz Europa in den Stundenplänen eine allgemeine Verringerung der durchschnittlich für Schulsport vorgesehenen Zeit sowohl in Grundschulen (von 121 Minuten auf 109 Minuten pro Woche) als auch in der Sekundarstufe (von 117 auf 101 Minuten pro Woche) gegeben.[17] Dies ist besonders beunruhigend, da man schätzt, dass bis zu 80% der Kinder im Schulalter körperliche Bewegung nur in der Schule ausüben, obwohl empfohlen wird, dass sie täglich mindestens eine Stunde leichter körperlicher Bewegung haben sollten.[18]
Zur Stärkung der körperlichen Bewegung in Schulen außerhalb des Lehrplans müssen innovative Lösungen erforscht werden, zu denen auch Kooperationsvereinbarungen zwischen Schulen und Sportvereinen zählen.
Auch der Universitätssport spielt bei der Förderung von Gesundheit und körperlicher Bewegung eine bedeutende Rolle, genauso wie der interkulturelle Dialog, wie sich bei den von der International University Sport Organisation (FISU) veranstalteten Sommer- und Winteruniversiaden gezeigt hat.
Die schulische Erziehung könnte die über den Sport vermittelten Werte stärker nutzen, um Wissen, Motivation, Fähigkeiten, Bereitschaft zu persönlicher Anstrengung zu entwickeln. Dies gilt auch für soziale Fähigkeiten wie Teamwork, Solidarität, Toleranz, Fair Play und für die Fähigkeit, verlieren zu können. Die beim Sport verbrachte Zeit, sei es während der Unterrichtszeit oder bei außerschulischen Veranstaltungen, kann Nutzen für Gesundheit und Erziehung liefern, die verbessert werden müssen. Die Erstellung von Verbindungen zwischen Sport und schulischer oder außerschulischer Erziehung, um das pädagogische Potential des Sports besser zu nutzen, ist auch ein wichtiges Thema angesichts der neu integrierten Strategie für lebenslanges Lernen.
Sport und körperliche Bewegung können über verschiedene Politikinitiativen im Bereich von allgemeiner und beruflicher Bildung gefördert werden. Hierzu zählt auch die Entwicklung sozialer und bürgerschaftlicher Kompetenzen gemäß der Empfehlung von 2006 zu den Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen. Diese Empfehlung erwähnt insbesondere, dass "persönliches und soziales Wohlgefühl ein Verständnis dafür erfordert, wie Einzelpersonen optimale körperliche und geistige Gesundheit gewährleisten können - auch als Ressource für sich selbst oder die eigene Familie, und auch das Wissen, wie ein gesunder Lebensstil dazu beitragen kann". Die Entwicklung sozialer und bürgerschaftlicher Kompetenzen könnte daher über den Austausch bewährter Verfahren in diesem Kontext erfolgen.
Gegenwärtig läuft eine Untersuchung der Kommission zur Ausbildung junger Sportlerinnen und Sportler in Europa.[19] Diese Untersuchung wird die gemeinsamen Qualitätskriterien für Bildungszentren hinsichtlich Erziehung, beruflicher Bildung, Evaluierung, Schutz Minderjähriger und Transferalter darlegen. Die Initiative ist mit der Notwendigkeit verknüpft, die Möglichkeit sogenannter dualer Berufslaufbahnen für Top-Sportlerinnen und -Sportler zu gewährleisten, da die Dauer ihrer Sportkarriere beschränkt ist.
Im Jahre 2005 führte die UEFA Regeln ein hinsichtlich der Spieler bei den von ihr organisierten Vereinswettbewerben (European Champions' League und UEFA-Cup). Die Regeln verlangen schrittweise von den Vereinen, dass sie bei UEFA-Wettbewerben lokal ausgebildete Spieler in den Mannschaften aufstellen, die sie für die UEFA-Spiele einsetzen. "Lokal ausgebildet" heißt, dass der Spieler zwischen dem Alter von 15 und 21 Jahren mindestens 3 Jahre in seinem Verein oder einem anderen Verein des gleichen Landes verbracht haben muss. Es gibt keine Voraussetzungen hinsichtlich der Staatsangehörigkeit. Die dahinter stehende Idee ist, die Ausbildung junger Spieler zu fördern und die Vereine zu ermutigen, in die Ausbildung junger Menschen zu investieren und nicht nur in den Spielertransfer.
Die Kommission vervollständigt gegenwärtig ihre Analyse der Vereinbarkeit des Gemeinschaftsrechts mit Regeln, die besagen, dass in Mannschaften ein bestimmter Anteil lokal ausgebildeter Spieler vorhanden sein muss. Die Ergebnisse der erwähnten Untersuchung zur Ausbildung junger Sportlerinnen und Sportler in Europa werden zu dieser Analyse beitragen.
Die berufliche Bildung und Fortbildung im Sportsektor in Europa umfasst mehrere Akteure (Mitgliedsstaaten, örtliche Behörden, Arbeitgeber im Sportbereich, Beschäftigte im Sportbereich, Sportorganisationen, Anbieter von Berufsbildung) und tendiert dazu, fragmentiert zu sein. Allerdings ist das Wachstumspotential groß, und der Sport könnte bei der Erfüllung der Ziele der Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung eine Rolle spielen. Dies gilt insbesondere, da die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten im Bereich des Sports arbeitsintensiv und die Arbeitsplätze häufig lokal verankert sind.
