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FTE info logoMagazin für die europäische Forschung Nr. 50 - August 2006   
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 INHALT
 EDITORIAL
 Nach wie vor gut in Schuss
 „Es gibt einiges zu kommunizieren...“
 Die Wissenschaft, Zeichen der Zeit
 Forschung, ein Wirkungsfeld für Philanthropen
 Fotis Kafatos: das Vorbild Mentors
 Es regt sich was in Sachen Biokraftstoffe
 Die Forscher und das Wohlbefinden der Tiere
 Abweichung, Umwelt und Genetik
 Der andere Blick auf das Mittelmeer
 HD69830 und seine drei Neptune
 WISSENSCHAFT VERBREITEN
 PUBLIKATIONEN
 AGENDA

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Spitzbergen, Survivalbox für Pflanzen

Spitzbergen, Survivalbox für Pflanzen
Samen für 3 Millionen Pflanzenarten sollen in einem ganz besonderen Tresor aufbewahrt werden. Sie werden bei einer Temperatur von -20°C in einem Raum eingelagert, der in einem Berg der zu Norwegen gehörenden vereisten Insel Spitzbergen ausgehoben wird. Es geht darum, ein „letztes Sicherheitsnetz für den Katastrophenfall zu knüpfen, damit wir die Fähigkeit bewahren, den Planeten zu ernähren“, erklärt Cary Fowler vom Welttreuhandfonds für die Kulturpflanzenvielfalt. Die mit einem Kühlaggregat ausgerüstete Einrichtung wird die Temperatur des Bergs, dessen Höchstwerte bei -3°C liegen, „abkühlen“. Diese Samenbank wird in erster Linie Pflanzen aus den Entwicklungsländern aufnehmen und sie unter optimalen Bedingungen erhalten. Die Industrieländer und die privaten Samenhersteller besitzen bereits solche Banken. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass es beispielsweise gelang, lokale Bohnensorten nach dem Krieg zwischen Ruanda und Uganda wieder einzuführen.

Die Biotechnologie macht Boden gut

Die Biotechnologie macht Boden gut
Die Eurobarometer-Erhebung Die Europäer und die Biotechnologie im Jahr 2005, im Juni 2006 veröffentlicht, ist seit 1991 die Sechste zu diesem Thema und deckt die 25 EU-Mitgliedstaaten ab (1000 befragte Personen pro Land). 52 % der Befragten glauben heute, dass die Biotechnologie ihre Lebensqualität verbessern kann, insbesondere im Bereich der Gesundheit oder dank industrieller Innovationen. Sie sind deutlich zurückhaltender, wenn es um Landwirtschaft und Lebensmittel geht. Insgesamt knüpft dieser Optimismus wieder bei der 1991 vorherrschenden Stimmung an, die 1999 spürbar einbrach.

Im Bereich der Medizin wird die Entwicklung der Nanotechnologie, der Pharmakogenetik und der Gentherapie als positiv und in moralischer Hinsicht akzeptabel bewertet. Forschung, die Stammzellen aus der Nabelschnur verwendet, wird von 65 % der befragten Europäerinnen und Europäer befürwortet, jene, die embryonale Stammzellen verbraucht, von 59 % – vorausgesetzt, diese Technologie wird strikten Regeln und Kontrollen unterzogen. Industrielle Innovationen wie etwa Biokraftstoffe und Bioplastik finden überwiegend Zustimmung, wie auch die pharmako-molekulare Landwirtschaft, die genetisch veränderte Pflanzen nutzt, um Pharmaprodukte herzustellen. Sobald es jedoch um Lebensmittel geht, finden 58 % der Befragten, dass man Produkte, die GVO enthalten, nicht fördern sollte.

73 % der Befragten bekunden Vertrauen in die Forscher, die in den Universitäten arbeiten, 64 % in deren Kollegen in der Privatindustrie. 74 % halten die Europäische Union (vor den nationalen Regierungen) für die verlässlichste Instanz in puncto Regulierung der Biotechnologie.

