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Zunehmendes Nord-Süd-Gefälle bei freien Stellen auf dem EU-Arbeitsmarkt

24/02/2014 Zunehmendes Nord-Süd-Gefälle bei freien Stellen auf dem EU-Arbeitsmarkt

Trends beim Stellenangebot auf dem europäischen Arbeitsmarkt lassen auf eine zunehmende Kluft bei Beschäftigungsmöglichkeiten zwischen nördlichen und südlichen Mitgliedstaaten schließen.

In der jüngsten Ausgabe des Europäischen Monitors für offene Stellen (European Vacancy Monitor, EVM) wird ein Mangel an Arbeitskräften in Ländern wie Österreich, Dänemark, Schweden, Estland und Lettland aufgezeigt, während in Ländern wie Griechenland, der Slowakei und Spanien der Wettbewerb um offene Stellen zunimmt.

Der Bericht beleuchtet auch die Stärken und Schwächen der Arbeitsmärkte in vier südlichen Ländern und enthält die Warnung, dass mehr Maßnahmen erforderlich sind, um jungen Menschen den Zugang zu qualifizierten Arbeitsplätzen zu ermöglichen und somit die Arbeitsproduktivität zu steigern.

Der EVM bestätigt eine Stagnation der Nachfrage nach Arbeitskräften in der EU im zweiten Quartal 2013, mit Ausnahme eines geringen Anstiegs der Zahl der offenen Stellen im öffentlichen Sektor. Insgesamt ging die Rekrutierung um 4 % zurück, was einen stärkeren Rückgang als im vorangegangenen Quartal darstellt. Die Zahl der Einstellungen nahm im gleichen Zeitraum in weniger als der Hälfte der Länder zu.

Schwerpunkt Südeuropa

Der Rückgang der Einstellungen im Dienstleistungssektor und für Fachkräfte in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien ist zum Stillstand gekommen, in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei wird sogar eine Zunahme gemeldet. Beschäftigungsmöglichkeiten in Südeuropa konzentrieren sich auf wenige Sektoren wie Gesundheitsversorgung, Einzelhandel und Verwaltung. In dem am stärksten von der Krise betroffenen Sektor, der Bauwirtschaft, wird dagegen nur eine langsame Erholung erwartet.

Die Rekrutierung junger Menschen in den vier südlichen Ländern konzentriert sich deutlich auf Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen im Dienstleistungssektor, mit starken saisonbedingten Schwankungen und hoher Fluktuation. Zudem werden immer mehr Arbeitskräfte mit mittlerer Qualifikation für Stellen mit geringen Qualifikationsanforderungen rekrutiert, was die allgemeine Überqualifizierung der Arbeitskräfte verstärkt.

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat die Europäische Kommission die Jugendgarantie vorgeschlagen, eine ambitionierte EU-weite Reform, die von allen Mitgliedstaaten unterstützt wird und dringend umgesetzt werden muss. Die Jugendgarantie soll dazu beitragen, allen Arbeitslosen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Verlust des Arbeitsplatzes oder Abschluss der formalen Bildung einen Arbeitsplatz, Weiterbildungsmöglichkeiten, eine Lehrstelle oder ein Praktikum zu bieten.

Mittel aus den EU-Strukturfonds stehen ebenfalls zur Verfügung, um auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu reagieren, mit denen Europa bis 2020 konfrontiert ist; unter anderem werden über 70 Mrd. EUR für Investitionen in Humankapital aus dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellt.

Hintergrund

Der Europäische Monitor für offene Stellen ist eine vierteljährliche Veröffentlichung der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission. Diese Veröffentlichung ist Teil der Europa-2020-Initiative „Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten“ und bietet, zusammen mit dem Bulletin „Berufliche Mobilität“ und dem Bericht über offene Stellen und Einstellungen in Europa, einen aktuellen Überblick über die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Europa.

Das Bulletin „Berufliche Mobilität“ enthält eine Analyse der Stellenangebote in EURES, dem Europäischen Portal zur beruflichen Mobilität und nutzt Daten über Stellenangebote für ausländische Arbeitsuchende aus 31 nationalen öffentlichen Arbeitsverwaltungen.

Am 1. Januar 2014 waren im EURES-Portal über zwei Millionen freie Stellen verfügbar. Der EURES-Arbeitsplatzindex verzeichnet eine steigende Tendenz, vor allem aufgrund der positiven Entwicklung im Vereinigten Königreich, wo die Zahl der an EURES gemeldeten freien Stellen sich zwischen Mai und September verdoppelt hat. In anderen Ländern ist der Stellenmarkt stabil geblieben.

Um den Europäischen Monitor für offene Stellen, das Bulletin für berufliche Mobilität (beide in englischer Sprache) und andere Publikationen zum Thema Beschäftigung zu abonnieren, wählen Sie auf der Abonnementseite die Option „Europäische Beschäftigungsstrategie“ aus.


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