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Jugendgarantie

Sinn und Zweck der Jugendgarantie

Die Jugendgarantie ist die Zusage aller EU-Mitgliedstaaten zu gewährleisten, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nachdem sie arbeitslos geworden sind oder ihre Ausbildung abgeschlossen haben,

  • ein qualitativ hochwertiges Beschäftigungsangebot,
  • Fortbildung,
  • einen Ausbildungsplatz oder
  • ein Praktikum

erhalten.

Die EU-Länder haben sich dem Konzept der Jugendgarantie im April 2013 verschrieben.

EU-Jugendgarantie – Infoblatt Fragen und Antworten (Stand: Februar 2015)

Infoblatt – Mitteilung über die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen: Fragen und Antworten (Stand: Oktober 2016)

Bisherige Ergebnisse

Die Jugendgarantie ist unionsweit Realität geworden. Sie hat dazu beigetragen, das Leben von Millionen junger Europäer zu verbessern.

  • Seit Januar 2014 haben 14 Millionen Jugendliche von den Jugendgarantie-Programmen profitiert.
  • Rund 9 Millionen junge Menschen haben ein Angebot im Rahmen der Jugendgarantie angenommen, meist Stellenangebote.
  • Nahezu zwei Drittel der jungen Menschen, die 2015 die Jugendgarantie in Anspruch genommen hatten, nahmen anschließend ein Beschäftigungs-, Bildungs-, Lehrstellen- oder Praktikumsangebot an.
  • Im Rahmen der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen erhielten über 1,4 Millionen junge Menschen in der ganzen EU direkte Unterstützung.

Videos: Jugendgarantie / Beschäftigungsinitiative für junge Menschen – Erfahrungsberichte und Projekte

Seit der Einführung der Jugendgarantie vor drei Jahren haben sich die Möglichkeiten für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessert:

  • Nahezu 1,5 Millionen weniger junge Menschen in der EU sind arbeitslos und 900 000 weniger Jugendliche sind weder in Arbeit noch in Ausbildung.
  • Die Jugendarbeitslosigkeit ist von einem Höchststand von 24,4 % im ersten Quartal 2013 auf 18,9 % im zweiten Quartal 2016 zurückgegangen.
  • Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die sich weder in Ausbildung noch Beschäftigung befinden, ist von 13,2 % im Jahr 2012 auf 12,0 % im Jahr 2015 zurückgegangen.

Auch wenn solche Trends vor dem Hintergrund zyklischer Faktoren betrachtet werden müssen, ist festzuhalten, dass die Jugendgarantie die Verbesserung der Situation beschleunigt, indem sie die Möglichkeiten für junge Menschen verbessert.

Mitteilung: Die Jugendgarantie und die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen drei Jahre nach ihrer Einführung

EU-Infoblatt zur Jugendgarantie und zur Beschäftigungsinitiative für junge Menschen drei Jahre nach ihrer Einführung

Länderspezifische Infos zur Jugendgarantie und zur Beschäftigungsinitiative für junge Menschen drei Jahre nach ihrer Einführung

Erfolgsgeschichten

Die Jugendgarantie hat in allen EU-Ländern Strukturreformen und Innovation bei der Politikgestaltung erleichtert. Im Zeitraum 2013-2015 haben die Mitgliedstaaten insgesamt 132 Arbeitsmarktförderungsmaßnahmen für junge Menschen mit Schwerpunkt Jugendbeschäftigungspolitik angenommen. Je nach dem Ausmaß, in dem die Jugendgarantie eine Antriebsfeder für Reformen war, lassen sich die Mitgliedstaaten in drei Gruppen einteilen.

Image showing which country belongs to which group. Zur ersten Gruppe – Länder mit beschleunigten Reformen – gehören: Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Slowenien und Ungarn. The countries belonging to the group

Im Rahmen der nationalen Jugendgarantie-Programme wurden bedeutende Reformen und innovative Maßnahmen auf den Weg gebracht.