Die VOCASPORT-Studie[20], die 2004 von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben wurde, schätzte, dass der Sportsektor in den damals 25 Mitgliedsstaaten der EU etwa 800.000 Beschäftigte umfasste. Die Wachstumsrate der Beschäftigung war im vergangenen Jahrzehnt beträchtlich und wies im Zeitraum von 1990 bis 1998 ein geschätztes Wachstum von 57% auf. Darüber hinaus sind in der EU Millionen Ehrenamtliche in den Sportsektor einbezogen. Das Wachstum des Sektors hängt mit der steigenden Nachfrage nach Sport und körperlicher Bewegung zusammen. Gleichzeitig hat die Nachfrage nach einer professionelleren Herangehensweise an sportliche Aktivitäten zu einem Bedarf an besser ausgebildeten Arbeitskräften geführt.
Die Mobilität der Arbeitnehmer ist im Sportsektor recht hoch, einschließlich der Mobilität zwischen den Mitgliedsstaaten, die zu Problemen hinsichtlich der Anerkennung von Qualifikationen ausländischer Arbeiter führen kann. Diese Merkmale des Sportsektors müssen im Zusammenhang mit neuen europaweiten Initiativen im Bereich der Berufsbildung gesehen werden. Dennoch sollte berücksichtigt werden, dass Berufsbildungssysteme im Sport in den meisten Mitgliedsstaaten sehr spezifisch und weitgehend autonom von globalen Berufsbildungssystemen sind, dabei sind die für Sport zuständigen Ministerien und/oder Sportverbände in die Definition der Qualifikationen im Sportsektor einbezogen.
Am 7. September 2005 haben das Europäische Parlament und der Rat eine Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen[21] angenommen, um die Freizügigkeit von Berufsgruppen zu fördern und dabei ein angemessenes Niveau von Qualifikationen sowie des Schutzes der Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten. Die Kommission wird weiterhin gemäß der genannten Richtlinie sicherstellen, dass die Freizügigkeit von Arbeitnehmern nicht durch unverhältnismäßige Einschränkungen hinsichtlich der Anerkennung von Qualifikationen im Sportsektor behindert wird. Im Rahmen dieser Richtlinie haben Berufsverbände auch die Möglichkeit, an gemeinsamen Plattformen[22] und an Berufspässen zu arbeiten[23].
Ehrenamtliche Tätigkeiten bilden die Basis für die Organisation, Verwaltung und Einbindung sportlicher Aktivitäten in allen EU-Mitgliedsstaaten. Ehrenamtliche Sportorganisationen bilden das Rückrad für die gesamte Sportstruktur. Die Zahlen legen nahe, dass EU-weit etwa 10 Millionen Ehrenamtliche in etwa 700.000 Sportvereinen aktiv sind. In einigen Mitgliedsstaaten engagieren sich über 10% der Erwachsenen ehrenamtlich im Sportsektor und in den meisten Ländern stellt der Sport einen der Kernbereiche der ehrenamtlichen Arbeit dar. Darüber hinaus muss das Ehrenamt im Sport als einer der Ecksteine der Merkmale des Sports in Europa angesehen werden. Diese Fakten machen ihn zu einem wichtigen Diskussionsthema auf EU-Ebene neben der allgemeinen Diskussion über das 'Ehrenamt in Europa'.
Die Mitgliedsstaaten haben ihre Unterstützung für die Förderung ehrenamtlicher Sportstrukturen in einem EU-Kontext zugesagt. In seiner Erklärung von Nizza (2000) rief der Europäische Rat die Mitgliedsstaaten dazu auf, zu ehrenamtlichen Tätigkeiten im Sport durch Maßnahmen zu ermutigen, im Rahmen derer die wirtschaftliche und soziale Rolle der ehrenamtlich Tätigen geschützt und anerkannt wird, falls erforderlich mit Unterstützung seitens der Gemeinschaft. Zwei Jahre später erkannten die EU-Sportminister in der "Erklärung von Aarhus zu ehrenamtlicher Arbeit im Sport"[24] den beträchtlichen Beitrag des Ehrenamts zum Sport und dessen wirtschaftlichen Wert an.
Im Jahre 2004 beschlossen die EU-Sportminister, das Ehrenamt im Sport in die Schlüsselthemen der damals angenommenen fortgeschriebenen Tagesordnung für den Sport aufzunehmen. Bei ihrem Treffen in Liverpool forderten die EU-Sportminister die künftigen Präsidentschaften auf, "ihre Diskussion zum Ehrenamt im Sport fortzusetzen, indem sie Vorschläge entwickeln zur Förderung und Unterstützung des ehrenamtlichen Bereichs im Sport, den sie als wesentlich für die Nachhaltigkeit, besonders des Amateursports, anerkennen." Die finnische Präsidentschaft machte das Ehrenamt im Sport zu einem ihrer vorrangigen Themen mit besonderem Gewicht auf der Rolle und dem Status der ehrenamtlichen Sportorganisationen ohne Gewinnzweck. Im November 2006 stimmte die Ministerkonferenz in Brüssel der Einrichtung einer Arbeitsgruppe "Sportorganisationen ohne Gewinnzweck" zu, die u.a. die Besonderheiten des ehrenamtlichen Sportsektors behandeln soll. Spezielle interministerielle Arbeitsgruppen bestehen bereits in einigen EU-Mitgliedsstaaten, z.B. in Schweden und Finnland.
