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FTE info logoMagazin für die europäische Forschung Nr. 49 - Mai 2006   
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 ITER richtet sich in Cadarache ein
 Der unbekannte Verlauf unserer Grenzen
 Dem Wesen des Menschen auf der Spur
 Ene Ergma, zwischen Himmel und Erde
 Die Rätsel der Blaualgen
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EMBO: Wissenschaftler, gründet Labors!

EMBO: Wissenschaftler, gründet Labors!
Die EMBO (European Molecular Biology Organization) startet eine neue Form der Unterstützung, die talentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erlaubt, ihre eigenen Forschungen in Europa unter optimalen Bedingungen voranzubringen. Die EMBO Strategic Development Installation Grantswerden ihnen helfen, ihre eigenen Labors in einer wissenschaftlichen Institution, die einem der 25 Mitgliedsländer der EMBC (European Molecular Biology Conference)(1) angehört, einzurichten. Diese neue Beihilfe in Höhe von 50 000 Euro jährlich während fünf Jahren wird direkt an die Preisträger vergeben. „Wir hoffen, dass diese Formel helfen wird, die Forschung in den Teilnehmerländern zu stimulieren, dass sie auf längere Frist zur wissenschaftlichen Dynamik beitragen und so die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ankurbeln wird“, sagte Frank Gannon, Leitender Direktor von EMBO, anlässlich des Starts dieser Initiative.

Die äußerst kompetitive Wahl der Kandidaten wird deren wissenschaftliche Exzellenz berücksichtigen. Die ersten sechs Preisträger werden sich in den mitteleuropäischen Ländern niederlassen.

(1) Die EMBC unterstützt die langfristigen Aktionen der EMBO und fördert einen grenzüberschreitenden Ansatz der Biowissenschaften.

Habitat-Programm – Für lebensfreundliche Städte

Habitat-Programm – Für lebensfreundliche Städte
„Unser gemeinsames Streben nach einem größeren Wirtschaftswachstum, mehr sozialer Gerechtigkeit, einer besseren Gesundheit, einer größeren Artenvielfalt und einem verstärkten Klimaschutz wird weitgehend von unserer Fähigkeit abhängen, unsere Städte und deren Besiedelung in den Griff zu bekommen. Keine Stadt, und mithin keine Gesellschaft, kann sich der Nachhaltigkeit rühmen, solange ein großer Teil ihrer Bevölkerung in Armut und prekären Wohnverhältnissen lebt, ohne Zugang zu fließendem Wasser, ohne sanitäre Einrichtungen, ohne Bildung oder Gesundheitsversorgung“, rief Anna Tibaijuka, Leitende Direktorin des Habitat-Programms der UNO, in Erinnerung. Ihr Appell richtete sich an die im letzten Februar in Dubai auf der neunten Sondersitzung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) versammelten Staats- und Regierungschefs.

Ehrgeiziges Ziel des Habitat-Programms ist es, bis zum Jahr 2020 so vielen Menschen wie möglich anständige Wohn- und Lebensbedingungen zu gewährleisten. Die Europäische Kommission hat ein Vereinbarungsprotokoll mit dem Programm unterzeichnet, um geeignete, zielgerichtete Forschungsarbeiten zu entwickeln, insbesondere solche, die einen langfristigen Beitrag zu Stadtplanung, Wasserbewirtschaftung, Verbesserung der Sanitärsysteme und Bodennutzung leisten. Diese Arbeiten sind umso wichtiger, als die Erde bis 2050 6 Milliarden Stadtbewohner zählen wird. Derzeit leben fast 80 % der Bewohner der EU in Städten, und die Entwicklung dieser städtischen Gebiete bedingt gezielte, besonders drastische Maßnahmen, damit die (über)bevölkerten Räume den wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Erfordernissen gerecht werden.

Mehr als 250 Projekte sind gemeinsam vom EU-Forschungsrahmenprogramm und dem Habitat-Programm der Vereinten Nationen finanziert worden. Eine Datenbank dieser Projekte wird im Lauf des zweiten Halbjahrs 2006 Zugang zu den Ergebnissen vermitteln, die in erster Linie die Politiker interessieren dürften.

