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Wie Norwegen sich für bessere Lebensverhältnisse für Kinder und Jugendliche einsetzt

16/01/2013 Wie Norwegen sich für bessere Lebensverhältnisse für Kinder und Jugendliche einsetzt

Der Kampf gegen Kinderarmut steht auf der politischen Agenda Norwegens seit über zehn Jahren ganz weit oben.

Dies wurde durch eine in Oslo vom 13. bis zum 14. November 2012 im Rahmen des PROGRESS-Programms durchgeführte Peer Review verdeutlicht. Neben dem Gastgeberland Norwegen beteiligten sich  sechs Mitgliedstaaten (Belgien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Griechenland und Rumänien) sowie  zwei europäischen Interessenvertretungen (EAPN und Eurocities) an der Peer Review.

Norwegen zählt zwar zu den wohlhabendsten Ländern Europas, die Kinderarmutsquote nimmt jedoch zu und zwar insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund. Im Mittelpunkt der Peer Review stand das Grorud-Tal-Aktionsprogramm, ein einzigartiges Beispiel für die Zusammenarbeit der norwegischen Regierung mit der Stadt Oslo zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in einer besonders strukturschwachen Gegend mit hoher Arbeitslosigkeit und einem großen Anteil an Immigranten und Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Der Aktionsplan – der erste seiner Art in Norwegen – wurde im Jahre 2007 ins Leben gerufen und läuft bis 2016. Gemeinsam aus nationalen und kommunalen Mitteln finanziert, umfasst die Initiative vier unterschiedliche Programme, die sich jedoch gegenseitig unterstützen. Im Rahmen der Peer Review wurde das vierte Programm analysiert, bei dem der Schwerpunkt auf Kindern, Jugendlichen, Schulen, Lebensverhältnissen und Integration liegt.

Die zahlreichen Initiativen bieten Kindern unter anderem die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in der norwegischen Sprache zu erweitern und ihre allgemeine soziale Kompetenz auszubauen. Bei einem Besuch in einem örtlichen Kindergarten wurden die praktischen Methoden demonstriert: Dazu zählten etwa das Erzählen von Geschichten und besondere Aktivitäten zur Förderung der sprachlichen Fertigkeiten von Vier- bis Fünfjährigen unterschiedlicher Herkunft. Darüber hinaus wurde dem Zirkus Nysirkus Bjerke ein Besuch abgestattet, in dem die künstlerischen und gymnastischen Talente von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 20 Jahren entwickelt werden.

Insgesamt veranschaulicht der Grorud-Tal-Aktionsplan ganz klar die Vorteile der Verbindung eines universellen und eines gezielten Ansatzes und zeigt die Notwendigkeit einer effektiven Zusammenarbeit der Hauptakteure (Zentral- und lokale Regierung, verschiedene Verbände, NGOs und Bevölkerung vor Ort) auf. Ferner wurden weitere Erfolgsfaktoren für Programme ermittelt: Enthusiasmus der Beteiligten, Personalkontinuität, ein ausgeprägtes Gefühl von Eigenverantwortlichkeit und Engagement sowie kreative und praktische Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit möglichen Begünstigten, die sich nur schwer erreichen lassen.

Zudem wurde erörtert, wie sich die Initiativen fortsetzen lassen, wenn die ursprünglichen Finanzmittel erschöpft sind. Die TeilnehmerInnen betonten die Bedeutung der Eingliederung der Initiativen in die Gesetzgebung bzw. großflächiger angelegte Programme, der Erbringung des Nachweises erkennbarer Vorteile sowie der Vorbereitung bestehender Strukturen auf die Einführung von Innovationen.

Da Norwegen nicht in der Europäischen Union ist, beteiligt sich das Land auch nicht an der Strategie „Europa 2020“. Es verfolgt jedoch ähnliche Ziele und die im Rahmen des Aktionsplans implementierten Maßnahmen beziehen sich auf viele Ziele der Strategie. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Initiativen wertvolle Erkenntnisse für die Empfehlung in Bezug auf Kinderarmut, die die Europäische Kommission Anfang 2013 vorlegen möchte.

Nähere Informationen stehen hier zur Verfügung: Gebietspolitik in Städten: Konzepte für bessere Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen

 


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