TDie EU legt gesteigerte Betonung auf Ziele und Politiken, die zur Bildung von Solidarität in der EU führen und Möglichkeiten für alle Bürger sichern. Die Kommission hat ihre Gesamtstrategieziele entsprechend definiert. Ehrenamtliche Aktivitäten im Sportsektor stärken sozialen Zusammenhalt und Integration, und sie fördern lokale Demokratie sowie aktive Bürgerschaft. Ehrenamtliche Aktivitäten im Sport haben außerdem einen sozioökonomischen Wert für das BSP, der sich wiederum in Vollzeitbeschäftigung wiederspiegelt. Zudem gibt es auch einen impliziten wirtschaftlichen Wert: Ohne das Ehrenamt würden sportliche Aktivitäten sehr viel teurer werden, und viele der sozialen Aktivitäten im Bereich des Sports würden verschwinden.
In fast allen EU-Mitgliedsstaaten baut der organisierte Sport auf besonderen Strukturen ohne Gewinnzweck im Bereich des Breitensports auf. Hierbei handelt es sich um unabhängige, selbstverwaltende Strukturen, die stark vom Engagement der ehrenamtlich Tätigen abhängig sind. Sie haben eine besondere Rechtsform oder Status, welche die Voraussetzungen für einige finanzielle und steuerliche Vorteile bieten.
Auch wenn sie nicht rein altruistisch sind, so erfolgen die Aktivitäten der (Sport-) Organisationen ohne Gewinnzweck für gewöhnlich ohne dem Ziel, Profit machen zu wollen. Dennoch müssen die meisten Sportorganisationen ohne Gewinnzweck zum Überleben Einkünfte aus irgendeiner Art kommerzieller Tätigkeit anstreben, da die Anzahl der Spenden und staatlichen Finanzierungen sinkt. Auf diese Weise können sie wirkungsvoll ihre sozialen Ziele erreichen (z.B. in den sozialen Bereich investieren, ohne einer Kontrolle und Verantwortung gegenüber dem Investor zu unterliegen). Wenngleich ihre Hauptaufgabe im Erreichen der sozial nützlichen Ziele liegt, führen sie dennoch wirtschaftliche Aktivitäten durch, die EU-Recht unterliegen.
Der EU-Rechtsrahmen jedoch richtet sich nicht speziell an (Sport-) Organisationen ohne Gewinnzweck. Im EU-Recht ist nicht die Form der Organisation, sondern die Art der Tätigkeit, die sie ausübt, dafür ausschlaggebend, ob die Vorschriften für Wettbewerb und Binnenmarkt Anwendung finden. So unterliegen beispielsweise Organisationen ohne Gewinnzweck der Anwendung des EU-Wettbewerbsrechts, wenn sie als Unternehmer auftreten, weil sie auf dem Gemeinsamen Markt Waren und Dienstleistungen anbieten und somit am Wirtschaftsleben teilnehmen. Die Absicht, Gewinne zu erzielen, ist keine Voraussetzung für Wirtschaftstätigkeit im Sinne des EU-Wettbewerbsrechts. Ein Verstoß gegen das EU-Wettbewerbsrecht jedoch setzt voraus, dass die fragliche Handlung sich auf den Handel zwischen Mitgliedsstaaten auswirkt. Dies kann bei Sportorganisationen ohne Gewinnzweck häufig aufgrund ihres lokalen Charakters ausgeschlossen werden.
Der Sport kann hinsichtlich der aktiven Bürgerschaft ein nützliches Werkzeug sein. Etwa 70 Millionen Europäer, darunter zahlreiche junge Menschen, sind Mitglieder in Sportvereinen. Über die von ihm transportierten Werte kann dem Sport eine pädagogische Rolle zukommen. Die Mitgliedschaft in einer Mannschaft, Grundsätze wie Fairness, Einhaltung von Spielregeln, Respekt gegenüber anderen, Solidarität und Disziplin sowie die Organisation des Amateursports auf der Grundlage von Vereinen ohne Gewinnzweck und ehrenamtlicher Tätigkeiten stärken die aktive Bürgerschaft. Zusätzlich bietet der Sport jungen Menschen attraktive Möglichkeiten, sich zu engagieren und ins soziale Leben einzubringen.
Das Potential des Sports in den Bereichen Jugend und Bürgerschaft steht aufgrund neuer Trends bei der Beteiligung am Sport - besonders unter jungen Menschen - vor neuen Herausforderungen. Der Schwerpunkt verlagert sich immer mehr vom Mannschafts- und Vereinssport in organisierten Strukturen zum Individualsport. Zudem ist ein Rückgang der Basis der Ehrenamtlichen in Amateursportvereinen und eine kürzere durchschnittliche Verweilzeit eines Ehrenamtlichen im Verein zu verzeichnen. Nichtsdestotrotz muss die Wichtigkeit des Vereinssports für die Förderung aktiver Bürgerschaft sorgfältig berücksichtigt werden.