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Faculty of 1000

Die Spezialisten kennen die 2002 gestartete Faculty of 1000 Biology. Diese vom Präsidenten der Science Navigation group Vitek Tracz gegründete Dienstleistung wird von angesehenen Fachleuten, Forschern und klinischen Ärzten betreut. Diese teilen sich die Aufgabe, die Artikel aus ihrem Spezialgebiet unabhängig, entsprechend ihrem wissenschaftlichen Wert und nicht dem Ruhm der Fachzeitschriften, in denen sie erschienen sind, zu klassieren. Die „ausgewählten“ Texte werden von Kommentaren begleitet. Sie werden nach „Typus“ (Novel finding, Technical advance, Interesting hypothesis, Important confirmation, Controversal findings) geordnet und nach ihrem Interesse (Recommended, Must read, Exceptional) eingestuft. 

Nach demselben Muster ist 2006 Faculty of 1000 Medicine gestartet worden. 2500 Forscher und Kliniker nehmen daran teil (obschon das Label die berühmte Zahl 1000 beibehält). Sowohl in der Biologie wie in der Medizin erfreut sich diese Auswahl großer Beliebtheit bei all denen, die sich in der Fülle der Veröffentlichungen zurechtfinden wollen. Sowohl Einzelpersonen als auch Einrichtungen können sich abonnieren. Die Kosten variieren, der Dienst ist kostenlos für Entwicklungsländer.

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2006 – Es lebe die Mobilität

Mobilität der Arbeitnehmer
Der Start zum Europäischen Jahr der Mobilität der Arbeitnehmer erfolgte letzten Februar. Sind die Europäer ein reiselustiges Völkchen? Nicht wirklich. Nur 2 % der Personen im erwerbsfähigen Alter (gleich viel wie vor 30 Jahren) leben im Ausland. 70 % haben nicht vor, in nächster Zeit auszuwandern. Gemäß der Eurobarometer-Erhebung zu dieser Frage (24 000 Bürgerinnen und Bürger wurden im September 2005 befragt) schätzen 53 % der Befragten im Prinzip „die Freiheit, in der EU zu reisen und zu arbeiten“. Wenn es allerdings konkret darum geht, sich anderswo niederzulassen... Die Entfernung von der Familie und die Gewohnheit des „vertrauten“ Glücks scheinen die Wanderlust am stärksten zu bremsen. 66 % der Europäer wären immerhin bereit, ihre Region zu verlassen, wenn sich die Notwendigkeit, anderswo zu arbeiten, aufdrängte.

Die Nordeuropäer (79 % der Schweden und 72 % der Dänen) erklären mit Abstand am häufigsten, dass die berufliche Mobilität ein Vorteil ist (gegenüber weniger als einem Drittel der Befragten in Belgien, Deutschland, Estland und Griechenland). Die berufliche Mobilität wird indessen zunehmend zur unausweichlichen Wirklichkeit und ein Arbeitsplatzwechsel kann, verschiedenen Studien zufolge, zur Entwicklung neuer Fähigkeiten beitragen, die persönliche Zufriedenheit erhöhen, die Einsatzfähigkeit verbessern und den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern.

Das von der EU organisierte und mit 10 Millionen Euro dotierte Mobilitätsjahr wird Sensibilisierungsprojekte, Veranstaltungen und konkrete Maßnahmen zugunsten der beruflichen Mobilität unterstützen. Deren pragmatischste ist die Eröffnung der neuen Jobsuche-Website Eures. Diese bietet Zugang zu vier „Kapiteln“: Beschäftigung, Online-Lebenslauf, Ausbildung, Leben und Arbeiten. Sie erlaubt, auf einer Million Stellenangebote von einer Vielzahl öffentlicher Vermittlungsdienste in 28 europäischen Ländern zu surfen. An die 900 000 Lebensläufe und rund 60 000 Arbeitgeber sind auf der Site registriert.

Die Rubrik „Leben und Arbeiten“ enthält nähere Angaben zu diversen praktischen Fragen (Wohnungs- oder Schulsuche, Steuern, Lebenskosten, ärztliche Versorgung, Sozialgesetzgebung, Anerkennung von Diplomen usw.). Hier finden sich auch Links zu einem Netz von 700 Beratern, die damit beauftragt sind, die Kandidatinnen und Kandidaten in puncto Mobilität zu unterstützen.

