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RDT info logoMagazine de la recherche européddee Nr 51 - Dezember 2006   
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 INHALT
 EDITORIAL
 Der Mensch als Maschine: Über die neuen Wege der Kommunikation
 e-Inclusion, Pro und Kontra
 Biotechnologien: Steigender Beliebtheitsgrad
 "Ein Wissenschaftler, der Tacheles redet, kann Schaden anrichten"
 Diabetes + Obesität = Diabesität
 Die Geschichte des Hefegenoms
 Rebell aus vielen Gründen
 Auf den Spuren der sechziger Jahre
 Nobelpreisträger der Zukunft
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Frauen und Wissenschaft - Zahlen und Strategie

Chercheuses
Der Bericht She figures (2. Auflage, 2006) erfasst die Berufssituation der Wissenschaftlerinnen quer durch die Europäische Union. Statistische Vergleiche zwischen den Geschlechtern erlauben es, das Fortbestehen der Diskriminierungen zu ermessen. Seit der ersten Untersuchung, die vom Referat „Frauen in der Wissenschaft“ der Generaldirektion Forschung durchgeführt wurde, sind drei Jahre vergangen. In den Wissenschaften bleiben die Forscherinnen eine Minderheit (in der Union 29% im Jahre 2003 gegenüber 27% im Jahre 1999), obwohl der Anteil beschäftigter Frauen insgesamt zugenommen hat (+4%, gegenüber +2% bei den Männern). „Dies repräsentiert während dieser Periode einen Zuwachs von etwa 140.000 Forschern, von denen 39% Frauen sind“, bemerkt Janez Potoc?nik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung. „Obwohl sich hier eine positive Tendenz zeigt, dürfen wir nicht vergessen, dass die Frauen in der Wissenschaft unterrepräsentiert bleiben, besonders in Führungspositionen“. Im akademischen Sektor zum Beispiel finden sich nur 15% unter ihnen an der Spitze der Hierarchie. Andererseits finden sich unter den im Privatsektor beschäftigten 18% Forscherinnen nur 5,8% in leitenden Positionen im technologischen Bereich. Der Bericht ist durch vergleichende Graphiken untermauert, obwohl seine Autoren die Grenzen der Statistiken und die Heterogenität der Daten zugestehen, auf die sie stoßen. Sie betrachten diese Arbeit dennoch als ein unerlässliches Instrument, um sich Politiken des „Ausgleichs“ zwischen den Geschlechtern vorstellen zu können. Diese Daten werden sicher die Mitglieder der Europäischen Plattform für Wissenschaftlerinnen interessieren, die im vergangenen März ihre Arbeit aufgenommen hat. Dieses „Netzwerk der Netzwerke“ unterstützt die Arbeit und die Begegnung von sehr unterschiedlichen Wissenschaftlerinnenorganisationen, die auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene tätig sind. Ihr Ziel ist es, den Frauen zu helfen, effiziente Akteurinnen in den Diskussionen über den Platz der Chancengleichheit in den Forschungspolitiken zu werden (Lohn- und Gehaltsunterschiede, Herabwürdigung, Schwierigkeiten, Karriere zu machen und Führungspositionen zu besetzen, usw.). Das erste Treffen dieser neuen Plattform fand im Oktober statt, um eine erste Generalversammlung der Vereinigung im Jahre 2007 vorzubereiten.

Mehr Informationen hierzu auf den Webseiten

Die „weichen“ Disziplinen sind Kandidaten für den Descartes-Preis

René Descartes
Wenn auch Mathematiker und Physiker, so war René Descartes doch vor allem Philosoph. Die Einbeziehung der Sozialund Geisteswissenschaften in einen Preis, der seinen Namen trägt, scheint also nur gerecht. Der Descartes-Preis, der im Jahre 2000 durch die Kommission eingerichtet und fortan der „kleine Nobelpreis“ Europas genannt wurde, hat dennoch fünf Jahre warten müssen, bevor er eine Forschungsarbeit in den „weichen“ Wissenschaften (die Gründung eines europäischen Observatoriums für soziale Fragestellungen ganz neuer Art) krönen durfte. Ein solcher Einbruch ist doch recht „kartesianisch“, oder?