Für die soziale Eingliederung kann der Sport ein wirkungsvolles Hilfsmittel sein. Zu den Zielen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung, die der Rat angenommen hat, gehört auch die, "Bereitstellung von Leistungen, Diensten oder begleitenden Maßnahmen für die Betroffenen, die ihnen tatsächlichen Zugang zu Ausbildung, Justiz und anderen öffentlichen und privaten Diensten wie Kultur, Sport und Freizeitbeschäftigungen ermöglichen."[25]
Die Erklärung von Nizza unterstreicht: "Sportliche Betätigung muss allen offen stehen; dabei sind die Interessen und Fähigkeiten jedes Einzelnen [...] zu berücksichtigen". Außerdem erkennt sie an: "Körperliche und sportliche Betätigung ist für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen eine hervorragende Möglichkeit für die Entfaltung der Persönlichkeit, für Rehabilitation, soziale Integration und Solidarität und muss daher gefördert werden."
Im März 2006 hat der Europarat einen neuen Rahmen für den sozialen Schutz und die soziale Eingliederung angenommen. Auf Grundlage der Ziele von Nizza kann der Sport in folgendes neue Ziel einbezogen werden: "Zugang für alle zu den für die Beteiligung an der Gesellschaft notwendigen Ressourcen, Rechten und Dienstleistungen; Verhütung und Bekämpfung von Ausgrenzung und Kampfs gegen alle Formen von Diskriminierung, die wiederum zu Ausgrenzung führt".[26]
Im Rahmen des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport (EJES) 2004 waren eine Untersuchung zu Erziehung, Sport und Multikulturalität sowie über 25 operative Projekte direkt auf die Integration sozial benachteiligter Gruppen gerichtet. Die Auswertung von EJES 2004[27] und der von der Europäischen Kommission gewährleistete Nachlauf dazu haben gezeigt, wie wichtig die Umsetzung der Erklärungen von Amsterdam und Nizza besonders hinsichtlich der sozialen Funktion des Sports ist.
Der Zugang zu sportlichen Aktivitäten muss für alle Bürger gewährleistet werden. Zu diesem Zweck müssen die besonderen Bedürfnisse und die Situation unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen thematisiert werden. Auch die besondere Rolle, die der Sport für Menschen mit Behinderungen und für die Gleichstellung der Geschlechter spielt, muss Berücksichtigung finden.
Gleichzeitig ist es erforderlich, das Potenzial des Sports als Instrument für die soziale Integration in den Politikbereichen, Maßnahmen und Programmen der Europäischen Union und der Mitgliedstaaten besser zu nutzen. Dies beinhaltet auch das Potenzial des Sports, besonders in benachteiligten Gebieten zur Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen. Sportliche Aktivitäten, die zum sozialen Zusammenhalt und zur gesellschaftlichen Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen beitragen, können in dieser Hinsicht auch als Sozialdienstleistungen von allgemeinem Interesse angesehen werden.
Die soziale Eingliederung der nationalen Berichte (2006-2008) über Strategien für sozialen Schutz und soziale Eingliederung hebt hervor, wie wichtig die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten als Mittel ist, um soziale Ausgrenzung von Kindern einerseits zu bekämpfen und andererseits, um die Integration von Immigranten und die soziale Eingliederung ethnischer Minderheiten zu fördern.
In der Mitteilung vom September 2005 unter dem Titel "Eine gemeinsame Integrationsagenda - Ein Rahmen für die Integration von Drittstaatsangehörigen in die Europäische Union"[28] wird betont, dass das häufige Zusammenkommen zwischen Zuwanderern und Bürgern der Mitgliedsstaaten ein wesentliches Hilfsmittel für die Integration ist. Maßnahmen, die das Empfinden einer gemeinsamen Zugehörigkeit und Teilnahme fördern, können für die Integration behilflich sein. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Raum für Sport und sportbezogene Aktivitäten zur Verfügung zu stellen, damit Zuwanderer und Einheimische in einem positiven Rahmen zusammentreffen können.
Bürger mit Behinderungen stellen etwa 10% der Bevölkerung der EU dar. Sie sehen sich besonderen Schwierigkeiten hinsichtlich ihres Zugangs zum Sport gegenüber.
Die Europäische Kommission stellte einen EU-Aktionsplan zugunsten behinderter Menschen (DAP)[29] für 2004-2010 auf, um eine kohärente Fortsetzung des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003[30] in der erweiterten Union zu gewährleisten. Der DAP weist drei zentrale operative Ziele auf: (1) vollständige Umsetzung der Richtlinie für die Gleichbehandlung im Beruf[31]; (2) erfolgreiche Einbindung der Belange behinderter Menschen in die relevanten Politikstrategien der Gemeinschaft und (3) Verbesserung der Zugänglichkeit für alle. Zusätzlich nahm die Kommission einen europäischen Aktionsplan 2006-2007 an[32] . Dies war der zweite Schritt ihrer Strategie zur Thematik Behinderung.
Die im Dezember 2000 in Nizza angenommene Erklärung über die besonderen Merkmale des Sports und seine soziale Funktion in Europa betont: "Sportliche Betätigung muss allen offen stehen; dabei sind die Interessen und Fähigkeiten jedes Einzelnen [...] zu berücksichtigen". Außerdem erkennt sie an: "Körperliche und sportliche Betätigung ist für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen eine hervorragende Möglichkeit für die Entfaltung der Persönlichkeit, für Rehabilitation, soziale Integration und Solidarität und muss daher gefördert werden."