Laut den Verfassern der Erhebung widerlegt ein Vergleich der Einstellungen der Europäer mit denjenigen der Nordamerikaner (Vereinigte Staaten und Kanada) die Behauptungen, denen zufolge die Europäer den neuen Technologien ablehnender gegenüberstehen als die Amerikaner.

Vorsichtige Annäherung an das EIT

Janez Potočnik
Janez Potočnik
Es geht um ein Herzstück, das vor mehr als einem Jahr von der Kommission Barroso vorgeschlagen wurde und vom Europäischen Rat im Rahmen der Lissabon-Strategie grünes Licht bekam: um die Einrichtung auf EU-Ebene eines neuen Europäischen Instituts für Technologie (EIT), das die besten öffentlichen und privaten Exzellenzzentren vereint. Ziel ist es, die unternehmerische Innovation im Wissensdreieck, das diese gemeinsam mit Ausbildung und Forschung bildet, zu verankern und so das „traditionelle lineare Modell des Technologietransfers am Ende des Prozesses“ zu überwinden.

Paradebeispiel dieser Dreierbeziehung und der daraus resultierenden Kreativität ist das MIT (Massachusetts Institute of Technology) in den Vereinigten Staaten. Doch die Übertragung dieses Modells, so sehr es in Europa beneidet wird, weckt in der Wissenschaftlergemeinde eher Vorbehalte – auch wenn die Priorität der Stärkung der innovativen Leistungen in Europa heute weitgehend anerkannt wird. Diese Kritiken wurden im Rahmen der Konsultationen, die die Kommission im Laufe des Jahres 2005 durchführte, laut. 

Ján Figel'
Ján Figel'
Während die Gründung eines wissenschaftlich autonomen Europäischen Forschungsrats verwirklicht wurde und als bedeutende Neuerung des Siebten Rahmenprogramms zugunsten der Innovationsfähigkeit der Grundlagenwissenschaft begrüßt wird, wirft das Parallelprojekt einer neuen transnationalen Einrichtung zunächst Fragen des Doppelung von Kompetenzen und einer möglichen Verzettelung der finanziellen Mittel auf. Hinzu kommt das Problem der Logistik, um eine solche zentrale Einrichtung funktionstüchtig zu machen, das bürokratische Schwerfälligkeit, wie sie oft mit Supranationalität einhergeht, befürchten lässt. „Innovation kann nicht von oben verordnet werden“, hält das European Research Advisory Board, ein unabhängiges Beratungsorgan der Kommission in Fragen der EU-Forschungspolitik, in einer sehr zurückhaltenden Stellungnahme fest. Viele Universitäten und Forschungsinstitute äußerten ebenfalls Bedenken: finanzieller Art, naheliegenderweise, aber auch in Bezug auf die Humanressourcen, da sie befürchten, ein EIT könnte ihnen die fähigsten Köpfe abspenstig machen.

Im Bewusstsein dieses eher kühlen Empfangs hat die Kommission im Februar 2006 ein Vorprojekt unterbreitet, das die allgemeinen Linien, die unter Berücksichtigung der angemeldeten Vorbehalte bei der Schaffung eines EIT zu befolgen sind, absteckt. Einen Monat später erhielten die Kommissare Ján Figel' (Erziehung und Kultur) und Janez Potočnik (Forschung und Wissenschaft) auf dem Europäischen Rat in Brüssel unter österreichischem Vorsitz ein klares Mandat, zügig mit der Vertiefung des Projekts fortzufahren und eine detailliertere und konkretere Formulierung vorzuschlagen. Vergangenen Juni haben sie nun eine erste Reflexion veröffentlicht, in der sie die Funktionsweise eines künftigen EIT umreißen. Es soll unter der Ägide eines kleinen leitenden Ausschusses stehen, der anhand eines selektiven Wettbewerbs unter „Wissensgemeinschaften“ gebildet wird und Spitzenteams und -abteilungen aus Universitäten, Wirtschafts- und Forschungskreisen vereint.