Unter den organisierten Veranstaltungen wird für kommenden Juni auch eine große Konferenz über die Mobilität in Wien und für September eine riesige Job Fair Europe angekündigt, daneben gibt es Beschäftigungsmessen in rund 50 europäischen Städten. Verschiedene Informationskampagnen sind in den Medien vorgesehen, insbesondere in den kostenlosen Zeitungen, die in den europäischen Metros ausliegen. Auf der Website des Europäischen Jahrs der Mobilität wird ein Blog eingerichtet. Besondere Aktivitäten sind in den grenzüberschreitenden Regionen vorgesehen usw. Kurzum, es bewegt sich was in Sachen Mobilität.

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2. Europäischer Salon für Forschung und Innovation

Forscher, Unternehmer, ein neugieriges Publikum und Jugendliche, die sich für Wissenschaft und Entdeckungen interessieren könnten, zusammenbringen. Die Pfade aufzeigen, die von einer Idee zu ihrer Entwicklung und von ihrer Entwicklung zu ihrer Verbreitung führen. Etwas mehr über den Alltag im Labor erfahren. Eine Reihe von „Dienstleistungen“ finden – beispielsweise persönliche Beratung beim Ausfeilen eines Lebenslaufs oder beim Verfassen eines beruflichen Projekts. Und natürlich an Debatten und Konferenzen teilnehmen.

Der Salon hat dieses Jahr 11 große Themen ins Visier genommen, denen, so macht es den Anschein, sich kein Bereich entziehen kann. Fragen zu Natur- und Geisteswissenschaften, Technologie und Grundlagenforschung werden während vier Tagen miteinander wetteifern. Auf dem Programm stehen Energie, Gesundheit, Medizin und Biotechnologie, neue Informations- und Kommunikationstechnologien und Mathematik, Technologien für den Alltag von morgen, Wissenschaft der Erde und des Universums, Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Wissenschaften der „unbelebten“ Materie, Zivilisationen und Gesellschaften, Forschung und Unternehmung, wissenschaftliche Karrieren sowie Forschung und Politik. Des Weiteren wird der Sektor „Industrieunternehmen und Dienstleistungen“ in sechs Tätigkeitsbereiche unterteilt: Automobil, Energie, Chemie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheit und Pharmaindustrie.

„Der europäische Salon für Forschung und Innovation ist eine hervorragende Illustration dessen, was wir mit unserem europäischen Programm Wissenschaft und Gesellschaft anregen wollen“, sagt Jean-Michel Baer, Direktor dieses Programms in der Generaldirektion Forschung. „Dies ist der Grund unserer Teilnahme an dieser Veranstaltung zu einem Zeitpunkt, wo die Forschung mit dem Start des Siebten Rahmenprogramms zu einer der Prioritäten der EU geworden ist.“

Der Salon findet vom 8. bis 11. Juni 2006 in Paris, Porte de Versailles, statt.

FuE: Taten bitte!

Eine Gruppe von vier Experten(1) ist von der Europäischen Kommission im Dezember 2005 damit beauftragt worden, ihre Meinung zu den Möglichkeiten, die Leistungen der EU im Bereich Forschung und Innovation zu fördern, abzugeben. Ihre Stellungnahme ist nicht eben optimistisch und die Heilmittel, die sie vorschlägt, sind keine Homöopathie. Diese kleine Gruppe unter dem Vorsitz des ehemaligen finnischen Ministerpräsidenten Esko Aho kommt zu dem Schluss, dass der Graben zwischen dem Diskurs und den Mitteln zu tief ist. Seit dem Lissabonner Gipfel sagt man uns, dass Europa die leistungsfähigste Gesellschaft werden soll. Wer glaubte es wirklich? Wer stattet sich mit den dafür erforderlichen Mitteln aus? Die Experten fordern in ihrem Schlussbericht die Schaffung eines echten Forschungs- und Innovationspakts, den die politischen, unternehmerischen und sozialen Entscheidungsträger unterzeichnen, um ihr Engagement in dieser Sache feierlich zu bekräftigen. Sie schlagen eine Strategie in vier Punkten vor: Schaffung von Märkten, die Innovation begünstigen, Erhöhung der Mittel für FuE, Verbesserung der strukturellen Mobilität sowie Förderung einer Innovationskultur.

