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Quartalsbericht über soziale Lage und Beschäftigungssituation in der EU - Dezember 2011

10/01/2012 Quartalsbericht über soziale Lage und Beschäftigungssituation in der EU - Dezember 2011

Dem neuen Quartalsbericht zufolge ist das moderate Beschäftigungswachstum im dritten Quartal 2011 mit -0,1% zum Stillstand gekommen.

Im Zuge dieses netativen Trends melden mehr Mitgliedstaaten einen langsameren Beschäftigungsaufbau oder gar ein Sinken der Beschäftigung. Zudem hat die Arbeitslosenquote in Europa mit einer Rate von 9,8% historische Höchststände erreicht. Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Jahren 2008/2009 hinterlässt immer noch deutliche Spuren beim Niveau der Langzeitarbeitslosigkeit: Mitte 2011 waren 43% aller Arbeitslosen mindestens ein Jahr ohne Job (gegenüber 40% Mitte 2010, ein Drittel Mitte 2009).

Arbeitslosigkeit betrifft weite Teile der Gesellschaft. Für junge Menschen, gering Qualifizierte und Einwanderer ist die Situation aber besonders prekär. Die jüngste Erholung des Arbeitsmarktes für junge Menschen war nicht von langer Dauer: Deren Arbeitslosigkeit begann im Mai 2011 wieder überdurchschnittlich schnell zu steigen, die Quote lag hier im November bei 22,3% -  gegenüber 15% im Frühjahr 2008. Darüber hinaus stieg der Anteil derjenigen jungen Menschen, die weder in Beschäftigung sind, noch sich in Bildung oder Ausbildung befinden (NEET), von weniger als 11% auf über 13%. Diese Gruppe stellt die Beschäftigungspolitik der Mitgliedstaaten vor besondere Herausforderungen.

Aktuelle Daten aus 2010 zeigen auch, dass Armut in vielen Mitgliedstaaten zu einem größeren Problem wird, vor allem in den Baltischen Staaten, in Spanien und in Irland. Es zeigt sich, dass die Krise jene Gruppen, die ohnehin den größten Risiken ausgesetzt sind,  offensichtlich am Stärksten trifft: junge Erwachsene, Familien mit Kindern und ganz besonders allein Erziehende. Die Auswirkungen fiskalischer Sparmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang in den Mitgliestaaten sehr unterschiedlich. Eine aktuelle Studie, die sich mit den verteilungspolitischen Effekten der Sparmaßnahmen in sechs EU-Ländern beschäftigt, zeigt deutlich, dass bei deren Ausgestaltung sehr genau darauf geachtet werden sollte, dass sich die damit verbundenen Lasten nicht letztlich auf die am meisten gefährdeten Gruppen der Gesellschaft konzentrieren.

Die Arbeitsmarksituation von Menschen aus Drittländern bleibt in den meisten Mitgliedstaaten schwierig, wobei der wirtschaftliche Abschwung die Lücke zur einheimischen Bevölkerung noch vergrößter hat. Auch die Lage gering Qualifizierter bleibt schwierig, sie leiden am meisten und am Nachhaltigsten unter der Krise. Die allgemein schwache Beschäftigungsentwicklung im zweiten Quartal 2011 betrifft permanente wie auch temporäre Beschäftigung. Für junge Menschen stellt sich die Situation besonders ungünstig dar, da sich immer weniger Junge in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis befinden oder einen Vollzeit-Job innehaben. Im Verlauf des zweiten Quartals haben sich die Zugänge in die Beschäftigung verlangsamt, während die Abgänge aus Beschäftigung wieder anstiegen, so dass das Beschäftigungsniveau sank und die Arbeitslosigkeit anstieg - ein Trend, der in den meisten Mitgliedstaaten zu beobachten war.

Zusätzlich präsentiert der Bericht neu berechnete Indikatoren zur Ergänzung der Arbeitslosenquote, die jüngsten demografischen Entwicklungen sowie Datenmaterial über Einwanderung. Die Analyse der sozialen Trends konzentriert sich auf die sozialen Auswirkungen der Krise und der Sparmaßnahmen sowie auf die finanzielle Situation der Haushalte. Schließlich wird die Lage im Energiesektor in neun ausgewählten Mitgliedstaaten genauer beleuchtet.


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