Navigationsleiste

Schlagzeilen rss

Quartalsbericht über soziale Lage und Beschäftigungssituation in der EU – September 2013

02/10/2013 Quartalsbericht über soziale Lage und Beschäftigungssituation in der EU – September 2013

Es gibt zarte Signale eines wirtschaftlichen Aufschwungs, doch diese Wachstumsphase dürfte nicht von langer Dauer sein, wenn nicht gleichzeitig der soziale Zusammenhalt gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies gilt umso mehr in Zeiten sozialer Spannungen, einer schwierigen Arbeitsmarktsituation und wachsenden Unterschieden zwischen den Ländern. Zu diesem Schluss kommt die September-Spezialausgabe des Berichtes über die Beschäftigungssituation und die soziale Lage in der EU.

Die EU hat derzeit mit vielen Problemen gleichzeitig zu kämpfen:

  • Hohe Arbeitslosigkeit hat die Zahl der Langzeitarbeitslosen bereits auf Höchststände getrieben.
  • Die Vernichtung von Arbeitsplätzen hat das Problem der geringen Beschäftigung verschlimmert, während gleichzeitig die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse ansteigt und Arbeitsmarkt-Mismatches die strukturelle Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben.
  • Die steigende Arbeitslosigkeit hat auch dazu geführt, dass die Zahl der jungen Leute, die nicht in Bildung, Beschäftigung oder Training sind (sog, NEET), angestiegen ist.
  • Die vielen Arbeitslosen-Haushalte und wachsende der Zahl derjenigen, die trotz Job arm sind, sowie sinkende Haushaltseinkommen haben die Probleme Armut und soziale Ausgrenzung allgemein verschlimmert.

Mit der Verschlechterung der Situation in einer Reihe von Mitgliedstaaten sind die Divergenzen innerhalb Europas, insbesondere innerhalb der Eurozone, stark gestiegen. Der Süden und die peripheren Regionen Europas sind besonders schlimm betroffen. Doch auch Länder, die bisher verhältnismäßig gut durch die Krise kamen, bekommen zunehmen deren Folgen zu spüren – und zwar durch sinkende Nachfrage, schwindende Zuversicht und eine "Ansteckung" über die Finanzmärkte. Dies könnte die Kernziele der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden: den Wohlstand aller erhöhen durch die Förderung wirtschaftlicher Konvergenz zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen in Europa.

Die ungleichen Auswirkungen der Krise auch innerhalb der Mitgliedstaaten haben auch die sozialen Ungleichheiten verstärkt, denn die Maßnahmen der Haushaltskonsolidierung treffen vor allem Haushalte mit geringen Einkommen, die oft auch von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Sozialausgaben haben die Auswirkungen der Rezession zunächst abgefedert. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung wurden diese jedoch wieder zurückgefahren, so dass prozyklische Wirkung in der Zukunft befürchtet werden muss. Umso schwieriger wird es werden, nachhaltiges Wachstum sicherzustellen.

Künftig müssen politische Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Lage und der Beschäftigungssituation für einen Aufschwung mit mehr Jobs sorgen. Vor allem vier Bereiche sind wichtig: Investitionen in Jobs und Menschen, besseres Funktionieren des Arbeitsmarktes, Wirksamkeit und Effizienz von Steuer- und Sozialsystemen sowie die Schaffen einer wahren sozialen Dimension der Wirtschafts- und Währungsunion.

    Weiterempfehlen

  • Twitter Facebook Auf Google+ teilen