Navigationsleiste

Die Europäische Krankenversicherungskarte

Schlagzeilen rss

Europäische Krankenversicherungskarte: Kommission besorgt über die Ablehnung der EKVK durch öffentliche Krankenhäuser in Spanien

30/05/2013 Europäische Krankenversicherungskarte: Kommission besorgt über die Ablehnung der EKVK durch öffentliche Krankenhäuser in Spanien

Die Europäische Kommission hat Spanien um Informationen bezüglich Beschwerden ersucht, denen zufolge Krankenhäuser in Spanien, die Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung erbringen, die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) nicht anerkennen.

Die Kommission ist besorgt darüber, dass Spanien womöglich seiner EU-rechtlichen Verpflichtung nicht nachkommt, Personen aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die sich vorübergehend in Spanien aufhalten, im medizinischen Notfall die gleiche Versorgung zukommen zu lassen, die auch spanische Staatsangehörige im öffentlichen Gesundheitssystem beanspruchen können.

Beschwerden

Mit ihrem Auskunftsersuchen reagiert die Kommission auf mehrere Beschwerden über Krankenhäuser vor allem in touristischen Regionen Spaniens, die Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung erbringen und die eine Behandlung von EU‑Bürgerinnen und -Bürgern auf der Grundlage der Europäischen Krankenversicherungskarte ablehnen. Stattdessen verlangen sie eine Reiseversicherung und Kreditkartenangaben.

Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung sind in Spanien in der Regel kostenlos, und die EKVK verleiht ihrem Inhaber Anspruch auf die gleiche Behandlung, die spanische Staatsangehörige erhalten. In mehreren Fällen erhielten EU-Bürgerinnen und -Bürger jedoch die falsche Auskunft, dass ihre EKVK nicht gültig sei, wenn sie eine Reiseversicherung abgeschlossen hätten. Andere Patienten dachten, sie seien auf der Grundlage ihrer EKVK behandelt worden, fanden jedoch später heraus, dass die Behandlung ihrer Reiseversicherung in Rechnung gestellt worden war.

Durch das Verhalten dieser Krankenhäuser wird den Inhabern der EKVK der Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung zu den gleichen Bedingungen wie spanischen Staatsangehörigen verweigert, und sie erhalten nur private Behandlungen. Die höheren Kosten einer solchen privaten Behandlung werden an die Versicherungsunternehmen weitergegeben oder immer häufiger den Patienten direkt in Rechnung gestellt. Die Reiseversicherungsbranche teilte der Europäischen Kommission mit, dass Reiseversicherungen in den meisten Fällen keine privaten Behandlungen abdecken.

Die Europäische Kommission steht seit 2010 zu diesem Thema in Kontakt mit den spanischen Behörden. Diese haben der Kommission gegenüber Maßnahmen zur Beseitigung des Problems angezeigt. Bei der Kommission gehen jedoch weiterhin Beschwerden über diese Praxis von Krankenhäusern ein, die in touristischen Gebieten Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung erbringen.

Nächste Etappen

Das Auskunftsersuchen der Kommission ergeht in Form eines Aufforderungsschreibens (erste Stufe des EU-Vertragsverletzungsverfahrens). Spanien muss binnen zwei Monaten antworten.

 


Weitere Nachrichten

    Weiterempfehlen

  • Twitter Facebook Auf Google+ teilen