Die Mitteilung der Kommission präsentiert dieses Konzept als Diskussionsbasis zur weiteren Klärung und erhebt nicht den Anspruch, einen Kalender vorzulegen. Sie tritt für die Schaffung dieser künftigen europäischen Einrichtung ein, „die in der Lage ist, Spitzenleistung zu fördern, Talente aus der ganzen Welt anzuziehen und Studierenden, Forschenden und InnovationmanagerInnen ein Arbeitsumfeld zu bieten“ und „zu einem europäischen Symbol für verstärkte Bemühungen um die Schaffung einer wettbewerbsfähigen, wissensbasierten Gesellschaft zu werden“.

Epizootien im virtuellen Zeitalter

Desinfektionskampagne gegen die Vogelgrippe in Südostasien


Desinfektions-kampagne gegen die Vogelgrippe in Südostasien

Ein neues Exzellenznetz, Epizone, ist kürzlich gegründet worden, um die Epizootien besser in den Griff zu bekommen. Es wird von der EU mit 14 Millionen Euro unterstützt und vereint 18 Forschungsinstitute – 15 in den Mitgliedstaaten, zwei in China und eines in der Türkei – sowie mehrere internationale Organisationen, etwa die FAO oder die Weltorganisation für Tiergesundheit, und KMU. Es steht viel auf dem Spiel, denn die Epizootien, die die Zuchtbetriebe und Aquakulturen beuteln, können einschneidende wirtschaftliche Folgen haben. So erforderte die klassische Schweinepest 1997 in den Niederlanden das Keulen von acht Millionen Schweinen und 800 000 anderen Tieren in sekundären Krankheitsherden in ganz Europa – Verluste, die sich auf mehrere Milliarden Euro summierten. Zu den neuesten Plagen gehört das für die Vogelgrippe verantwortliche Virus H5N1, das bei wild lebenden Vögeln im Prinzip harmlos ist, in Südostasien jedoch den Tod von zig Millionen Hühnervögeln bedeutete.

Ziel von Epizone ist es, durch Zusammenführung des Wissens verschiedener Spezialisten die wissenschaftliche Exzellenz der Erforschung des Auftretens von Tierkrankheiten zu verbessern und ihre Erfassung, Prävention und Kontrolle zu verfeinern. Die Arbeitsgruppen werden sich auf vier Schwerpunktbereiche konzentrieren: Interventionsstrategien, Überwachung, Epidemiologie und Risikoabschätzung. Die Mitglieder des Netzes werden auch Kommunikationsmaßnahmen, Treffen und Ausbildungen entwickeln und die Verbreitung des Wissens unterstützen, indem sie sich insbesondere als „virtuelles Institut“ strukturieren. Die Erzeuger tierischer Nahrungsmitteln, die Lebensmittelindustrie und die Verbraucher werden die ersten Nutznießer der Fortschritte dieses vom Centraal Instituut voor Dierziekte Controle in Lelystad (NL) koordinierten Netzes sein.

Moleküle im Bild

Schwanztumor einer Maus, vom CEA-Inserm-Team U803 mithilfe der molekularen Bildgebung und einer von Biospace Mesures im Rahmen des Exzellenznetzes Emil gebauten Kamera entdeckt. © Unité d'imagerie de l'expression des gènes, CEA-Inserm

Schwanztumor einer Maus, vom CEA-Inserm-Team U803 mithilfe der molekularen Bildgebung und einer von Biospace Mesures im Rahmen des Exzellenznetzes Emil gebauten Kamera entdeckt. © Unité d'imagerie de l'expression des gènes, CEA-Inserm
Molekularbiologie + In-vivo-Bildgebung = molekulare Bildgebung. Diese neue Wissenschaft erlaubt die Lokalisierung von Molekülen in einem Lebewesen, ohne es zu behelligen. Vordem beruhten die meisten Methoden zur Visualisierung molekularer Interaktionen auf In-vitro- oder Ex-vivo-Techniken, bei denen das Gewebe aus seiner Umgebung herausgelöst wurde – was den Möglichkeiten, die Dynamik dieser Prozesse zu erfassen, enge Grenzen setzte. Die molekulare Bildgebung erlaubt es nun, die Tumore genauer zu umreißen, die Expression der an bestimmten Krankheiten beteiligten Gene in vivo zu analysieren, Marker zu validieren und die Wirkung eines Medikaments in Echtzeit zu bewerten. Bei Tumoren beispielsweise wird die Krankheit durch die Veränderung einer sehr kleinen Anzahl spezifischer Gene verursacht, bei denen sich die Über- oder Unterexpression nachweisen ließe. Nutzanwendungen sind auch im Bereich des Gehirns und der neurodegenerativen Krankheiten sowie in der Kardiologie zu erwarten.