  • In Bulgarien wurde beispielsweise 2015 ein Netz von Jugend-Mediatoren aufgebaut, um weder in Arbeit noch in Ausbildung stehende nicht registrierte Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld anzusprechen und zu mobilisieren. Die Jugend-Mediatoren fungieren als Vermittler gegenüber öffentlichen Einrichtungen, die Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und sonstige Dienste anbieten.
  • In Spanien wurde das Lehrlingsausbildungssystem von Grund auf erneuert, wodurch die Zahl der Auszubildenden in nur drei Jahren (von 2013 bis 2016) von 4 000 auf 15 000 angestiegen ist. Während desselben Zeitraums ist die Zahl der an Lehrlingsausbildungen teilnehmenden Unternehmen von lediglich 500 auf 5 660 gestiegen.
  • Finnland richtete 2015 zentrale Beratungsstellen für Jugendliche mit dem Ziel ein, die Dienste für Jugendliche auszubauen und zu vereinfachen und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. Bisher gibt es solche Stellen in 35 Gemeinden. Sie bieten Jugendlichen unter 30 Jahren niedrigschwellige Unterstützung, u. a. persönliche Beratung und Orientierung, Unterstützung bei Lebensgestaltung, Laufbahnplanung, sozialen Kompetenzen, Bildung und Beschäftigung.

Einen Überblick über weitere nationale Reformen und Maßnahmen finden Sie in der Arbeitsunterlage der Kommission über die Umsetzung der Jugendgarantie und der Beschäftigungsinitiative für junge Menschen.

Aufbau der Jugendgarantie-Programme

Aufbau und Umsetzung der Jugendgarantie-Programme erfordern starke Partnerschaften zwischen allen Beteiligten, d. h. zwischen öffentlichen Behörden, Arbeitsvermittlungsstellen, Berufsberatungseinrichtungen, Aus- und Fortbildungseinrichtungen, Jugendförderungsstellen, Unternehmen, Arbeitgebern, Gewerkschaften usw.

Frühes Einschreiten und rasches Handeln zur Unterstützung der Mobilisierung von Jugendlichen sind unabdingbar, und in vielen Fällen sind Strukturreformen erforderlich, etwa die Verbesserung der Berufsbildungssysteme und die Stärkung der Fähigkeit der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, die Jugendgarantie umzusetzen.

Die EU hat die Mitgliedstaaten bei der Einrichtung ihrer nationalen Jugendgarantie-Programme finanziell, politisch und durch wechselseitige Lernaktivitäten substantiell unterstützt. Insbesondere hat die Europäische Kommission jedem EU-Mitgliedstaat beim Aufbau und der Umsetzung seines eigenen nationalen Plans zur Umsetzung der Jugendgarantie zur Seite gestanden. Sie erleichtert auch den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Verwaltungen, insbesondere im Rahmen des Programms „Voneinander lernen“ der Europäischen Beschäftigungsstrategie.

Kostenvorteile der Jugendgarantie

Neueren Untersuchungen zufolge sind die Vorteile der Einrichtung eines nationalen Jugendgarantie-Programms viel höher als die Kosten. Die geschätzten Gesamtkosten der Einrichtung von Jugendgarantie-Programmen im Euroraum belaufen sich auf 21 Milliarden Euro pro Jahr (0,22 % des BIP). (Quelle: Bericht der IAO zur Beschäftigungskrise im Euroraum).

Passives Abwarten käme uns allerdings noch viel teurer zu stehen. Junge Menschen, die sich nicht in Beschäftigung, schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden, verursachen Schätzungen zufolge jährliche Kosten in Höhe von 153 Milliarden Euro (1,21 % des BIP) an Arbeitslosenleistungen, Verdienst- und Steuerausfällen (Quelle: Eurofound-Bericht zur Jugendarbeitslosigkeit).

Nicht alle Maßnahmen zur Umsetzung der Jugendgarantie verursachen hohe Kosten. Beispielsweise ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Hauptbeteiligten auch ohne großen finanziellen Aufwand wirksam.

Finanzierung

Damit die Jugendgarantie umgesetzt werden kann, muss Jugendbeschäftigung in den Staatshaushalten stärker berücksichtigt werden. Nur so können höhere Kosten in der Zukunft vermieden werden. Die EU wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds und der mit 6 Milliarden Euro ausgestatteten Beschäftigungsinitiative für junge Menschen Mittel zu den Budgets der EU-Länder zuschießen.