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FTE info logoMagazin für die europäische Forschung Sonderausgabe - November 2005   
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 EDITORIAL

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WISSEN
Title  Wachsende Kenntnisse

Das Interesse der Europäerinnen und Europäer an Wissenschaft und Technologie lässt zwar etwas nach und sie fühlen sich schlecht über diese Themen informiert, aber ihre Antworten auf die Fragen, die ihre Kenntnisse prüfen, werden besser. Ein Widerspruch? Ein Quiz gibt Aufschluss.

Wissenschaftliche Kenntnisse der Europäer
Die Beurteilung der Kenntnisse, die in den WuT-Eurobarometern bereits Tradition hat, beruht gewöhnlich auf einem Quiz mit 13 Fragen, von denen sich manche leicht überschneiden (siehe Kasten). Richtig oder falsch? Die erste Behauptung, die den Befragten zweifellos vorgelegt wird, um ihr Vertrauen zu wecken, besagt, dass die Sonne sich um die Erde dreht.

„Niemand macht sich anheischig, die Intelligenz anhand von 13 Fragen messen zu wollen”, sagt Georges Gaskell. „Im Grenzfall kann man selbst bei hundert Fragen, nach dem Zufallsprinzip beantwortet, auf 50 richtige kommen. Gleichwohl lassen sich auf diese Weise die Kenntnisse überprüfen.”

Die wissenschaftlichen Kenntnisse der Europäerinnen und Europäer, die seit 1992 vier Mal (WuT) erhoben wurden, verbessern sich in zahlreichen Ländern spürbar. An der Spitze liegen nach wie vor die nordischen Länder, doch das durchschnittliche Niveau ist in Luxemburg, Belgien, Griechenland, den Niederlanden und Deutschland um 15 % gestiegen, und in der Tschechischen Republik und in Slowenien hat es sich in nur drei Jahren um 10 % verbessert. Die osteuropäischen Länder schneiden mehrheitlich sehr gut ab.

Niveau des wissenschaftlichen Gepäcks (% EU-25)
Niveau des wissenschaftlichen Rüstzengs (% EU-25)
Die Gesamtrate korrekter Antworten liegt bei 66 % in der EU-25 (gegenüber 21 % falschen und 13 % verweigerten Antworten). Die Schweden führen mit 79 %, die Dänen, Niederländer, Finnen und Tschechen erreichen 74 %, ihnen folgen hart auf den Fersen die Slowenen und Luxemburger (72 % bzw. 71 %). Außerhalb der EU machen die Norweger mit 74 % dem Norden alle Ehre und die Schweizer kommen auf 71 %.

Kenntnisse nach Regionen
Die in den alten und neuen Mitgliedstaaten gegebenen Antworten variieren geringfügig, bei der einen Frage schneidet die einen Gruppe besser ab, bei einer nächsten die andere. So widersprechen 74 % der Befragten in den neu zur EU gestoßenen Ländern der Behauptung, wonach die Sonne sich um die Erde drehe, gegenüber nur 56 % in der EU-15. In der Frage nach den Antibiotika hingegen rangieren die alten Mitgliedstaaten (49 %) vor den neuen (30 %).

Die Analyse dieses Quiz nach soziodemographischen Daten ergibt einen leichten Vorsprung der Männer vor den Frauen (70 % bzw. 62 % richtige Antworten) und bessere Ergebnisse bei den Jüngeren (70 % richtige Antworten der 15- bis 39-Jährigen gegenüber 59 % der über 55-Jährigen) sowie bei denjenigen, die länger studierten oder eine intellektuell anspruchsvollere Tätigkeit ausüben (74 % bei den Studierenden und 78 % bei den Führungskräften).

Das Merkmal der Religiosität Praktiken wurde ebenfalls berücksichtigt. Steht der Glaube wissenschaftlichen Kenntnissen im Weg? Diejenigen, die mehr als einmal wöchentlich einen Gottesdienst besuchen, kommen auf 54 % richtige Antworten, diejenigen, die nie zur Kirche gehen, erzielen 70 %.

Die Aktualität und die Behandlung eines Ereignisses in den Medien scheinen die Kenntnisse ebenfalls zu beeinflussen. „Nach dem Tsunami muss der Prozentsatz jener, die die Verschiebung der tektonischen Platten und das Auseinanderdriften der Kontinente begreifen, um 20 % gestiegen sein”, schätzt Georges Gaskell. „Das Wissen stammt aus der Schule und für diejenigen, die sie verlassen haben, ist die Presse eine wichtige Informationsquelle.”

Quiz über wissenschaftliche KenntnisseDrei dieser Fragen scheinen am schwierigsten zu beantworten zu sein.
- Elektronen sind kleiner als Atome: 46 % der Befragten antworten richtig, 29 % irren sich und 25 % sagen, sie wüssten es nicht oder verweigern die Antwort.
- Antibiotika töten Viren wie Bakterien ab: 46 % richtige Antworten, aber auch 43 % falsche, also eine ziemlich hohe Fehlerquote.
- Die Funktionsweise von Lasern beruht auf der Konvergenz von Schallwellen: Die Antworten sind mit denen bezüglich der Elektronen vergleichbar (47 % richtige – mit einer Zunahme von 12 % in der EU-15 – 29 % falsche Antworten und 28 % „weiß nicht” oder Verweigerung).
Quelle: WuT-Eurobarometer
    
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