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Mit
seinen goldenen Stränden, seinem blauen Wasser und seinen Wassersportmöglichkeiten
ist das Mittelmeer eines der attraktivsten Meere der Welt. Überdies
sind seine Gewässer für die Wirtschaften von 20 europäischen
Ländern von entscheidender Bedeutung, insbesondere für die Tourismusbranche,
aber auch für eine Reihe anderer Industrien. Seit 1988 verstärkt
Europa seine Bemühungen, um die Komplexität dieses Meeres zu verstehen.
Das Programm EROS 2000 im westlichen Mittelmeer, das von 1988 bis 1995 durchgeführt
wurde, lieferte eine Fülle wichtiger Informationen über Wasserzirkulationsmechanismen
und Verschmutzungsgrade im Mittelmeer. Das Projekt ,Mediterranean Targeted
Project" (MTP), das gegenwärtig größte, multidisziplinäre
Forschungsprojekt, das sowohl das westliche als auch das östliche Mittelmeer
abdeckt, wurde 1993 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen.
MTP ist ein bedeutender, europäischer Versuch, das Mittelmeer besser
zu verstehen und die menschlichen Aktivitäten festzustellen, die diesem
empfindlichen System möglicherweise ernsthaften Schaden zufügen.
Während
der Pilotphase von MTP (1993-1996) wurde ein Team von Wissenschaftlern
unterschiedlicher Disziplinen aus verschiedenen Ländern gebildet.
Diese aktive Kooperation zahlte sich aus; nach gerademal dreijähriger
Forschungsarbeit wurden bereits bedeutende, wissenschaftliche Fortschritte
erzielt. Die zweite Phase begann 1996 und läuft bis 1999. MTP II
baut auf der soliden Grundlage von von MTP I auf und verstärkt die
Zusammenarbeit sogar noch, indem es 54 Forschungsgruppen aus 13 EU-Ländern
und 3 Nicht-EU-Ländern (Schweiz, Marokko, Tunesien) zusammenbringt.
Geringfügige Veränderungen, große Auswirkungen
MTP hat herausgefunden, daß die Temperatur von Tiefenwassern im
westlichen Teil des Mittelmeers während der letzten 40 Jahre um 0,13
ºC gestiegen ist. Dies mag nicht viel erscheinen, aber in geophysikalischen
Begriffen ist es ein stattlicher Anstieg in sehr kurzer Zeit. Europaweit
sind Wissenschaftler der Ansicht, daß dies ein weiteres Zeichen
für die globale Veränderung unserer Umwelt ist, die infolge
unserer urbanen und industriellen Tätigkeiten eingetreten ist.

Culerpa taxifol, die ,Killer-Alge", hat
das Ökosystem des Mittelmeers aus dem Gleichgewicht gebracht
und dem Tourismus an einigen Küstenstreifen erheblichen
Schaden zugefügt. Diese große Algenplage ist auf eine
zunehmende Eutrophierung aufgrund von industriellem Wachstum und
intensiver Landwirtschaft zurückzuführen.
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Die aktuellen Ergebnisse von MTP kommen zu dem Schluß, daß
der im gleichen Zeitraum festgestellte Anstieg der Salzkonzentration nicht
weniger bedeutend ist. Und auch dafür könnte der Mensch verantwortlich
sein. Der Bau großer Staudämme, wie der Assuan-Staudamm auf
dem Nil und der Staudamm auf dem Ebro in Spanien, haben über die
letzten 50 Jahre den Zufluß von Süßwasser ins Mittelmeer
unterbrochen, was zu einem allgemeinen Anstieg des Salzgehalts führte.
Da Salzwasser eine größere Dichte als Süßwasser
hat, verändern sich die Zirkulationsmechanismen innerhalb der Hauptwasser
des Mittelmeers und auch die zwischen Mittelmeer und Atlantischem Ozean.
Eine der wichtigsten davon betroffenen Meeresströmungen ist ein
Salzwasserstrom, der das Mittelmeer an der Straße von Gibraltar
verläßt. Er fließt westwärts und hilft den Lauf
des Golfstroms zu bilden, der das Klima in Europa erwärmt. Da das
Wasser im Mittelmeerbecken immer salzhaltiger wird, wird zwar auch dieser
Strom immer mehr Salz mit sich führen, aber wie die langfristigen
Folgen aussehen werden, ist heute schwierig vorherzusagen. Denkbar wäre,
daß der westliche Golfstrom abgelenkt wird, was zu einer erheblichen
Klimaabkühlung in Nordeuropa führen würde. Oder aber der
Golfstrom könnte nach Osten gedrängt werden und das Klima stark
erwärmen. Die europäischen Forscher sind heute noch nicht in
der Lage vorauszusagen, welches Szenario wahrscheinlicher ist, und bemühen
sich daher alle, genauere Prognosen zu erstellen.
Fundierte Wissenschaft = sinnvolle Politiken
Zunehmende Industrialisierung und intensive Landwirtschaft beeinflussen
ebenfalls das Mittelmeer und bewirken eine zunehmende Eutrophierung, die
zu einer großen Algenvermehrung geführt hat. Diese Algenplage
stellte in einigen Gebieten ein echtes Problem für den Tourismus
dar und brachte das Ökosystem des Meeres aus dem Gleichgewicht. Die
Forschung hilft den Regierungen, die Einleitungen ins Meer zu kontrollieren,
und Wissenschaftler gehen davon aus, daß in den kommenden Jahren
einige Verbesserungen erzielt werden können. Die Arbeit im Rahmen
des MTP-Projekts beispielsweise zeigte, daß die europäischen
Verordnungen über den Zusatz von Blei in Erdöl effektiv waren:
Der Bleigehalt fiel ab 1990 und müßte weiterhin fallen.
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