Einige Aktivitäten der Kommission für behinderte Menschen betrafen auch den Sport. Das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003[33] finanzierte Sportveranstaltungen und als Bestandteil des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004[34]wurden zahlreiche Projekte für die Integration von Menschen mit Behinderungen durch Sport finanziert. Die Kommission organisierte 2005 ein Expertentreffen zum Thema Chancengleichheit im Sport[35] , um die Kernbedürfnisse, Trends und Aktionsbereiche festzustellen. Das Jugendprogramm hat sportliche Aktivitäten für junge Menschen mit Behinderungen unterstützt.
Das Konzept der Chancengleichheit im Sport für Menschen mit Behinderungen ruht auf drei wesentlichen Säulen: (a) Zugang zu Sportstätten als Sportler, (b) Zugang zu Sportstätten als Zuschauer, und (c) Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, die Sport ausüben möchten (z.B. Kosten für Ausrüstung, Ausbildung des Personals und Umrüstung der Sportstätten). Es will darlegen, dass die pädagogischen und sozialen Werte des Sports auch für Menschen mit Behinderungen wichtig sind. Vor diesem Hintergrund ist der Sport (sowohl im Wettbewerb als auch in der Freizeit) ein übergreifendes Werkzeug für die Integration, Schaffung von Arbeitsplätzen und Gleichberechtigung für Menschen mit Behinderungen.
1991 wurde das Europäische Komitee des Internationalen Paralympischen Komitees gegründet und benannte sich 1999 in Europäisches Paralympisches Komitee (EPC) um. Das EPC gewährt, kontrolliert und überwacht europäische Meisterschafts- und Cupveranstaltungen in 12 Sportarten für vier Behindertengruppen (Sehbehinderte, Athleten mit zerebraler Lähmung, Athleten mit geistiger Behinderung und Athleten mit körperlicher Behinderung).
Special Olympics Europe/Eurasia (SOEE) bietet Sportmöglichkeiten für 425.000 Personen mit geistiger Behinderung und koordiniert die Teilnahme europäischer Sportler an den alle vier Jahre stattfindenden Special Olympics World Games.
Die Kommission gewährleistet, dass EPC und SOEE in alle ihre Konsultationen einbezogen werden, die sich an Akteure im Sport richten.
Der Zugang zum Sport bleibt für behinderte Menschen ein Problem, sowohl hinsichtlich ihres Zugangs zu sportlichen Aktivitäten als Sportler als auch hinsichtlich ihres Zugangs zu den Sportstätten als Sportler und/oder Zuschauer. Besonders behinderte Jungen und Mädchen haben nicht die gleichen Möglichkeiten, Sport auszuüben wie ihre nicht behinderten leichaltrigen - besonders in der Schule beim Sportunterricht mit ihren Klassenkameraden. Folglich nehmen sie auch nicht die Gewohnheit an, schon in frühem Alter Sport zu betreiben.
Die geschlechtsspezifische Dimension der Chancengleichheit wird in alle Bereiche der EU-Politik eingebracht. Im März 2006 hat die Kommission ihren Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006-2010[36] angenommen. Wenngleich die Zahlen abweichen und nicht in allen Mitgliedsstaaten verfügbar sind, besteht der allgemeine Eindruck, dass, in unterschiedlichem Grade, Frauen im Sport in zu geringer Zahl vertreten sind, und zwar hinsichtlich der Teilnahme am Sport, der Organisation und Verwaltung sportlicher Tätigkeiten, der Führungspositionen im Sport und der Berichterstattung über Veranstaltungen mit Sportlerinnen.
Diesbezüglich hat der Beschluss des Rates 2002/348/JHA vom 25.4.2002[37] verbindliche Verpflichtungen zur Einrichtung nationaler Fußballinformationsstellen eingeführt. Diese Informationsstellen sollen die Kooperation und den Informationsaustausch zwischen Polizeikräften und anderen zuständigen Behörden im Kampf gegen Gewalt im Zusammenhang mit Fußball verbessern. Der Bewertungsbericht zur Umsetzung dieses Beschlusses stellte fest, dass die Mitgliedsstaaten die entsprechenden Strukturen einrichten sollten, die seither eine wirkungsvolle Rolle beim Austausch wichtiger Daten zwischen den entsprechenden Dienststellen gespielt haben.
Zur Erleichterung und Vereinheitlichung dieser Zusammenarbeit wurde durch eine Entschließung des Rates[38],ein Handbuch angenommen, das Empfehlungen enthält, wie Gewalt und Störungen im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen internationalen Ausmaßes sinnvoll vermieden und überwacht werden können.
Auf Grundlage der Erfahrungen einiger Mitgliedsstaaten hat der Rat darüber hinaus eine weitere Entschließung angenommen, mit der die Mitgliedsstaaten u.a. dazu aufgefordert werden, die Möglichkeit von Stadionverboten einzuführen und diese Verbote mit Strafen für Nichteinhaltung zu belegen.
Die Vorbereitungen der Weltmeisterschaft von 2006 in Deutschland wurden im Rahmen der Police Cooperation Working Group (PCWG) bei regelmäßigen Treffen von Fußballfachleuten erörtert. Die dort erörterten Probleme bezogen sich auf die Qualitätsprüfung ausgetauschter Informationen, regelmäßige Bewertungen von Ausschreitungen und auf die Modalitäten bei der Übermittlung von Informationen.
Ratspräsidentschaften organisierten weitere regelmäßige Treffen von Fachleuten für die effiziente Bekämpfung von Rowdytum. Zusätzlich wurden Arbeitskontakte zur UEFA aufgebaut.