Die Frage wurde anlässlich eines Arbeitsessens diskutiert, an dem die Große Jury 2006 teilnahm. Dr. Ion Siotis, Präsident des nationalen griechischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung, hob die Dichotomie zwischen den „harten Wissenschaften“ und den „Geisteswissenschaften“ hervor und schlug die Möglichkeit vor, zwei verschiedene Preise einzurichten. Edward Van den Heuvel, einer der Preisträger des Jahres 2002 für seine Forschungsarbeit über Gammastrahlen- Explosionen, war nicht gegen einen solchen Vorschlag. Er hob dennoch hervor, dass „harte“ und „weiche“ Wissenschaften weniger unvereinbar seien, als dies auf den ersten Blick erscheinen möge (sie würden mehr und mehr zusammenarbeiten), und dass sie hinsichtlich des gleichermaßen erforderlichen kritischen Denkens, dem wesentlichen Element aller Wissenschaft, übereinstimmen würden. "Die Frage: Stimmt dies tatsächlich? stellen sowohl die Sozialwissenschaften als auch die Naturwissenschaften“, erklärte er. „Die verschiedenen Disziplinen mögen sich oberflächlich gesehen unterscheiden, aber bei kritischer Betrachtung, scheinen sie gänzlich miteinander verflochten zu sein“.

In diesem Jahr wurden 13 Projekte aus den Geisteswissenschaften vorgestellt, aus denen die Große Jury ihre Wahl treffen muss. In dieser hat Claudie Haigneré, französische Ministerin für Forschung und neue Technologien von 2002 bis 2004 und ehemalige Astronautin, den Vorsitz. Die Preisverleihung fällt mit der Auftaktveranstaltung des Siebten Rahmenprogramms im März 2007 zusammen. Ein zweiter Descartes-Preis ist der Wissenschaftskommunikation gewidmet. Alle diese Auszeichnungen werden nicht mehr an einzelne Forscher sondern an Forschergruppen verliehen, die (mit oder ohne Unterstützung der Union) auf europäischer Ebene zusammengearbeitet haben.

Die Stammzellen und ihr Schutzzaun

Pancréas de souris
Mäusepankreas. Forschung im Rahmen des Eurostemcell-Projekts.

© Eurostemcell
1. EU
Hoffnungsträger zahlreicher Biologen sind die Stammzellen als ein Potential an „Ersatzteilen“ für den menschlichen Körper. Da sie noch nicht differenziert sind, können sie sich spezialisieren und in bestimmte Zellen umwandeln (Venen, Leber, Niere, usw.), die bereitstehen, gewisse Defizite zu beheben. Sie können zum Beispiel neuen Therapien für neurodegenerative Krankheiten, wie Alzheimer oder Parkinson, Gestalt geben.

Auf dem derzeitigen Forschungsstand benutzen die Wissenschaftler am häufigsten überzählige Embryonen aus In- Vitro-Befruchtungen. Wenn diese das Stadium der Blastozyste erreichen (ein Embryo aus ungefähr 200 Zellen), werden sie zerstört, um die in ihnen enthaltenen Stammzellen zu verwenden. Ein menschlicher Embryo wird so der Wissenschaft geopfert. Kann man diese ethische Frage einfach ausklammern? Ist dieser Embryo wirklich ein potenzieller Mensch? Was ist er im Falle der Befruchtung im Reagenzglas, wo Hunderttausende von ihnen tiefgefroren werden, ohne dass für sie in irgendeiner Form „Eltern“ vorgesehen sind?

Kann es sich die Union erlauben, selbst derart sensible Forschungsbereiche zu unterstützen? Die Frage ist am vergangenen 24. Juli gestellt worden. Auf Einladung der finnischen Präsidentschaft zu einer außerordentlichen (und, nach eigenem Eingeständnis, riskanten) Sitzung, haben sich die europäischen Forschungsminister zu einer „erzwungenen“ Übereinkunft über die Weitergewährung von Gemeinschaftsmitteln im Bereich der Stammzellforschung von Embryonen im Rahmen des Siebten Rahmenprogramms durchgerungen. Österreich, Litauen, Malta, Polen und die Slowakei haben den Vorschlag angenommen. Großbritannien, Schweden und Portugal erachten diese Arbeiten schon seit geraumer Zeit für unerlässlich.

Gemeinschaftsfinanzierungen werden von Fall zu Fall entschieden und werden nur in den Mitgliedsstaaten der Union bewilligt, in denen diese Art der Forschung erlaubt ist – die Gesetzgebung variiert sensibel von Land zu Land. Klonversuche am Menschen und Embryonenerzeugung zu Forschungszwecken sind von der Finanzierung ausgenommen. Auch wenn die Europäische Union in diesem Bereich keine Förderung betreibt, schließt dies offensichtlich nicht aus, dass solche Arbeiten dort weiterbetrieben werden, wo es die nationalen Regelungen erlauben.

