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Umfrage ergibt: Schwarzarbeit ist ein weitverbreitetes Problem

24/03/2014 Umfrage ergibt: Schwarzarbeit ist ein weitverbreitetes Problem

Etwa jeder zehnte EU-Bürger (11 %) räumt ein, dass er im Vorjahr Waren oder Dienstleistungen erworben hat, bei denen Schwarzarbeit im Spiel war. 4 % geben zu, selbst Zahlungen für nicht angemeldete Arbeit erhalten zu haben. Außerdem wurden 3 % von ihrem Arbeitgeber teilweise bar bezahlt („Lohntüte“).

Dies sind einige der Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage, die zeigt, dass Schwarzarbeit in Europa immer noch weitverbreitet ist, wobei aber Umfang und Wahrnehmung dieses Problems von Land zu Land unterschiedlich sind.

Ergebnisse

Aus der Eurobarometer-Umfrage (auf Englisch), die in 28 Ländern durchgeführt wurde, geht Folgendes hervor:

  • 11 % der Befragten gaben zu, im Vorjahr Waren oder Dienstleistungen erworben zu haben, bei denen Schwarzarbeit im Spiel war, und 4% räumten ein, selbst unangemeldete Arbeitstätigkeiten ausgeübt zu haben.
  • 60 % gaben an, der niedrigere Preis sei der Hauptgrund für den unangemeldeten Erwerb von Waren oder Dienstleistungen; 22 % erklärten, sie wollten damit Freunden einen Gefallen tun.
  • 50 % nannten als Hauptgrund für Schwarzarbeit Vorteile für beide Seiten, 21 % sprachen von der Schwierigkeit, eine reguläre Arbeitsstelle zu finden, 16 % bezeichneten die Besteuerung als zu hoch und 15 % hatten kein anderes Einkommen. Die Schwierigkeit, eine reguläre Arbeitsstelle zu finden (41 %), oder das Fehlen anderer Einkommensquellen (26 %) war bei den Befragten in Südeuropa besonders ausgeprägt.
  • Die EU-Bürger geben jährlich im Mittel 200 EUR für unangemeldete Waren oder Dienstleistungen aus, wogegen Schwarzarbeiter jährlich im Mittel 300 EUR verdienen.
  • Die größte Nachfrage nach unangemeldeten Waren oder Dienstleistungen besteht bei Reparaturen und Renovierungen in Wohnimmobilien (29 %), Pkw-Reparaturen (22 %), der Wohnungsreinigung (15 %) und Lebensmitteln (12 %).
  • Am häufigsten verrichten EU-Bürger Schwarzarbeit bei Reparaturen und Renovierungen in Wohnimmobilien (19 %), bei der Gartenarbeit (14 %), bei der Wohnungsreinigung (13 %) und beim Babysitting (12 %).
  • In Lettland, den Niederlanden und Estland ist die Zahl der Befragten, die angeben, schwarz zu arbeiten, am höchsten (11 %). Allerdings bestehen in Bezug auf die Einstellungen zur Schwarzarbeit – etwa die Frage, was überhaupt als unangemeldete Arbeit anzusehen ist – sowie in Bezug auf Art und Umfang der betreffenden Leistungen erhebliche Unterschiede von Land zu Land.
  • 3 % der Befragten gaben an, einen Teil ihres Entgelts „bar auf die Hand“ zu erhalten, eine Praxis, die in kleineren Unternehmen häufiger vorkommt. Der Anteil des Jahreseinkommens, der in der Lohntüte ausgezahlt wird, ist in Südeuropa am höchsten (69 %), an zweiter Stelle folgen Ost- und Mitteleuropa (29 %), wohingegen in den kontinental- und den nordeuropäischen Ländern niedrigere Zahlen (17 % bzw. 7 %) zu verzeichnen sind.

Weitere Schritte

Im April 2014 wird die Kommission die Schaffung einer europäischen Plattform zur Verhinderung und Abschreckung von Schwarzarbeit vorschlagen, durch die die unterschiedlichen Durchsetzungsstellen der Mitgliedstaaten wie Arbeitsaufsichts-, Sozial-, Steuer- und Einwanderungsbehörden sowie andere Interessenträger miteinander vernetzt werden sollen.

Die Plattform soll die Zusammenarbeit auf EU-Ebene verbessern, damit die Verhinderung und Abschreckung von Schwarzarbeit effizienter und wirksamer wird.


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