Die Rolle des Europarats im Bereich der Gewaltprävention im Sport ist beträchtlich. Im August 1985 wurde das Europäische Übereinkommen über Gewalttätigkeiten und Fehlverhalten von Zuschauern bei Sportveranstaltungen und insbesondere bei Fußballspielen[39] angenommen. Im Rahmen dieses Übereinkommens verpflichten sich die Parteien zur Zusammenarbeit und ermutigen zu einer ähnlichen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Behörden und unabhängigen Sportorganisationen zur Vorbeugung von Gewalttätigkeit und zur Regelung des Problems von Gewalttätigkeiten und Fehlverhalten von Zuschauern bei Sportveranstaltungen. Zu diesem Zwecke bietet das Übereinkommen mehrere Maßnahmen an. Hierzu zählt insbesondere die enge Zusammenarbeit der betroffenen Polizeikräfte, strafrechtliche Verfolgung der Übeltäter und Anwendung geeigneter Strafen, strikte Überwachung des Eintrittskartenverkaufs, Auflagen für den Verkauf alkoholischer Getränke, angemessene Planung und bauliche Ausführung von Stadien, um Gewalttätigkeiten zu verhindern und eine geeignete Kontrolle und Sicherheit der Massen zu gewährleisten. Ein von dem Übereinkommen eingerichteter ständiger Ausschuss ist ermächtigt, den Parteien gegenüber Empfehlungen hinsichtlich der zu ergreifenden Maßnahmen auszusprechen. Das Übereinkommen ist von allen EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet und bis auf zwei auch von allen ratifiziert worden.
Die künftige Entwicklung der EU-Politik zu Gewalt im Sport sollte sich auf zwei komplementäre Pfeiler stützen: Strafverfolgung und Prävention. Für die effiziente und erfolgreiche Bekämpfung des Problems ist eine multidisziplinäre Herangehensweise unter Einbeziehung aller Akteure einschließlich der Vereine und Fanclubs erforderlich.
Eine der Hauptquellen von Gewalt und gesellschaftsfeindlichem Verhalten (z.B. Beleidigungen, widrige Behandlung usw.) ist Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Rasse, Religion oder ethnischen Gruppe. Sie manifestiert sich auf unterschiedliche Weise, allerdings bleiben die Kernprobleme gleich.
Die Kommission hat wiederholt jeglichen Ausdruck von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus abgelehnt und verurteilt, da diese Phänomene nicht mit den Werten vereinbar sind, auf denen die EU gegründet wurde. Das im November 2004 angenommene Programm von Den Haag bekräftigt die feste Verpflichtung der EU sich gegen jede Form von Rassismus einzusetzen.
Auf Grundlage eines Kommissionsvorschlags haben die Mitgliedsstaaten bei der im April 2007 abgehaltenen Ratssitzung (JI) eine politische Vereinbarung zum Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit getroffen. Zweck dieses Rahmenbeschlusses ist, sich der Gesetzgebung der Mitgliedsstaaten anzunähern und zu gewährleisten, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeiten in allen Mitgliedsstaaten durch effiziente, verhältnismäßige und vorbeugende strafrechtliche Sanktionen verfolgt werden können. Der Rahmenbeschluss kriminalisiert vorsätzliches Handeln sowie Anstiftung zu Gewalt oder Hass gegen eine Gruppe von Personen oder gegen eine Person, die zu einer Gruppe gehört, aufgrund ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Glaubens, ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres ethnischen Ursprungs sowie öffentliche Verteidigung, Verleugnung oder grobe Verharmlosung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Aufruf zu Gewalt oder Hass wird ebenso strafbar sein, wenn er in Form öffentlicher Verbreitung oder Verteilung von Traktaten, Bildern oder anderem Material erfolgt. Dieses Verhalten wird insoweit kriminalisiert als es bedrohlich, ehrverletzend oder beleidigend erfolgt oder auf eine Weise geschieht, welche die öffentliche Ordnung stören kann. Rassistische und fremdenfeindliche Motivation wird bei der Festlegung der Strafe für jede Art strafbarer Handlung als erschwerender Umstand angesehen. Der Rahmenbeschluss behandelt auch die Haftung von Rechtspersonen.
Für die Bekämpfung rassistischer Diskriminierung wurde das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) gegründet. Es wurde am 1. März 2007 durch die Fundamental Rights Agency (FRA) ersetzt, die die Arbeit gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und diesbezügliche Intoleranz fortsetzen wird.
Das erste europäische antirassistische Fußballnetzwerk "Football Against Racism in Europe -FARE"[40]wurde im Februar 1999 in Wien auf einem von der Europäischen Kommission gesponserten Seminar "Networking against Racism in European Football" (Netzwerkarbeit gegen Rassismus im europäischen Fußball) gegründet. Über 40 verschiedene Organisationen aus 13 europäischen Ländern einschließlich antirassistischer Sportprojekte, Fanclubs, Spielervereinigungen, Fußballverbänden und Gruppen ethnischer Minderheiten bekräftigten ihr Engagement zur Bekämpfung aller Arten von Diskriminierung im Fußball. Das Europäische Programm gegen Diskriminierung sponserte das Arbeitsprogramm 2002-2004 von FARE.
