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04/05/2009

Grüne Arbeitsplätze für eine umweltfreundlichere Wirtschaft

Grüne Arbeitsplätze für eine umweltfreundlichere Wirtschaft

Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten haben sich zum Schutz der Umwelt und zur Entwicklung einer nachhaltigen, kohlenstoffarmen Wirtschaft mit mehr „grünen“ Arbeitsplätzen verpflichtet.

Laut einer neueren Studie mit dem Titel „Environment and Labour Force Skills“ hängen ca. 21 Millionen Arbeitsplätze in Europa in irgendeiner Form mit der Umwelt zusammen. Aber wenn Europa zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen neue, saubere Technologien entwickelt, könnten noch viel mehr Menschen einen grünen Arbeitsplatz finden. 

Es werden Ingenieure und Mechaniker benötigt, die an der Entwicklung von schadstoffarmen Fahrzeugen und Kraftstoffen arbeiten, sowie Bauhandwerker und Architekten, die sich mit neuen energiesparenden Produkten und Bauvorschriften auskennen. 

Außerdem werden große und kleine Unternehmen vom wachsenden Markt für umweltfreundlichere Produkte (zum Beispiel Energiesparlampen oder bessere Recyclingverfahren) profitieren wollen. 

Die EU hat sich zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 20 % und zur Steigerung des Marktanteils der erneuerbaren Energien um 20 % bis 2020 verpflichtet. Um diese Ziele zu erreichen, hilft sie im Rahmen ihrer Strategie zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung einer Reihe von Wirtschaftssektoren bei der Umstellung auf „grün“. 

Maßnahmen gegen die Rezession

Auch in diesen schwierigen Zeiten ist die EU entschlossen, das Wachstum der grünen Wirtschaft zu fördern. Ihr Europäisches Konjunkturprogramm bietet einen Rahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums und zur Schaffung von Arbeitsplätzen, unter gleichzeitiger Behandlung von Themen wie Energiesicherheit und ökologische Nachhaltigkeit. 

Das Konjunkturprogramm enthält unter anderem Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung sauberer Technologien für Autos und den Baubereich.


Investition in die Zukunft 

 

Energiedorf sorgt für grünere Zukunft

Als die Zeche in Ollerton (Nottinghamshire, Vereinigtes Königreich) 1994 schloss, verloren 600 Bergleute ihre Arbeit. Als die Bergleute das Sherwood Energy Village, ein kohlenstoffneutrales Gebiet, gründeten, das weit mehr als ein gewöhnliches Industriegebiet ist, wurde die nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt der Erneuerung der Region gestellt.

Das 36 Hektar große Gebiet wurde mit Mitteln aus dem EU-Regionalfonds in ein Mischgebiet mit Gewerbeeinheiten, Büro- und Wohnraum sowie Erholungs- und Bildungseinrichtungen umgewandelt.

Büros und Wohneinheiten sind nach strengen Umweltstandards gebaut, und Sherwood arbeitet sehr stark an der Förderung von Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Biodiversität. Durch das Dorf ist die Wirtschaft der Region aufgrund der Ansiedlung von Branchen wie Tourismus, Finanzdienstleistungen und Gesundheitsforschung wesentlich diversifizierter geworden. Der Standort bietet derzeit Beschäftigung für etwa 1 200 Menschen.

 

Die Kommission hat dieses Jahr bereits angekündigt, dass die EU im Rahmen ihrer Kohäsionspolitik 105 Milliarden EUR in eine umweltfreundliche Wirtschaft investieren wird. Dies soll dazu beitragen, dass Europa führend in grünen Technologien wird, und die Verpflichtung der EU zur Bekämpfung des Klimawandels untermauern. 

Außerdem wurden Mittel zur Förderung der Öko-Innovation und zur Schaffung „grüner“ Arbeitsplätze bereitgestellt. Die Kohäsionsfonds werden 3 Milliarden EUR zur Verfügung stellen, um kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Produktionsprozesse zu helfen. 

Aber Viele werden umgeschult werden müssen, wenn die EU die grüne Dividende bestmöglich nutzen will. Es sind bereits Maßnahmen im Gange, um diese Herausforderungen zu bewältigen und Arbeitnehmern und Betrieben die Qualifikationen zuteil werden zu lassen, die sie benötigen. 

In Nordportugal erhielt die Schulverwalterin Maria Balbina Hilfe zur Umwandlung von Grundbesitz, den sie von ihren Eltern geerbt hatte. Maria Balbina nahm an mehreren Lehrgängen teil, die teilweise im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wurden und bei denen sie moderne forstwirtschaftliche Verfahren kennenlernte. Durch die Schulungsmaßnahmen konnte sie sich die erforderlichen Qualifikationen und das nötige Selbstvertrauen verschaffen, um ihren Grundbesitz neu zu bepflanzen und so sein Potenzial optimal zu nutzen. 

Im Norden Lettlands konnte einem arbeitslosen Mechaniker mit ESF-Mitteln die Umschulung zum Imker ermöglicht werden. Normunds Zeps stellt heute über eine Tonne Honig im Jahr her und möchte sein Geschäft erweitern. 

Sandra Barnes-Keywood betreibt eine Pension in der Nähe von Chichester an der englischen Südküste. Sie hat eine vom ESF unterstützte Fortbildung durchgeführt, bei der sie erkannt hat, dass eine grüne Tourismus-Philosophie zum Ausbau des Geschäfts genutzt werden kann. Inzwischen hat sie eine eigene Firma für grüne Fortbildung gegründet und bildet Klienten in Öko-Tourismus aus.

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