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Gebietspolitik in Städten: Konzepte für bessere Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen (Norwegen)

13/11/2012

Ausgehend von zwei bestehenden Beispielmodellen in Norwegen befasst sich diese Peer Review mit gebietspolitischen Maßnahmen zur Aufwertung der Lebensverhältnisse junger Menschen in benachteiligten Gebieten. Die Probleme in diesen urbanen Gebieten sind weitgehend auf sozio-ökonomische Faktoren zurückzuführen, weshalb ein Großteil der Maßnahmen auf die gesamte Bevölkerung abzielt, während gesonderte Anstrengungen direkt auf BewohnerInnen mit Migrationshintergrund abgestimmt werden. Die Bekämpfung der niedrigen Lebensstandards von Kindern und Jugendlichen und die Förderung der sozialen Mobilität in Stadtgebieten mit unzufriedenstellenden Lebensverhältnissen sind zwei wesentliche Aktionsfelder, um die Weitergabe von Benachteiligungen an nachfolgende Generationen zu unterbrechen und das Risiko zukünftiger sozialer Ausgrenzung einzudämmen.

Gastgeberland : Norwegen

Ort und Datum : Oslo, 13. - 14.11.2012

Peer-Länder : Belgien - Dänemark - Deutschland - Finnland - Griechenland - Rumänien

Interessenvertreter : EAPN, Eurocities

Im Grorud-Tal, einem Stadtbezirk im Osten Oslos, wurde gemeinsam von der Regierung und der Osloer Stadtverwaltung ein umfassendes Stadterneuerungsprogramm (2007-2016) initiiert, mit dem sowohl die Lebensverhältnisse als auch die Verkehrs- und Umweltinfrastrukturen verbessert werden sollen. Für die Peer Review von Belang sind vor allem die Aktionen zugunsten junger Menschen. Besonders erfolgreich war die Einrichtung kostenloser Betreuungszentren für Kinder von 4-5 Jahren während der Kernzeiten. Die Jugendlichen weisen bei Erreichen der 10. Schulstufe bessere Lernleistungen auf, die Schulabbruchquote ist zurückgegangen. Die Kinder von Zuwanderinnen und Zuwanderern erhalten eine wertvolle Chance zum Erwerb der Sprachkenntnisse, die erforderlich sind, um aus der regulären Bildung den vollen Nutzen zu ziehen und später den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu bewältigen - zwei maßgebliche Faktoren für die Gewährleistung einer nachhaltigen sozialen Eingliederung.

Auf allgemeiner Ebene wurde von der Regierung 2003 ein Beihilfenmechanismus ins Leben gerufen, der landesweit finanzielle Unterstützung für Kinder und Jugendliche in armutsbetroffenen Stadtgebieten vorsieht; die Gebietskörperschaften haben dabei die Möglichkeit, Programme auf lokale Bedürfnisse abzustimmen. Zwei dieser Programme haben zum Ziel, Kindern - unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern - die Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten zu ermöglichen und junge qualifikationsschwache oder unqualifizierte Menschen beim Einstieg in die Arbeitswelt zu unterstützen. Diese Programme sind Beispiele für Sozialinvestitionen mit positiver Bilanz: Die Kosten werden durch den langfristigen Nutzen für die Kinder und die Gesellschaft aufgewogen. Programme dieser Art stehen in Einklang mit den Zielen der Strategie Europa 2020 (Armutsbekämpfung, Ausbau der Kleinkinderziehung und Bildungsteilhabe, Minimierung des vorzeitigen Schulabbruchs, Anhebung der Erwerbsraten).

Peer Review Manager

Frau Katja Korolkova (ÖSB Consulting GmbH)

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