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Peer Review in Deutschland: Zweckorientierte Migrationspolitik gegen Fachkräftemangel in der Langzeitpflege

23/10/2013 Peer Review in Deutschland: Zweckorientierte Migrationspolitik gegen Fachkräftemangel in der Langzeitpflege

Der Fachkräftemangel in der Pflegeversorgung älterer Menschen stellt in zahlreichen EU-Staaten eine Herausforderung dar. Die von 23.-24. Oktober in Berlin veranstaltete Peer Review eröffnete den Peer-Ländern Einblicke in das deutsche Konzept, MigrantInnen aus Drittstaaten anzuwerben und auszubilden.

Gastgeberland: Deutschland

Datum: 23.-24. Oktober 2013

Peer-Länder: Belgien - Griechenland - Kroatien - Polen - Rumänien - Schweden - Slowakei - Slowenien - Spanien - Ungarn

Interessenvertreter: European Hospital and Healthcare Federation (HOPE), Weltbank, German Marshall Fund der Vereinigten Staaten

Im Zuge der Bevölkerungsalterung steigt der Bedarf an Gesundheitsfachkräften. Die Mobilität innerhalb der Europäischen Union ist ein Lösungsansatz, dieser wachsenden Nachfrage beizukommen, allerdings besteht die Gefahr, dass aus anderen Mitgliedstaaten Personal abgeworben wird, auf das diese dringend angewiesen sind. Deshalb orientiert sich Deutschland bei der Einstellung und Ausbildung von Nicht-EU-MigrantInnen am Internationalen Verhaltenskodex der WHO über die grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften.

Erkenntnisse

  • Es ist notwendig, das inländische Langzeitpflegeangebot zu verbessern, die Pflege- und Betreuungsbedürfnisse von SeniorInnen zu erforschen und den Status sämtlicher Langzeitpflegeberufe (nicht nur jener in der Gesundheits- und Krankenpflege) aufzuwerten.
  • Bei der Anwerbung von MigrantInnen ist enge Zusammenarbeit geboten, um die Erwartungen zu klären sowie Ausbildung und Informationen anzubieten, die im Hinblick auf das von den BewerberInnen anvisierte Berufsprofil erforderlich sind. Bereits im Vorfeld gesicherte Finanzierungsmodalitäten für die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte und Vereinbarungen zur Kostenaufteilung sind ein potentieller Beitrag zu einem besseren Verhältnis zwischen allen Beteiligten.
  • International anerkannte Qualifikations- und Ausbildungsstandards für Langzeitpflegekräfte sind nach wie vor notwendig.
  • Das Geschlechtergleichgewicht in einer auf MigrantInnen gestützten Pflegepolitik und Vorkehrungen gegen die Ausnutzung von Langzeitpflegekräften sind weitere vorrangige Aktionsfelder. Darüber hinaus gilt es, MigrantInnen über kulturelle Gegebenheiten, die sowohl für ihre Tätigkeit als auch ihre Integration von Belang sein können, aufzuklären.
  • Eine angemessene, nachhaltige Langzeitpflegeversorgung ist im Hinblick auf die Europa 2020 Strategie und das von der Europäischen Kommission initiierte Sozialinvestitionspaket maßgeblich.

Peer Review Manager

Frau Ulrike Hiebl (ÖSB Consulting GmbH)

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