Hierbei handelt es sich keineswegs um theoretische Prinzipien. Der Bericht liefert präzise Analysen zum Status quo und schlägt vor allem auch mögliche „Heilmittel“ vor. Wenn beispielsweise die europäischen Unternehmen nicht genügend in Forschung und Innovation investieren, liegt das in den Augen der Experten ganz einfach am Fehlen eines Marktes, der einer Kommerzialisierung neuer Erzeugnisse und Dienstleistungen entgegenkommt. Diesen Markt herzustellen sollte möglich sein, sofern man die Mittel dazu ergreift, d. h. Maßnahmen zur Harmonisierung der Regulierungen trifft, die Nachfrage der öffentlichen Beschaffungsmärkte stimuliert, ein leistungsfähiges System der Rechte an geistigem Eigentum einrichtet, die Innovationskultur fördert... Nach Ansicht der „Vierergruppe“ sollte ein unabhängiger Koordinator damit beauftragt werden, die europäischen Maßnahmen zur Neuankurbelung von FuE in den Mitgliedstaaten zu lenken.

Die Gruppe fordert auch einschneidende Veränderungen bei der Verwendung des gemeinschaftlichen Haushalts. Sie empfiehlt insbesondere eine Verdreifachung der für Forschung und Innovation vorgesehenen Kredite der Strukturfonds, was diese auf 20 % anheben würde, und ist überdies der Meinung, dass Innovation in allen von der Kommission verwalteten Budgets in Erscheinung treten sollte. Sie macht auch mehrere Vorschläge, um die gewaltige Erosion des Risikokapitals (946 Millionen Euro 2004 gegenüber 9,66 Milliarden im Jahr 2000...) zu stoppen.

Bezüglich der Humanressourcen befürworten die Experten die sektorale Mobilität und sind der Meinung, dass im Laufe eines Jahres 10 % der Mitglieder der Forschergemeinschaft die Grenzen zwischen Wissenschaft, Industrie und Regierung überscheiten sollten.

(1) Sie setzt sich zusammen aus den Herren Esko Aho, ehemaliger finnischer Ministerpräsident, Jozef Comu, ehemaliger Präsident von Alcatel Telecom, Luke Georhiou von der Manchester Business School und Antoni Subirà von ISE, Barcelona.

Projekt Tseur

Adriano Aguzzi, Professor am Institut für Neuropathologie des Universitätsspitals Zürich (CH), koordiniert das europäische Projekt Tseur, das die neurodegenerativen Folgestörungen der Prionenkrankheiten erforscht. Er wurde von der schweizerischen Zeitschrift Euresearch INFO interviewt. Hier einige Ausschnitte aus dem Gespräch.

„Gute Forschung ist heute global. Es ist nicht sinnvoll, die nationale mit der europäischen Forschung zu vergleichen. Maßstab sollte immer die internationale Forschung sein.“

„Die europäische Forschung stellt eine gewisse Bürokratie dar. Im Übrigen ist die Internationalisierung ganz einfach Fun! Die internationalen Kontakte und die Mobilität gehören mit zu den Dingen, die den Forscherberuf attraktiv machen. Je mehr die Jahre vergehen, desto mehr überzeugt mich die europäische Forschung. Als ich vor zehn Jahren begann, an europäischen Projekten teilzunehmen, fand ich, dass die Bürokratie und die künstliche Zusammenführung von Labors unnütz seien. Ich beteiligte mich vor allem aus finanziellen Gründen. An einem der Projekte arbeiten wir seit mehreren Jahren. Anfänglich hatte jedes Labor seinen eigenen Fahrplan, die Akteure neigten eher dazu, sich konkurrenz zu machen als zusammenzuarbeiten. Manche Labors waren qualitativ hervorragend, andere miserabel. Die Situation hat sich im Lauf der Jahre gewandelt, insbesondere was die bilaterale Zusammenarbeit betrifft. Die Akteure haben ihr Wissen ausgetauscht, die jungen Forscher konnten in mehreren Labors arbeiten.“

„Für die Qualität der Forschung ist Mobilität unabdingbar. Leider behindern manche Labors diese Kultur, statt sie zu fördern. Für mich ist Mobilität in meinem Labor sehr wichtig. In den meisten Ländern liegt das große Problem darin, dass die ausgewanderten Forscher im Allgemeinen nicht mehr zurückkommen oder dass es keine nationalen Förderprogramme für Mobilität gibt. Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern hat die Schweiz in dieser Hinsicht sehr viel getan und investiert, sie kann diesbezüglich als beispielhaft gelten.“

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Bewährte Praktiken in der Tierzucht

Bewährte Praktiken in der Tierzucht
Zwei europäische Initiativen sollen die Selektion und Reproduktion von Zuchttieren verbessern.

