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Seabus-Hydaer entwickelt ein völlig
neues, futuristisches
Konzept für den Seeverkehr - ein Hybrid zwischen einem Flugzeug
und einem Schiff. Dieses revolutionäre Wasserfahrzeug wird eine
Spitzengeschwindigkeit von ungefähr 120 kn (220 km/Std.)
erreichen.
Eine neue Generation von Hochgeschwindigkeitsschiffen
Die Personen-, Auto- und Frachtbeförderung auf dem Seeweg muß
heute im allgemeinen nach Methoden erfolgen, die die Faktoren Sicherheit,
Schnelligkeit und Kosteneffizienz berücksichtigen. Die europäische
Forschung entwickelt neue Schiffstypen, die dieser Anforderung gerecht
werden. Die neuesten Hochgeschwindigkeitsschiffe sind sogenannte ,Surface
Effect Ships", SES, die zum Beispiel vom Wasser abheben, sich aber
auch ihren Weg durch das Wasser bahnen können. Bis vor kurzem handelte
es sich bei den derzeit in begrenzter Anzahl verfügbaren SES um mittelgroße
Tragflügelboote oder Wasserflugzeuge, die für Militär-
und Personentransporte eingesetzt wurden. Die Entstehung potentieller,
künftiger Märkte für sehr viel größere SES veranlaßte
die europäische Industrie, nunmehr neue Projekte zu initiieren und
diese größeren Modelle zu entwickeln.
Die Herstellung von SES-Modellen in größerem Maßstab
stößt derzeit auf erhebliche Schwierigkeiten. In ihrer Endphase
müssen zahlreiche Entwürfe und Entwicklungen auf einem Prototypen
aufbauen. Die Entwicklung voll funktionsfähiger Prototypen für
Großfahrzeuge ist jedoch unerschwinglich. Im Falle von SES wurde
dieses Problem mit Seslab gelöst: ein SES-Prototyp in Schiffsgröße,
der flexibel genug ist, um eine ganze Familie von SES-Schiffen zu testen.
Im Rahmen der Studie wurde ein abgeändertes Schiffsmodell in voller
Größe entwickelt, das als Testmodell fungieren und in allen
Stadien des Entwicklungsprozesses eingesetzt werden soll, mit dem Ziel,
die erforderlichen Daten und Erfahrungen zu sammeln, um jedes nur vorstellbare
technische oder Entwicklungsproblem zu lösen. Seslab wird für
den Entwurf einer Reihe von großen SES als Grundlage dienen. Die
Zielgruppe umfaßt eine breite Palette von Modellen mit verschiedensten
Größen- und Leistungsmerkmalen, die die gegenwärtigen
und künftigen Entwicklungen bei mittelgroßen und großen
SES-Wasserfahrzeugen widerspiegeln. Seslab kann eine Länge zwischen
65 und 160 m, eine Gewichtsbeförderung zwischen 500 und maximal 5000
t und eine Geschwindigkeit zwischen 40 und 70 kn (75 und 130 km/Std.)
erreichen. Jedes Schiff kann in bezug auf Leistung (Stärke/Geschwindigkeit),
Manövrierbarkeit und Schiffstüchtigkeit auf hoher See bewertet
werden. Bis zum endgültigen Bau werden keine weiteren Protoypen erforderlich
sein.
Mit Spitzengeschwindigkeiten von 40 bis zu 70 kn sind SES zwar schnell,
aber wahrscheinlich nicht die schnellsten Wasserfahrzeuge auf dem offenen
Meer. Ein anderes europäisches Projekt, Seabus-Hydaer, entwickelt
einen völlig neuen Fahrzeugtyp für den Seeverkehr: einen Hybriden
zwischen einem Flugzeug und einem Schiff. Obwohl Seabus niemals das Wasser
verläßt, kommt seine Hubkraft in erster Linie von den Flügeln.
Dadurch kann es sehr schnell fahren. Die derzeit verfügbaren Fähren
haben eine Spitzengeschwindigkeit von ca. 40 kn; Seabus schlägt diese
mühelos, und zwar mit Spitzenwerten von bis zu 120 kn (220 km/Std.)
und 20 % weniger Kraftstoff.
Die Arcdev-Expedition wird den Beweis erbringen,
daß Ölerzeugnisse von den Arktisregionen Sibiriens mittels
Küstenschiffahrt auf dem Korridor, der von zwei russischen
Eisbrechern geöffnet wird, sicher auf den westeuropäischen
Markt transportiert werden können. Der finnische Öltanker
M/T ,Uikku" (oben) wird seine neue Technologie testen,
die er zur Ladung von Flüssigölprodukten
bei Temperaturen von -30 ºC entwickelt hat.
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Ein Meereskorridor zwischen Rußland und Europa
Manche Teile der Welt sind noch immer schwer zugänglich. Zum Beispiel
das Gebiet um den sibirischen Fluß Ob, wo 25 % der Welterdölvorkommen
liegen. Die Beförderung der Erdölerzeugnisse auf dem Seeweg
wurde aufgrund der fürchterlichen, für einen sibirischen Winter
typischen Wetterverhältnisse schon immer als ungeeignet angesehen.
Statt dessen erfolgte die Beförderung über ein Pipelinesystem,
das durch die Dauerfrostgebiete Rußlands verläuft. In solch
einer unwirtlichen Umgebung grenzt die Wartung des Systems fast ans Unmögliche,
und ein erheblicher Teil des transportierten Materials geht durch leckende
Pipelines verloren.
