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Europäischer Fonds für die Anpassung an die Globalisierung

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) hilft Arbeitnehmern, wenn sie infolge von Veränderungen des Welthandelsgefüges (z. B. Schließung eines großen Unternehmens oder Verlagerung einer Produktionsstätte außerhalb der EU) ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Für den Zeitraum 2014–2020 verfügt der EGF über ein Gesamtbudget von 150 Mio. Euro. Aus diesem Fonds können bis zu 60 % der Kosten von Projekten bestritten werden, die entlassenen Arbeitnehmern helfen können, einen neuen Job zu finden oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Allgemein gilt, dass der EGF nur dort zum Einsatz kommt, wo mehr als 500 Arbeitnehmer von einem einzigen Unternehmen (einschließlich Lieferanten und nachgelagerten Unternehmen) entlassen werden oder wenn in einer oder mehreren benachbarten Regionen zahlreiche Arbeitnehmer eines einzigen Industriezweigs ihre Arbeit verlieren.

Die konkreten Fälle werden von nationalen oder regionalen Behörden verwaltet. Jedes Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Auf welche Weise kann der EGF helfen?

Durch die Finanzierung von Maßnahmen wie:

  • Unterstützung bei der Arbeitssuche
  • Berufsberatung
  • bedarfsgerechte Ausbildung und Umschulung
  • Betreuung und Coaching
  • Förderung von Unternehmertum und Unternehmensgründungen

Überdies können einzelne Personen finanziell unterstützt werden, wenn sie eine Ausbildung machen, umziehen oder anderweitig mobil werden müssen, oder wenn ihre Einkünfte nicht für den Lebensunterhalt reichen.

Über den EGF werden keine Maßnahmen des Sozialschutzes wie Altersrenten oder Arbeitslosengeld finanziert.

Wer kann unterstützt werden?

Einzelne Arbeitnehmer, die ihre Arbeit verloren haben, können EGF-Unterstützung erhalten. Im Zeitraum 2014–2020 kann es sich dabei um Selbständige, Zeitarbeiter oder unbefristet Beschäftigte handeln.

Bis Ende 2017 können junge Menschen, die weder in Arbeit noch in Ausbildung sind, in Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit EGF-Unterstützung in gleicher Höhe wie die Arbeitnehmer in diesen Regionen erhalten.

Die EGF-Mittel dürfen jedoch nicht zur Deckung von Kosten für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit von Unternehmen, deren Modernisierung oder Umstrukturierung eingesetzt werden.

EGF-Verordnung für 2014–2020

Förderkriterien, förderwürdige Empfänger und Anträge, Maßnahmen usw. sind in der EGF-Verordnung festgelegt.

Wie unterscheidet sich der EGF von den EU-Strukturfonds?

Die EU-Strukturfonds – insbesondere der Europäische Sozialfonds (ESF) – haben einen strategischen, langfristigen Ansatz. Es geht vor allem darum, den Wandel zu antizipieren und zu bewältigen. Zu diesem Zweck werden Maßnahmen wie das lebenslange Lernen gefördert.

Der EGF hingegen bietet einmalige, zeitlich begrenzte und individuelle Unterstützung für Arbeitnehmer.

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