Um mit den Vereinigten Staaten, die in diesem Bereich an der Spitze stehen, mitzuhalten, haben die Europäer ihr Know-how in der neu gegründeten Organisation Esmi (European Society for Molecular Imaging) vereint, die den Zusammenschluss der Akteure der verschiedenen an dieser Innovation beteiligten Fachbereiche fördert. Diese Idee wird in erster Linie von dem Exzellenznetz für molekulare Bildgebung von Krebs Emil (58 Partner aus 13 Ländern) und dem multidisziplinären Exzellenznetz DiMI (55 Partner, 13 Länder), das am Genom arbeitende Wissenschaftler, Akteure aus dem Bereich der Bildgebung und klinische Arzte zusammenführt, getragen. Esmi zählt heute rund 35 Mitglieder, darunter acht Forschungszentren, 19 Universitäten und acht Unternehmen.

IPR-Helpdesk – Hier erfahren Sie alles über geistiges Eigentum

Warum und wie soll ich meine Ideen managen? Wie soll ich die Verwertung meines geistigen Eigentums (IP) managen? Wie soll ich mein Know-how und die IP-Rechte in einem EU-Projekt managen? Diese drei Fragen rangieren ganz oben auf der Website des IPR-Helpdesks, die geschaffen wurde, um Forschern und Unternehmern weiterzuhelfen. Dieser Dienst erteilt Informationen über die europäischen Regelungen, die Art und Weise, wie der Kommission Projekte zu unterbreiten sind, und die für Konsortien bestehenden Vertragstypen.

Das IPR-Helpdesk betreibt eine Helpline – eine Adresse, an der jede Anfrage eine rasche (binnen drei Tagen) und persönliche (auf den Fall eingehende) Antwort erhält. Seine sehr gut aufgebaute Website erteilt klare Informationen über das komplexe Gebiet der IP. Auf ihr findet sich auch eine Reihe von Downloads zu Fragen der Verträge, Patente, Urheberrechte und Erfindungen, der Wissensgesellschaft usw. Eine nicht zu übersehende FAQ-Rubrik antwortet auf die stets wiederkehrenden Fragen (gemeinschaftliche Marken, Schutz von Software, Übereinkünfte von Konsortien für die Rahmenprogramme usw.). Darüber hinaus präsentiert das IPR-Bulletin Neuigkeiten aus dem Bereich des geistigen Eigentums sowie praktische Aspekte von FuE.

Die Dienste des IPR-Helpdesks sind kostenlos, die Informationen stehen in sechs Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Polnisch) zur Verfügung. Diesem von der Universität Alicante koordinierten Projekt sind das Intellectual Property Law Institute der Jagellonischen Universität Krakau und die deutsche Firma Eurice angeschlossen.

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Impfstoffe: europäische Forschung gefällt in den USA

Solvay. Abteilung Impfstoffherstellung mittels Zellkulturen in den Niederlanden © Solvay