2. USA
In den Vereinigten Staaten wurde neulich durch den Senat ein Gesetz verabschiedet, welches das durch die Bundesverwaltung erlassene Verbot der Finanzierung der Embryonenforschung aufhebt. George Bush hat sofort sein Veto eingelegt. Gewisse Kritiker (so Lord Sainsbury, britischer Minister für Forschung) haben behauptet, dass dieses Verbot eine „Flucht“ amerikanischer Forscher in das liberalere Europa auslösen könnte. Aber eine solche Fluchtbewegung bleibt unwahrscheinlich, da die amerikanischen Bundesstaaten (mit Kalifornien an der Spitze) und Unternehmen die Forschungen in voller Legalität weiter betreiben können.

Eine wichtige Entdeckung könnte dennoch gewisse ethische Bedenken „aus dem Weg räumen“. Die Forscher des Teams von Robert Lanza von dem amerikanischen Unternehmen Advanced cell technology haben angekündigt, dass es ihnen gelungen sei, Stammzelllinien von menschlichen Stammzellen herzustellen, ohne dabei den Embryo zu zerstören, aus dem sie ursprünglich stammten. Diese neue Technik besteht darin, bereits in einem frühen Stadium einzugreifen und eine der acht Stammzellen (die Blastomeren) eines drei Tage alten Embryos zu entnehmen. Dieser Embryotyp wird in der Präimplantationsdiagnostik (PID) benutzt, die es erlaubt, die zu reimplantierenden Embryos auszuwählen, wobei diejenigen, die eine Anomalie in ihrem genetischen Kode aufweisen, eliminiert werden. Viel diskutiert, da sie für eine Vielzahl von Gegnern einen offenen Weg zur Eugenik darstellt, bleibt die Präimplantations diagnostik (PID) in verschiedenen Ländern verboten.
Ernst-Ludwig Winnacker
Ernst-Ludwig Winnacker

Zwei-Mann Management beim Europäischen Forschungsrat (EFR)

Der griechische Biologe Fotis Kafatos wurde vor kurzem zum Vorsitzenden des wissenschaftlichen Ausschusses des Europäischen Forschungsrats (EFR) gewählt (siehe FTE info Nr.50). Der Deutsche Ernst-Ludwig Winnacker wurde zum Generalsekretär dieser neuen Institution ernannt, die sich der Grundlagenforschung widmet. Ebenfalls Molekularbiologe, vor allem durch seine Arbeiten über die Replikation der DNA-Rekombination und seinem Interesse für die Prionen-Krankheiten berühmt geworden, hat Ernst-Ludwig Winnacker das Genzentrum der Universität München gegründet. Er ist seit neun Jahren Präsident der angesehenen Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Als Wissenschaftler, der sich von ethischen Fragestellungen, wie den Risiken der rekombinierten DNA, sehr betroffen fühlt, ist er Mitglied der Expertengruppe für Biowissenschaften, die seit mehreren Jahren die Generaldirektion Forschung der Kommission berät.
La succession de son mandat, d'une durée de deux ans, est déjà dévolue à l'économiste espagnol Andreu Mas-Colell. Cette désignation est annonciatrice de l'esprit multi- et interdisciplinaire que le CER, entité de financement autonome, entend imprimer à sa politique de soutien.

Wenn die Unternehmen auf Forschung und Entwicklung (FuE) setzen

Ein jährlicher Anstieg von 5% bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung. Das ist nur eine Prognose für die kommenden drei Jahre, aber sie bestätigt ein wiedererwachendes Interesse des Privatsektors an Forschung und Entwicklung. Sollten diese Absichten konkrete Gestalt annehmen, würde Europa auf diesem Gebiet zum ersten Mal mit den Vereinigten Staaten wetteifern.
Diese Tendenz ist durch die EU-Erhebung über FuEInvestitionstrends in der Wirtschaft (EU Survey on R&D Investment Business Trends) festgestellt worden, die im Rahmen des Projekts Irim (Industrial Research Investment Monitoring) unter der Schirmherrschaft der gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission durchgeführt wurde. Die im zweiten Semester des Jahres 2005 durchgeführte Untersuchung erstreckt sich auf 449 Unternehmen aus zehn Wirtschaftsbereichen, die zusammen für einen bedeutenden Anteil an den Investitionen (30 Milliarden Euro) in die Industrieforschung verantwortlich sind. Sie bietet zahlreiche Angaben über die Vorhaben der Unternehmen, aber auch über die Art und Weise, wie sie ihren FuE-Bereich strukturieren und dessen künftige Entwicklung einplanen. Diese Firmen geben im Durchschnitt 18% ihrer FuEAktivitäten an Zulieferer ab (out-sourcing) (insbesondere in den Wirtschaftsbereichen Arzneimittel und Biotechnologie).
Im Gegensatz zu manchen Auffassungen ziehen sie es vor, ihre FuEAktivitäten in ihren Stammländern durchzuführen (Deutschland steht so mit großem Abstand an der Spitze des „Popularitätsindexes“) und wenn sie sich dafür in die Ferne begeben müssen, geben sie den Vereinigten Staaten ihre Präferenz. Die Niederlassung von Forschungseinheiten hängt nicht mehr von den Lohn- und Gehaltskosten der Forscher, sondern von den Marktgegebenheiten ab, wo neue Produkte und technologische Chancen gefragt sind.

