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Sektoraler sozialer Dialog - Gerberei und Leder

Sozialpartner

Arbeitnehmervertreter Arbeitgebervertreter
Europäischer Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung und Leder Vereinigung der nationalen Gerberverbände der Europäischen Gemeinschaft

Der Ausschuss für den sektoralen sozialen Dialog wurde 2001 eingerichtet. Ihm ging eine informelle Arbeitsgruppe voraus.

Aktivitäten und Sitzungen

Im Bibliothek finden Sie Arbeitsprogramme, Tagesordnungen, Sitzungsprotokolle und sonstige Dokumente des Ausschusses für den sektoralen Dialog.

Überblick

Der Industriezweig gehört zu den am stärksten globalisierten Branchen der Welt, und die europäischen Gerber sind stark von den Rohstoff- und Exportmärkten abhängig. Die Gerbereien in der Europäischen Union sind im Regelfall Familienbetriebe von mittlerer oder kleiner Größe. Es ist eine bedeutende regionale Konzentration zu verzeichnen. Der Sektor hat häufig für die lokale Wirtschaft eine wesentliche Bedeutung für Beschäftigung und Wohlstand. Die Gerber in der EU stellen ihre Produktion derzeit auf höhere Qualität und einen hohen Anteil von modischen Lederwaren um. Die Modernisierung des Sektors betrifft auch alle Investitionen der EU-Gerbereiindustrie in Umweltschutz, Abfallvermeidung, Recycling, Wiedergewinnung von Sekundärrohstoffen usw.

Die Branche stand für 0,18 % der Gesamtproduktion und 0,16 % der Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie der Europäischen Union insgesamt. Gemessen an Indikatoren wie "Umsatz", "Produktion" und "Beschäftigung" ist Italien mit Abstand das wichtigste Land des Sektors in der EU, gefolgt von Spanien.
Auch bei einem Rückgang des Anteils der EU an den Weltmärkten angesichts der Entwicklung der Lederindustrie in anderen Regionen, wie zum Beispiel Asien und Amerika, ist die EU-Gerbereiindustrie nach wie vor der weltweit größte Lederhersteller auf dem internationalen Markt. Schuhwerk bleibt mit einem Anteil von 50 % allgemein das wichtigste Absatzgebiet für die Produktion der Gerbereien in der EU, gefolgt von der Bekleidungsindustrie (20 %), Polstermöbeln (17 %) und dem Lederwarensektor (13 %).
Die Sozialpartner haben Untersuchungen über die Auswirkungen von BSE, die Modernisierung der Arbeit sowie die berufliche Bildung eingeleitet. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen sie zudem die Umsetzung des Plans der Europäischen Kommission zu Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in diesem Sektor sowie die internationalen Handelsverhandlungen und ihr Follow-up, die Auswirkungen der Erweiterung und die Entwicklung der sozialen Grundrechte.

Aktivitäten

Die Sozialpartner verabschiedeten 1999 eine gemeinsame Erklärung zum Ausbildungsbedarf im Zusammenhang mit der Modernisierung der Arbeitsorganisation, zur Verbesserung des Branchenimages und zur Einrichtung einer Beobachtungsstelle für den industriellen Wandel. Im Jahr 2000 stellten sie einen Verhaltenskodex in Bezug auf die grundlegenden Arbeitnehmerrechte auf. Für die Gipfeltreffen von Lissabon (2001), Barcelona (2002) und Brüssel (2004) erarbeiteten sie einen gemeinsamen Beitrag über die Herausforderungen für die Branche. Sie führten einen Workshop zum Thema Ausbildung durch, der 2002 im italienischen Turin stattfand, sowie ein Seminar über die Modernisierung der Arbeitsorganisation (2002 in Spanien). Im Hinblick auf die Erweiterung veranstalteten sie zwei Wirtschafts- und Sozialforen mit den damaligen Kandidatenländern (2001 in Ungarn und 2002 in Rumänien) und sie beabsichtigen, ein drittes derartiges Forum im Sommer 2004 in Polen zu organisieren. Die Sozialpartner haben ein gemeinsames Projekt durchgeführt, um das Zusammenspiel zwischen dem europäischen sozialen Dialog und dem sozialen Dialog auf nationaler Ebene zu verbessern. Dies führte dazu, dass Arbeitsgruppen zu den Themen Ausbildung, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Wettbewerbsfähigkeit im erweiterten Europa eingerichtet wurden. Schließlich haben die Sozialpartner 2003/2004 mit SAI (Social Accountability International) ein gemeinsames Projekt durchgeführt, das eine Unterrichtung über die grundlegenden Arbeitnehmerrechte zur Unterstützung bei der Umsetzung ihres Verhaltenskodex zum Gegenstand hatte.

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