Die Berichterstattung über Massensportarten wie Fußball und Basketball hat dazu ermöglicht, dass rassistische Sprechchöre, Zeichen, Flaggen und Slogans sich weit verbreiten konnten. Die meisten von unterschiedlichen Akteuren durchgeführten Initiativen haben sich auf den Fußball konzentriert. Im März 2006 hat das Europäische Parlament eine Erklärung zur Bekämpfung des Rassismus im Fußball angenommen und in ihrer kürzlich verfassten Resolution zur Zukunft des Profi-Fußballs anerkannt, dass viele rassistische und gewalttätige Vorfälle weiterhin in Fußballstadien und in ihrem Umfeld stattfinden.
Alle Akteure müssen sich im Dialog engagieren, um das Bewusstsein für die schädliche Auswirkung rassistischen und gewalttätigen Verhaltens im Sport zu stärken und den Austausch bewährter Verfahren auf Grundlage bestehender Initiativen fördern.
Der Sport kann in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle in den Außenbeziehungen der EU spielen:
Hinsichtlich des ersten Aspekts hat die Zusammenarbeit im Bereich des Sports das Potential, zu besseren internationalen Beziehungen in anderen nicht-sportbezogenen Bereichen beizutragen. Gleichzeitig hat der Sport ein globales Ausmaß erreicht und verdient, in einen politischen Dialog einbezogen zu werden zu Themen wie internationaler Spielertransfer, Handel mit minderjährigen Sportlern und mit Sportlern aus Entwicklungsländern, Doping, Geldwäsche mit Hilfe des Sports sowie Sicherheit bei großen internationalen Sportveranstaltungen. Schließlich hat er außerhalb der Reichweite von Hilfsprogrammen noch das Potential, zur Zusammenarbeit im Bereich der Sportforschung (möglicherweise einschließlich des Kampfes gegen Doping) mit anderen Ländern beizutragen, die einen hohen Grad an Wissen in diesem Bereich erreicht haben.
Hinsichtlich des zweiten Aspekts könnte der Sport als Mittel zur Förderung von Erziehung, Gesundheit, sozioökonomischer Entwicklung, Frieden und ethnischer Versöhnung in externe Hilfsprogramme einbezogen werden. Während Projekte im Rahmen der EU-Erweiterung und der Europäischen Nachbarschaftspolitik finanziert werden, sind die Projekte mit Sportbezug besonders bei der Verfolgung der UN Millenium Development Goals nützlich.[41] Die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 1. Dezember 2005 zu Entwicklung und Sport hebt die Verbindung zwischen Schulsport, Sport und den "Millenium Goals" hervor.
Kommission und FIFA haben kürzlich eine gemeinsame Absichtserklärung (MoU)[42] unterzeichnet mit dem Ziel, den Fußball in den Staaten von Afrika, Karibik und Pazifik (AKP) zu einem Entwicklungswerkzeug zu machen. Die Absichtserklärung deckt viele Bereiche ab: von der Unterstützung der Kinderrechte, der Bekämpfung von Diskriminierung, sozialer Integration bis zu Gesundheit und Wiederaufbau nach Konflikten.
Es gibt Beispiele für konkrete Projekte in diesem Bereich, die über die verschiedenen Finanzinstrumente des Auswärtigen Dienstes der EU finanziert wurden. Der finanzielle Beitrag aus dem EU-Haushalt für Initiativen mit Bezug zum Sport in AKP-Ländern während der vergangenen 10 Jahre wird auf ca. €34 Millionen geschätzt.
Das dem Sport innewohnende Potential, zu Frieden und Entwicklung beizutragen, ist von den Vereinten Nationen in den Resolutionen 58/5, 58/6 und 60/9 der Generalversammlung zum Sport als Mittel für die Förderung von Bildung, Gesundheit, Entwicklung und Frieden anerkannt worden. Diese Resolutionen erklärten das Jahr 2005 zum Internationalen Jahr der Sporterziehung und des Sports und ebneten den Weg für die Einrichtung eines Büros des Sonderberaters Entwicklung und Frieden für den Generalsekretär für Sport sowie der interinstitutionellen Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zum Sport für Entwicklung und Frieden.[43]
Einige Mitgliedsstaaten engagieren sich auch in multilateralen Strukturen, die politischen Dialog und externe Hilfsprogramme für Sportangelegenheiten kombinieren, so beispielsweise die Konferenz der französischsprachigen Minister für Jugend und Sport (CONFEJES)[44] die Treffen der Sportminister im Commonwealth[45], sowie das Consejo Iberamericano del Deporte[46].
Große internationale Sportorganisationen haben ebenfalls eigene Hilfsprogramme entwickelt. Hierzu zählen Olympic Solidarity[47] des Internationalen Olympischen Komitees, das Goal Project der FIFA[48]und das Meridian-Projekt[49] der Union Européenne de Football Association (UEFA) und der Confédération Africaine de Football (CAF). Auch Nichtregierungsorganisationen sind speziell im Bereich der Solidarität durch Sport gegründet worden. Zu diesen zählt beispielsweise "Right to Play"[50], die sich auf die ethnische Aussöhnung im Balkan und im Kaukasus konzentriert oder auch "Sports Sans Frontières"[51].
Das Potential des Sports, Bildung, Gesundheit, Entwicklung und Frieden zu fördern, ist zwar in vielen politischen Dokumenten und Untersuchungen anerkannt, muss aber in den Außenbeziehungen der EU sorgfältig mit Hilfe konkreter Aktionen eingesetzt werden. Es können Synergieeffekte mit bestehenden Programmen von Vereinten Nationen, Mitgliedsstaaten, örtlichen Behörden und privaten Gremien erreicht werden.
