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Jugendgarantie

Worum geht es?

Die Jugendgarantie ist ein neues Konzept zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Ihr Ziel ist, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren – ob beim Arbeitsamt gemeldet oder nicht – innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten.

Dieses Angebot – eine Arbeitsstelle, ein Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder eine Fortbildung – sollte auf die persönliche Situation und die Bedürfnisse der Person abgestimmt sein.

Die EU-Länder befürworteten das Konzept im April 2013 (Empfehlung des Rates).

Wie wird die Jugendgarantie umgesetzt?

Die konkrete Umsetzung erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: Behörden, Arbeitsämter, Berufsberatungsstellen, Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Jugendfördereinrichtungen, Unternehmen, Arbeitgeber, Gewerkschaften usw.

Besonders wichtig ist frühzeitiges Eingreifen. In vielen Fällen sind Reformen – beispielsweise der Bildungs- und Ausbildungsstrukturen – notwendig.

Die EU-Länder entwickeln derzeit nationale Aktionspläne zur Umsetzung der Jugendgarantie. Die Europäische Kommission hilft beim Erstellen dieser Pläne und arbeitet auf eine möglichst rasche Verwirklichung der Jugendgarantie hin.

Sie erleichtert auch den Austausch bewährter Verfahren zwischen den EU-Ländern, insbesondere im Rahmen des Programms „Voneinander lernen“ der Europäischen Beschäftigungsstrategie.

Erfolgskonzepte

Finnland hat bereits umfassende Strukturen zur Umsetzung der Jugendgarantie geschaffen. Laut einer Eurofound-Studie aus dem Jahr 2011 erhielten 83,5 % der jungen Arbeitssuchenden binnen drei Monaten nach ihrer Arbeitslosenmeldung ein erfolgversprechendes Angebot. Das finnische System reagiert sehr schnell auf die jeweilige Situation der jungen Leute und bietet ihnen individuell angepasste Lösungen an, wodurch die Arbeitslosigkeit letztendlich sinkt.

Einen Überblick über vergleichbare Initiativen anderer Länder finden Sie im Arbeitspapier der Kommission (in 22 EU-Amtssprachen).

Kostenvorteile der Jugendgarantie

Konkrete Zahlen werden erst vorliegen, wenn alle EU-Länder festgelegt haben, wie sie die Strategie umsetzen möchten. Aus den jüngsten Studien geht allerdings hervor, dass der Nutzen die Kosten deutlich überwiegt.

Die Kosten zur Einrichtung entsprechender Systeme im Euroraum werden auf 21 Milliarden Euro pro Jahr (0,22 % des BIP) geschätzt. (Quelle: Bericht der IAO zur Beschäftigungskrise im Euroraum)

Passives Abwarten käme uns allerdings noch viel teurer zu stehen. Junge Menschen, die sich nicht in Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung befinden, verursachen Schätzungen zufolge jährliche Kosten in Höhe von 153 Milliarden Euro (1,21 % des BIP) an Arbeitslosenleistungen, Verdienst- und Steuerausfällen. (Quelle: Eurofound-Bericht zur Arbeitslosigkeit)

Nicht alle Maßnahmen zur Umsetzung der Jugendgarantie verursachen hohe Kosten. Beispielsweise ist die Zusammenarbeit zwischen den Hauptbeteiligten auch ohne großen finanziellen Aufwand effizient.

Finanzierung

Damit die Jugendgarantie umgesetzt werden kann, muss Jugendbeschäftigung in den Staatshaushalten stärker berücksichtigt werden. Nur so können höhere Kosten in der Zukunft vermieden werden.

Die EU wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds und der mit 6 Milliarden Euro ausgestatteten Beschäftigungsinitiative für junge Menschen Mittel zu den Budgets der EU-Länder zuschießen.

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