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Peer Review in Belgien: Leistungsbeurteilung des Gesundheitssystems

03/06/2014
Peer Review in Belgien: Leistungsbeurteilung des Gesundheitssystems © ErickN, Fotolia

Mit einer Leistungsbeurteilung des Gesundheitssystems (HSPA) verfügen Entscheidungsinstanzen über ein Instrument zur ganzheitlichen Leistungsmessung des Gesundheitswesens und können der Öffentlichkeit sowie relevanten Anspruchsgruppen regelmäßig Bericht erstatten. Dennoch kommt HSPA bislang nur in wenigen EU-Mitgliedstaaten zur Anwendung. Belgien, das seine erste HSPA im Jahr 2008 durchgeführt hat, war Gastgeber einer Peer Review, die sich mit Methoden und Instrumenten beschäftigte um den Einsatz von HSPA innerhalb der EU zu fördern.

Gastgeberland: Belgien

Datum: 19.-20. Mai 2014

Peer-Länder: Deutschland - Estland - Luxemburg - Malta - Niederlande  - Österreich -  Portugal - Schweden - Vereinigtes Königreich

Die Peer Review ergab eine Reihe von Erkenntnissen:

  1. Die Nachfrage nach HSPA stammt aus verschiedenen Quellen. Die stärkste treibende Kraft sind meist Regierungen, aber auch bei Anspruchsgruppen kann Bedarf existieren. Ein Konsens über die Ziele von HSPA ist in manchen Ländern leichter zu erreichen als in anderen.
  2. HSPA sollte beschreibend sein, obwohl die Ergebnisse zu konkreten Empfehlungen für die Verbesserung des Gesundheitssystems führen können. 
  3. Die Auswahl der Indikatoren, die für HSPA benutzt werden, beeinflusst deren Ergebnisse. Besorgnis wurde geäußert gegenüber  Vorgehensweisen, die die Zahl der Indikatoren stark komprimieren.
  4. Verschiedene internationale oder regionale Vergleiche können während HSPA-Übungen angestellt werden. Solche Vergleiche können Probleme und Leistungsschwächen innerhalb nationaler oder regionaler Gesundheitsversorgung präzise offenlegen.
  5. Es existieren einige Einschränkungen beim Zugang zu Daten. In bestimmten Ländern ist die Wahrung des Datenschutzes ein wichtiges Thema geworden, und gerade der Umgang mit Gesundheitsdaten erfordert in diesem Zusammenhang äußerste Sensibilität.  
  6. Verantwortlichkeit ist der Schlüssel zum Erfolg von HSPA.
  7. Veröffentlichung  von HSPA-Ergebnissen ist wichtig, und es könnte notwendig sein, durch Forschung die besten Methoden dafür zu ermitteln. Vollständige HSPA-Berichte dürften bei einer fachfremden Leserschaft keinen besonderen Anklang finden.
  8. Europäische und internationale Maßnahmen zur Verbreitung von HSPA sind wünschenswert. Allerdings besteht in einigen Mitgliedstaaten die Auffassung, dass die Schaffung einer europäischen HSPA schwierig werden könnte, da Gesundheitssysteme eine nationale Kompetenz sind und da sie außerdem in jedem Land unterschiedlich strukturiert sind, sind sie nur schwer miteinander zu vergleichen.        

Peer Review manager

Frau Renate Haupfleisch (ÖSB Consulting GmbH)

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