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FTE info logoMagazin für die europäische Forschung Sonderausgabe - November 2005   
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 EDITORIAL

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WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE
Title  Was meinen die Europäer?

Im Juni veröffentlichte die Europäische Kommission zwei Studien mit sich überschneidenden Themen: Die Europäer, die Wissenschaft und die Technologie (WuT) und Die sozialen Werte, die Wissenschaft und die Technologie (WuW). Die letzt Genannte erschien zum ersten Mal, während WuT nach Erhebungen in 1992 und 2001 bereits in der dritten Ausgabe vorliegt.

Wissenschaft und Technologie
„Das Eurobarometer ist so etwas wie der Rolls Royce der Meinungsumfragen in Europa. Er ist die größte Erhebung weltweit, was die geografische Deckung und die Häufigkeit anbelangt – wir sind allmonatlich im Feld”, sagt Leendert de Voogd, geschäftsführender Direktor von EOS Gallup Europe, dem für die Eurobarometer-Erhebungen verantwortlichen Koordinationszentrum.

Das neue Doppel-Eurobarometer – eine Premiere – erfasst nicht weniger als 32 Länder: die 25 EU-Mitgliedstaaten, die Beitrittskandidaten (Bulgarien, Rumänien, Kroatien und die Türkei) sowie drei Efta-Mitglieder (Island, Norwegen und die Schweiz), d.h. eine Bevölkerung von 570 Millionen Einwohnern.

Es wurden Interviews mit einer repräsentativen Stichprobe von rund 1000 Personen im Alter von 15 Jahren und darüber pro Land(1) durchgeführt. Die ungefähr eine Stunde dauernden Gespräche wurden von qualifizierten Mitarbeitern eines Netzes von Erhebungsinstituten, das sich über den ganzen Kontinent erstreckt, geleitet. „Diese Regel, ein Institut pro Land, das in seiner Muttersprache arbeitet, ist sehr wichtig”, fährt der Direktor von EOS Gallup Europe fort. „Stellen Sie sich einen Niederländer vor, der einen Flamen interviewt ... Sie haben dieselbe Schriftsprache, aber nicht dieselbe Mundart. Dadurch können die Antworten durch die in den Wörtern mitschwingenden Symbole und Bezüge verfälscht werden.”

Für die Entwicklung dieser beiden Studien hat die Generaldirektion Forschung rund dreißig SozialwissenschaftlerInnen verschiedener Nationalitäten beigezogen, die sowohl in der Problematik „Wissenschaft und Gesellschaft” als auch in Forschungsmethodik beschlagen sind. Diese Taskforce hat das Blickfeld erweitert und die Berücksichtigung einer größeren Anzahl Sensibilitäten möglich gemacht. So übernimmt zwar die WuT-Studie 2005 den Großteil der Fragen der zwei vorangegangenen Eurobarometer und erlaubt damit, die Entwicklung der Standpunkte zu verfolgen; die Studie über die sozialen Werte hingegen hatte die „Freiheit”, gleichsam bei Null anzufangen und einen Fragebogen zusammenzustellen, der auf den bisher erlangten Erkenntnissen in diesem Bereich aufbaut.

Durch die zwei Studien ziehen sich ähnliche Themen. So lassen sich zahlreiche Berührungspunkte zwischen den Antworten, aber auch Nuancen und markantere Unterschiede herausarbeiten. Die Mehrheit der Befragten wünscht jedenfalls mehr Informationen über die Wissenschaft und Technologie und scheint recht unzufrieden mit der Art zu sein, wie sie insbesondere von den Wissenschaftlern selbst über die Ziele und Fortschritte der Forschung auf dem Laufenden gehalten wird. Zudem ist ja die Forschung ein Bereich, der auf ihre Zustimmung und Unterstützung angewiesen ist. Die Befragten glauben an die europäischen Projekte, die Teams aus verschiedenen Ländern vereinen, und möchten, dass ihnen mehr Kredite zugewiesen werden.

Die ethischen und sozialen Werten verpflichteten Europäerinnen und Europäer sind besorgt über die Folgen einer zu raschen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung, die manche ihrer Lebensbedingungen und gewisse Aspekte ihres Zusammenlebens in Frage stellen könnte. Sie äußern sowohl Vertrauen als auch Misstrauen in die Technowissenschaften. „Einerseits werden wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung als gut in der Gesellschaft verankert wahrgenommen, und die Europäer fühlen sich gegenüber der Wissenschaft für die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu Dank verpflichtet”, erklärt Michel Claessens, der in der GD Forschung für diese beiden Studien verantwortlich ist. „Andererseits weisen sie die Idee eines Fortschritts, der außerhalb der Gesellschaft entschieden und vorangetrieben wird, zurück. Fast die Hälfte von ihnen glaubt, dass die Wissenschaftler ein Stück Verantwortung für die negativen Anwendungen der Forschung tragen.”

(1) 500 in den kleinen Staaten wie Luxemburg, Zypern und Malta. 


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  Die Bürger und der Fortschritt
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Die in dieser Ausgabe zitierten Prozentzahlen beziehen sich auf die Meinungen der im Rahmen der beiden Eurobarometer-Erhebungen befragten Europäerinnen und Europäer. Die Studie Die Europäer, die Wissenschaft und die Technologie heißt abgekürzt WuT, ...
 

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    Die in dieser Ausgabe zitierten Prozentzahlen beziehen sich auf die Meinungen der im Rahmen der beiden Eurobarometer-Erhebungen befragten Europäerinnen und Europäer. Die Studie Die Europäer, die Wissenschaft und die Technologie heißt abgekürzt WuT, die über Die sozialen Werte, die Wissenschaft und die Technologie WuW. Aufgrund von Rundungen weicht die Summe der einzelnen Prozentzahlen in einigen Fällen von 100 ab.

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