Die Ausübung sportlicher Aktivitäten kann die Umwelt beeinträchtigen. Beispielsweise können Sportveranstaltungen beträchtliche Auswirkungen auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, die Verursachung von Abfall und den Verlust der Artenvielfalt haben. Andererseits kann die Umwelt sich auch auf die Ausübung von Sportarten auswirken, da Umweltbedingungen sportliche Aktivitäten und Leistungen beeinträchtigen können. Beispielsweise haben wärmere Klimabedingungen in Europa im Jahre 2007 die Ausübung von Wintersportarten beeinträchtigt. Eine ungesunde Umwelt kann sich nicht nur auf Berufssportler auswirken sondern vor allem auch die Motivation Einzelner zur Ausübung einer Sportart behindern. Wasserverschmutzung, Luftverschmutzung, Verschlechterung des stratosphärischen Ozons, Verlust von Biotopen, Giftmüll, Pestizidrückstände, Lärm, Verkehrsemissionen, Klimawechsel und Luftqualität in geschlossenen Räumen gehören zu den Bedrohungen für eine sichere und angenehme Ausübung von Sport.
Sportliche Aktivitäten, Sportstätten und Sportveranstaltungen haben beträchtliche Auswirkungen auf die Umwelt. Die "Ökologisierung" des Sports kann am Besten durch umweltverträgliches Sportmanagement erreicht werden, das unter anderem in der Lage ist, ein umweltgerechtes öffentliches Auftragswesen, die Verringerung der Emission von Treibhausgasen, die Abfallentsorgung und die Behandlung von Böden und Wasser in Angriff zu nehmen. Durch die Verbesserung ihrer ökologischen Glaubwürdigkeit könnten verantwortungsbewusste Organisationen auch konkrete Vorteile bei der Vergabe der Ausrichtung von Sportveranstaltungen sowie wirtschaftliche Vorteile im Zusammenhang mit einer rationaleren Verwendung natürlicher Ressourcen erwarten.
Größere Sportveranstaltungen können sowohl für den Sport als auch für soziale und umweltbezogene Werte werben. Dank der Begeisterung, die der Sport auslöst, ist die Welt des Sports in der Lage, diese positiven Werte zu verbreiten. Die europäische Gesellschaft muss daher große Sportveranstaltungen nicht nur als wirtschaftliche Gelegenheit ansehen, sondern auch als Möglichkeit, kulturelle, soziale und umweltpolitische Werte zu verbreiten und dabei den Blick auf die Erzeugung von Wachstum und nachhaltiger Entwicklung richten.
Es ist wichtig, dass öffentliche Verwaltungen, Sportorganisationen und die Sportwarenindustrie die Notwendigkeit einer ökologischen Nachhaltigkeit als Weg anerkennen, um ihre Politik- und Geschäftstrategien zu entwickeln. Besonders die europäischen Sportorganisationen und Sportveranstalter sollten ambitionierte umweltpolitische Ziele übernehmen, um die Umweltverträglichkeit ihrer Aktivitäten sicherzustellen. Zu diesem Zweck hat die EU die nachfolgend genannten Hilfsmittel angenommen und so öffentliche und private Organisationen in die Lage versetzt, ihre umweltpolitische Leistung zu verstärken.
Im Jahre 2001 nahm die EU eine Vorschrift[52] an, die sowohl öffentliche als auch private Organisationen in die Lage versetzte, das Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) umzusetzen. Bei EMAS handelt es sich um ein freiwilliges Instrument, welches solchen Organisationen eine Anerkennung gibt, die ihre umweltpolitische Leistung dauerhaft verbessern. Über zwanzig Organisationen haben sich im Rahmen von EMAS für ihre sportlichen Aktivitäten registrieren lassen. Beispiele hierfür sind die Olympischen Winterspiele 2006 und die Paralympischen Spiele, die ein Leitdokument für die Anwendung des EMAS bei Sportveranstaltungen[53],herausgegeben haben, die Formel-1-Strecke am Nürburgring in Deutschland sowie die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2006, in deren Rahmen zwei der Stadien eine EMAS-Registrierung erhielten.
Die Teilnahme am EMAS kann Sportorganisationen die folgenden Vorteile bieten:
Im Jahre 2000 nahm die EU eine Revision des gemeinschaftlichen Systems zur Vergabe eines Umweltzeichens an.[54] Hierbei handelt es sich um ein freiwilliges System, das Unternehmen ermutigen soll, umweltverträgliche Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten, und europäische Konsumenten - einschließlich öffentlicher und privater Käufer - in die Lage versetzen soll, diese leicht zu erkennen.
TZusätzlich hat die Kommission ein unverbindliches Handbuch zu umweltbewusstem öffentlichem Auftragswesen ("Buying green!") angenommen.[55] Dieses Dokument ist besonders für örtliche Behörden sachdienlich, die beabsichtigen, Aufträge für den Bau oder die Renovierung von Sportstätten zu vergeben.
Da, wo Pläne oder Projekte erforderlich sind, z.B. Stadtentwicklungsprojekte wie der Bau von Infrastruktur für die Durchführung von Sportveranstaltungen, müssen die zuständigen Behörden und betroffenen Parteien die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung[56] und die Richtlinie über die strategische Umweltprüfung[57]umsetzen.





























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