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Armut und soziale Ausgrenzung

Worum geht es?

In der EU sind mehr als 120 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich daher verpflichtet, bis 2020 mindestens 20 Millionen Menschen aus Armut und sozialer Ausgrenzung zu holen. Auch die Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit diesem Problem.

Herausforderungen

Derzeit sind die EU-Länder noch weit davon entfernt, das 2020-Ziel zu erreichen. Durch die Wirtschaftskrise hat sich die Lage verschlechtert. Es ist fraglich, ob die Systeme der sozialen Sicherheit langfristig tragbar sind.

Millionen Europäerinnen und Europäer stehen immer noch außen vor – sie nehmen weder am Arbeits- noch am Gesellschaftsleben teil. Ihre Zahl steigt, wie aus den Statistiken von 2011 hervorgeht:

  • 24 % der EU-Bevölkerung (über 120 Millionen Menschen) sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, darunter 27 % der Kinder, 20,5 % der über 65-Jährigen und 9 % der Erwerbstätigen.
  • Beinahe 9 % der Europäerinnen und Europäer leiden unter materieller Armut – sie können sich keine Waschmaschine, kein Auto und kein Telefon leisten und haben auch kein Geld für Heizung oder unvorhergesehene Ausgaben.
  • 17 % der Europäerinnen und Europäer leben von weniger als 60 % des in ihrem Land üblichen durchschnittlichen Haushaltseinkommens.
  • 10 % leben in Haushalten, in denen niemand eine Arbeit hat.
  • Die Sozialsysteme in den verschiedenen EU-Ländern sind nicht alle gleich leistungsfähig. In den Ländern mit den effizientesten Systemen konnte das Armutsrisiko um 35 % reduziert werden, in den Ländern mit den am wenigsten effizienten Systemen um weniger als 15 % (EU-Durchschnitt: 35 %).
  • 12 Millionen mehr Frauen als Männer leben in Armut.
  • Minderheitengruppen wie Roma sind besonders benachteiligt: zwei Drittel sind arbeitslos, nur die Hälfte der Kinder gehen in den Kindergarten und nur 15 % schließen die weiterführende Schule ab.

Politische Lösungsansätze

Die breit angelegte Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung deckt mehrere Politikbereiche ab und soll dabei helfen, das 2020-Ziel zu erreichen.

Die Regierungen der EU-Länder, die EU-Institutionen und die wichtigsten Akteure können sich auf dieser Plattform gemeinsam gegen Armut und soziale Ausgrenzung engagieren und dabei auf die politischen Ziele des Sozialinvestitionspakets konzentrieren.

Beteiligung der Interessenträger

Über die Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung organisiert die Kommission regelmäßig Dialoge mit NRO, den Sozialpartnern, Unternehmen und Akteuren der Sozialwirtschaft, Hochschulen, Stiftungen, Denkfabriken und internationalen Organisationen, um sicherzustellen, dass sie sich an der Entwicklung und Umsetzung politischer Initiativen zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung beteiligen. Diese rufen wiederum nationale Akteure sowie regionale und lokale Behörden zur Mitarbeit auf.

Der Jahreskonvent der Europäischen Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung bietet politischen Entscheidungsträgern, Interessenträgern und Menschen, die bereits in Armut gelebt haben, Gelegenheit zum Dialog. Ziele des Konvents:

  • Bestandsaufnahme der Fortschritte im Hinblick auf das Erreichen des Europa-2020-Ziels
  • Überprüfung der durchgeführten und laufenden Maßnahmen
  • Unterbreitung von Empfehlungen für künftige Maßnahmen.

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