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Herausforderungen der Zukunft - Neue Arten von Arbeitsverhältnissen

Neue Arten von Arbeitsverhältnissen

Nachdem sich an den Arbeitsplätzen in der EU neue Arbeitsformen und neue Technologien durchsetzen, verändern sich auch die Arbeitsverhältnisse. So hat beispielsweise das Internet dafür gesorgt, dass Telearbeit für mehr Menschen eine brauchbare Lösung darstellt. Dies wiederum hat zu neuen Arten von teilselbstständigen Beschäftigungen geführt. Ein weiterer Faktor ist die veränderte Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung. Manche Frauen wollen beispielsweise nicht unbedingt einen Standardarbeitsvertrag für eine Vollzeitstelle, der in der Vergangenheit die Norm darstellte. Die Entwicklung hin zu mehr wissensverarbeitenden Arbeitsplätzen wird sich tendenziell auch auf die Arbeitsverhältnisse auswirken.

Diese Veränderungen können sich positiv auswirken. Sie können den Arbeitgebern und den Arbeitgebern gleichzeitig größere Flexibilität bieten. Sie können auch dafür sorgen, dass mehr Menschen auf dem Arbeitsmarkt präsent sind und den Wettbewerb fördern – für die EU genießen diese beiden Ziele Priorität.

Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass bei den neuen Arbeitsverhältnissen das europäische Modell eines starken wirtschaftlichen und sozialen Schutzes für den Arbeitnehmer nicht auf der Strecke bleibt. Gleichzeitig müssen wir diese Gelegenheit nutzen, um die Vereinbarkeit von bezahlter Arbeit und Familienleben zu verbessern, und einer immer besser ausgebildeten Erwerbsbevölkerung müssen mehr Wahlmöglichkeiten geboten werden.

Wirtschaftlich abhängige Arbeitnehmer

„Wirtschaftlich abhängige Arbeitnehmer“ sind in einer Situation, die zwischen der eines abhängig Beschäftigten und eines Selbstständigen liegt. Wirtschaftlich abhängige Arbeitnehmer haben keinen Arbeitsvertrag und unterstehen eventuell nicht dem Arbeitsrecht. Obwohl sie formal „selbstständig“ sind, hängt ihr Einkommen von einem einzigen Auftraggeber bzw. Kunden/Arbeitgeber ab. Diese Situation muss klar von der Scheinselbstständigkeit unterschieden werden. Einige Mitgliedstaaten haben bereits gesetzliche Maßnahmen eingeführt, um den rechtlichen Status wirtschaftlich abhängiger und somit gefährdeter selbstständiger Arbeitnehmer zu schützen.

Wirtschaftlich abhängige Arbeitnehmer findet man hauptsächlich in Bereichen, in denen bestimmte Arbeiten ausgelagert werden, wie z. B.

  • Gaststättengewerbe und Reinigungsgewerbe
  • freiberuflichen Tätigkeiten, wie z. B. journalistischen Tätigkeiten für Zeitungen und Zeitschriften, Telemarketing, Werbung und Verkauf
  • Tätigkeiten, die im Rahmen von Outsourcing-Aktivitäten durchgeführt werden, wie z. B. Heimarbeit in der Bekleidungsindustrie
  • traditionellen arbeitsintensiven Branchen, wie Baugewerbe, Straßengüterverkehr und Verkehrswesen
  • neuen Berufsbildern, z. B. in der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Dreieck Leiharbeiter – Verleiher – Entleiher

In manchen Mitgliedstaaten hat die Zunahme der Leiharbeit zu Änderungen im Arbeitsrecht geführt. Das Ziel ist, die Verantwortung des Unternehmens, das die Arbeit anbietet und des Unternehmens, das Nutznießer der Tätigkeit ist, für den Schutz der Arbeitnehmerrechte festzulegen. Ein "Dreiecksverhältnis" zwischen einem Unternehmen, das in den Genuss der Arbeitsleistung kommt, einem Arbeitnehmer und einer Leiharbeitsfirma entsteht in der Regel dadurch, dass ein Leiharbeitnehmer von der Agentur ausgeliehen wird, um Arbeitsaufträge bei dem Kunden gemäß einem Werkvertrag durchzuführen. Die daraus entstehende Situation mit „zwei Arbeitgebern“ erhöht die Komplexität des Arbeitsverhältnisses. Ähnliche Probleme können entstehen, wenn Arbeitskräfte Teil einer umfangreichen Subunternehmerkette sind.

Es gibt eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten für einen formellen Vertrag über die Bereitstellung von Tätigkeiten. Dabei kann jedoch eine technische Schwierigkeit entstehen, wenn die betroffenen Arbeitnehmer mit zwei (oder mehr) Verhandlungspartnern in Kontakt stehen, von denen jeder bestimmte Funktionen eines herkömmlichen Arbeitgebers erfüllt. Unter solchen Umständen ist es wichtig, dass die Arbeitnehmer wissen, wer der Arbeitgeber ist, welche Rechte sie haben und wer für sie verantwortlich ist. Ebenso wichtig ist es, die Position des Kunden in Bezug auf die Mitarbeiter des Unternehmens zu klären, das Arbeitskräfte ausleiht.


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