Die Russische Föderation arbeitet derzeit mit Ländern aus der
Europäischen Union zusammen, um nach effektiveren und umweltverträglicheren
Lösungen zu suchen. Das Forschungsprojekt Arcdev untersucht, wie
sicher und kosteneffektiv der Transport dieser wichtigen Erdölprodukte
mittels Küstenschiffahrt durch einen Korridor von den russischen
Arktisregionen auf den westeuropäischen Markt wäre. Das hätte
zur Folge, daß der Fluß Ob das gesamte Jahr über im Bereich
strategischer europäischer Handelsinteressen läge.
Das Projekt umfaßt eine Fahrt zu den Erölvorkommen Sibiriens
unter den ungünstigsten winterlichen Wetterbedingungen. An der Arcdev-Expedition,
die von den Verkehrsministerien den Russischen Föderation und Finnlands
unterstützt wird, sind viele Industrie- und Forschungsunternehmen
aus ganz Europa und den Russischen Föderation, einschließlich
Großunternehmen aus der Erdöl-, Schiffbau- und Schiffzulieferindustrie,
beteiligt. Dies wird die letzte gemeinsame europäisch-russische Arktis-expedition
bis zum Ende dieses Jahrtausends sein. Vier verschiedene Wasserfahrzeuge
werden zum Einsatz kommen: ein russischer Nuklear-Eisbrecher, ein russischer
konventioneller Eisbrecher und zwei Öltanker: ein finnischer von
Neste Shipping sowie ein russischer.
Die an der Expedition beteiligten Schiffe haben nicht nur das Ziel, den
Meereskorridor zu einer voll funktionsfähigen und umweltverträglichen
Alternative zum Pipelinesystem zu entwickeln, sondern sie fungieren gleichzeitig
auch als mobile Labors. Insbesondere das Vorführmodell - der Öltanker
M/T ,Uikku" von Neste Shipping - wird seine neu entwickelte Technologie
und Ausrüstung zur Ladung von Flüssigölprodukten bei Temperaturen
bis zu -30 ºC testen.
Verschiedene andere europäische Projekte wirken an der Arcdev-Expedition
mit, um ihre Entwicklungen während einer echten Fahrt zu testen,
darunter der ,Voyage Data Recorder", der im Rahmen des Projekts ,Maritime
Black Box" entwickelt wurde. Schiffsunglücke können zum
Verlust von Menschenleben oder erheblichen Umweltschäden führen.
Wenn in Zukunft aber alle Schiffe mit elektronischen Aufzeichnungssystemen
ausgestattet sind, die automatisch jeden Zwischenfall melden (wie die
obligatorische Black Box in Flugzeugen), müßte es einfacher
sein, die Ursachen von Schiffsunglücken herauszufinden und ähnliche
Katastrophen in Zukunft zu verhindern. Dieses Gerät entspricht den
von der Internationalen Maritimen Organisation empfohlenen Normen, die
am 1. Januar 2001 in Kraft treten sollen.
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Richtige Kommunikation kann auf See den Unterschied
zwischen Leben und Tod bedeuten. Personen unterschiedlicher Nationalitäten
arbeiten oft unter schwierigen Bedingungen zusammen, was unter Umständen
zu Mißverständnissen führen kann. Viele von der EU finanzierte
Projekte zielen darauf ab, diese potentielle Gefahr für die Sicherheit
von Mensch und Umwelt zu beseitigen.
Marcom zum Beispiel befaßt sich mit damit, welchen Einfluß
multikulturelle und mehrsprachige Besatzungen auf die Kommunikation im
Seeverkehr ausüben. Dieses Projekt zielt darauf ab, Sicherheit und
Effizienz auf Schiffen zu erhöhen, insbesondere wenn sich die Besatzungen
aus verschiedenen europäischen Nationalitäten zusammensetzen.
Es werden entwickelt:
- verbale und nichtverbale Kommunikationsmittel;
- Übungmaterial zur Erhöhung der Kommunikationsfähigkeit;
- ein vorläufiges Glossar zum Unterrichten von ,maritimem"
Englisch;
- klare Anweisungen, welche Sprache im Notfall zu verwenden ist;
- verbesserte Handbücher und andere gedruckte Anweisungen an Bord;
- Leitlinien, die den Besatzungen helfen, kulturelle Spannungen zu vermeiden.
Zahlreiche andere europäische Projekte greifen auf Trainingsprogramme
jedweder Art zurück, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der in
der Meeresindustrie Beschäftigten zu verbessern. Einige Projekte
setzen den Akzent auf das technische Know-how, das Arbeitnehmer benötigen,
andere beschäftigen sich damit, wie Ausbildungsprogramme durchgeführt
werden können, oder decken Mängel in aktuellen Programmen auf.
Wieder andere entwickeln Fernlehrmethoden und Online-Zugang zu Informationen,
um eine größere Konsistenz sicherzustellen und mehr Arbeitnehmer
einzubeziehen.
Kontinuierliche Ausbildung verbessert die Kommunikation und die Sicherheit
des Personals und regt Praktiken für mehr Umweltschutz an. Sie ermöglicht
Arbeitnehmern, höhere Qualifikationen und mehr Kenntnisse zu erwerben,
die sie in die Lage versetzen, ihr ganzes Arbeitsleben hindurch einen
Sinn für den Fortschritt zu bewahren.
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