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Kleine und mittlere Unternehmen an der maritimen Front

front de mer
© Shutterstock
Mapo (Marine Pollutions, Meeresverschmutzung) ist die Abkürzung für eine europäische Initiative, die mit Unterstützung der Union gestartet wurde, um das verkannte Know how der zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu nutzen, die ihre leistungsfähigen technologischen Mittel einbringen, um dem Verfall der Meeresumwelt entgegenzutreten. „Die KMU sind extrem innovativ und reaktionsfähig gegenüber dieser Art von Problemen“, unterstreicht Françoise Duprat, Koordinatorin von MAPO. „Diese Unternehmen bieten die größte Auswahl von Kompetenzen und Techniken zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung. Aber sie hatten bisher nur wenig Gelegenheit, diese Informationen mit anderen zu teilen, und noch weniger, um an Forschungsprojekten teilzunehmen, die es erlauben, in diesem Bereich Fortschritte zu erreichen“. Diesem letzten Punkt widmet das im September 2005 gegründete Netzwerk seither seine Aufmerksamkeit. Ziel der MAPO - Initiative ist die Integration der KMU in die umfangreichsten, bestehenden oder sich in Vorbereitung befindlichen europäischen Projekte, die auf die Prävention und den Kampf gegen die Meeresverschmutzung ausgerichtet sind.

Die Kehrseite des Wachstums - und der Bevölkerungsstatistik

tronc d'arbre
Fast 1% des Waldbestands des Planeten ist zwischen 2000 und 2005 verloren gegangen.
Die Stahl- und Aluminiumproduktion hat im Jahr 2005 bisher unbekannte Ausmaße angenommen. 45,6 Millionen Fahrzeuge haben die Autofabriken verlassen. 816 Millionen Handys sind auf dem ganzen Planeten verkauft worden. Das weltweite Bruttoin landsprodukt schlägt alle Rekorde: 59,6 Milliarden Dollar. Diese Zahlen sind in dem Bericht Vital Signs 2006-2007 des Worldwatch-Instituts aufgelistet. Die Kehrseite dieser Wirtschaftsentwicklung ist das Verbrechen gegen die Umwelt, das sich in erster Linie durch den mit diesem sagenhaften Wachstum einhergehenden Verbrauch fossiler Brennstoffe bemerkbar macht. Im Jahre 2004 hat der Verbrauch an Kohle um 6,3% zugenommen, der von Erdgas um 3,3% und der von Erdöl um 1,3%. Im Jahre 2005 ist die durchschnittliche Kohlendioxydkonzentration in der Atmosphäre im Verhältnis zum Höchstwert von 2004 um 0,6% gestiegen und man weiß, dass die Entwaldung die Ursache von 25% der auf den Menschen zurückgehenden jährlichen Emissionen ist.

„Wenn die ganze Welt denselben Verbrauch hätte wie die reichen Länder, könnte der Planet auf Dauer etwa 1,8 Milliarden Menschen versorgen, aber nicht die derzeitige Bevölkerung von 6,5 Milliarden. Eine Verringerung der Bevölkerung ist allerdings nicht vorauszusehen, sondern eher ein Anstieg auf 8,9 Milliarden Menschen im Jahre 2050“, mahnt Erik Assadourian, Projektleiter für den Bericht Vital Signs.

Als Trostpflaster für ein Happy End kann man den - noch darauf hinweisen, dass die globale Gesamt - kapazität für die Erzeugung von Windenergie im Jahre 2005 sprung haft um 24% und die Erzeugung von Sonnenenergie um 45% angestiegen ist. „Diese Entwicklungen sind beeindruckend und imstande, in den nächsten fünf Jahren zu großen Veränderungen auf den Weltenergiemärkten zu führen“, schätzt Christopher Flavin, Präsident des Worldwatch- Instituts. „Aber der Übergang muss noch schneller gelingen, wenn man ökologische und ökonomische Krisen vermeiden will, die eintreten können, wenn man sich weiterhin von fossilen Brennstoffen abhängig macht.“

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