Solvay. Abteilung Impfstoffherstellung mittels Zellkulturen in den Niederlanden. © Solvay
Vor kurzem haben die Vereinigten Staaten namhafte finanzielle Mittel (1,004 Milliarden Dollar bzw. 819 Millionen Euro) für die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen Grippe – darunter die Vogelgrippe – bereitgestellt. Fünf europäischen Labors fällt dank der innovativen Vorschläge, mit denen sie auf diese Ausschreibung antworteten, der Löwenanteil zu. Solvay (BE – 298,58 Millionen Dollar), GlaxoSmithKline (UK – 274,75 Millionen) und Novartis (CH – 220,51 Millionen) erhalten die größten Budgets, gefolgt von den Amerikanern MedImmune und DynPort Vaccine (169,46 bzw. 40,97 Millionen Dollar). Diese Unternehmen arbeiten alle mit Zellkulturen, während die Impfstoffe gegen Grippe bisher auf der Basis von Hühnereiern gewonnen wurden, denen das Virus inokuliert wurde. Diese Technik erforderte eine große Menge an „Rohstoff“ und geduldige Manipulation, da die Eier eines nach dem anderen infiziert werden mussten. Sie war auch risikobehaftet, da es sich um eine Vogelkrankheit handelt. Die Zellkulturen erlauben nun eine wesentlich raschere Herstellung und sind eher geeignet, die Nachfrage zu Zeiten einer Pandemie zu befriedigen.

Die Verträge verankern die europäischen Firmen auf amerikanischem Boden. Solvay beispielsweise wird in den Vereinigten Staaten seine Impfstoff-Produktionslinie mit Zellkultur auf dem neuesten Wissen aufbauen, das das Unternehmen in seinem Betrieb (Herstellung, Abfüllung, Verpackung) in den Niederlanden gesammelt hat.

Mobiltelefone – jeder Dritte hat eins

Mobiltelefone – jeder Dritte hat eins
Zwei Milliarden Menschen am drahtlosen Telefon. Dies ist die letzten Juni von der GSM Association (GSMA) bekannt gegebene Zahl. Doch sie steigt unentwegt: tausend neue Benutzer pro Minute. Derweil die Handys der dritten Generation (3GSM-Dienste) bereits 72 Millionen Personen für sich gewonnen haben. „Die Industrie brauchte zwölf Jahre bis zur ersten Milliarde Verbindungen. Für die zweite Milliarde waren noch zweieinhalb Jahre nötig, dank des phänomenalen Aufschwungs der Mobiltelefonie in Schwellenmärkten wie China, Indien, Afrika und Lateinamerika, wo 82 % der Verbraucher der zweiten Milliarde erreicht wurden“, sagt GSMA-Vorsitzender Craig Ehrlich. Heute ist China mit mehr als 370 Millionen Benutzern der weltweit größte Markt, gefolgt von Russland (145 Millionen), Indien (83 Millionen) und den Vereinigten Staaten (78 Millionen). Dieser alltägliche Gegenstand, von dem es sehr preisgünstige Versionen gibt, ist mithin in den Schwellenländern wesentlich weiter verbreitet als in den Industrieländern.

„Modernisierung“ der Universitäten

Europa zählt über 4000 Universitäten mit insgesamt 17 Millionen Studierenden und 435 000 Forschenden. Die Frage ihrer Autonomie, ihrer Modernisierung, ihres vollumfänglichen Eintritts in die Wissensgesellschaft – und das Wettbewerbsdenken – stand im Oktober 2005 auf der Tagesordnung des Europäischen Rates in Hampton Court. Danach wurde sie von der Aho-Gruppe untersucht, die ihren Bericht letzten Februar vorlegte. Diese Gruppe schlug ein Modell vor, das den Universitäten erlauben sollte, sich zu bedeutenden wissenschaftliche Akteuren zu mausern, die fähig sind, binnen kurzer Zeit Partnerschaften mit Unternehmen zu entwickeln.

Die Kommission präsentierte darauf neun neue Vorschläge, die in dieselbe Richtung gingen (Beziehungen Universität-Industrie, Stipendien, Qualifikationen, Ausbildung in Management und Kommunikation usw.) und eine echte Autonomie der Universität propagierten (neue Lehrgänge, Wahl der Lehrkräfte usw.). „Die Universitäten sind Produktionszentralen des Wissens“, erklärte Janez Potočnik, Kommissar für Wissenschaft und Forschung. „Sie werden sich, wie andere Zweige der Gesellschaft und Wirtschaft auch, den Anforderungen einer auf Wissen aufbauenden Weltwirtschaft fügen müssen. Die Ideen, die wir heute vorschlagen, sollten dazu beitragen, in den Mitgliedstaaten wie auch in den Universitäten selbst eine Debatte anzuregen.“

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