Zunächst wurde im Rahmen des Code-Efabar ein Kodex bewährter Praktiken entwickelt. Mit EU-Unterstützung in Höhe von 300 000 Euro hat dieser die Erkenntnisse zweier vorangehender Projekte, Farm Animal Breeding and Society (Fabre) und Sustainable European Farm Animal Breeding and Reproduction (Sefabar), ausgewertet. Diese beiden interdisziplinären Forschungsprojekte brachten Wissenschaftler, Züchter, Verbraucherorganisationen, Biotechnologiespezialisten, Soziologen, Fachleute, Wirtschaftswissenschaftler und Ethik-Experten aus einem Dutzend Länder zusammen. Mit vereinten Kräften versuchten sie, einen Konsens zwischen den Bedürfnissen der Zuchtbetriebe und den Erwartungen der Gesellschaft zu finden. Sie entwickelten allgemein akzeptierte Szenarien für die Zuchtwahl und die „nachhaltige“ Reproduktion der Tiere.

Der Code-Efabar wird offiziell von einem eigens gegründeten Organismus zertifiziert werden und auch die Ausbildung berücksichtigen. Damit will die EU erreichen, dass die Unternehmen, insbesondere KMU, diesen Kodex übernehmen und dafür eine Konformitätsbescheinigung erhalten. Die Anwendung dieser Grundsätze sollte sie befähigen, sowohl hohe Standards von Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere als auch sichere und hochwertige Lebensmittel zu erreichen.

Des Weiteren will die europäische Technologieplattform Fabre-TP verschiedene Akteure – Forscher, Unternehmer, Verbraucherorganisationen usw. – zusammenführen, um ein Szenario für eine dauerhafte Selektion und Reproduktion der Zuchttiere auf mittlere bis lange Frist (15-20 Jahre) zu entwickeln und zu ermitteln, welche Forschungsarbeiten im Hinblick darauf durchzuführen sind.

Die Forschungen in diesem Bereich sind im Sechsten Rahmenprogramm bisher mit mehr als 25 Millionen Euro unterstützt worden. Die geförderten Projekte betreffen insbesondere Spitzentechnologien wie etwa die Genomik, die einen großen Einfluss auf die Zuchtwahl haben dürften.

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Siebtes Rahmenprogramm: Zielgerade

Vom Europäischen Parlament (EP) für unzureichend befunden, wurde die Finanzausstattung des siebten Rahmenprogramms, die der Ministerrat im Dezember 2005 vorgeschlagen hatte, schließlich etwas angehoben (+ 300 Millionen Euro), nachdem es im April 2006 zu einem Kompromiss zwischen dem EP und dem österreichischen Ratsvorsitz kam. Bei gleichbleibenden Preisen würde sie damit 48 Milliarden Euro (Basis 2004) für den Zeitraum 2007–2013 betragen. Berücksichtigt man die voraussichtliche Inflation für diesen Zeitraum, kommt man auf 54 Mrd. Euro. Dieser Betrag ist zwar um rund 30 % geringer als der ursprüngliche Vorschlag der Kommission, doch wird die durchschnittliche Steigerung der Zuwendungen pro Jahr um rund 60 % höher liegen als im Rahmenprogramm von 2002–2006.

Sobald diese Zahlen vom Rat und vom Europäischen Parlament endgültig genehmigt sind, wird die Kommission eine überarbeitete Fassung ihrer Vorschläge für die im Rahmenprogramm zu erfüllenden Forschungsprioritäten vorlegen. Unter der finnischen Ratspräsidentschaft werden diese Ziele in der zweiten Jahreshälfte 2006 mit dem Rat und dem EP diskutiert werden.

Die Anhebung des Jahreshaushalts wird stufenweise erfolgen, von (in konstanten Preisen) 5,17 Mrd. Euro 2007 auf 8,85 Mrd. Euro 2013 (1), was einem Anstieg von 75 % gegenüber den derzeitigen Mitteln entspricht.

Today is the futurE

Das Siebte Rahmenprogramm soll Anfang nächsten Jahres anlaufen. Zum Start wird am 7. März 2007 in Brüssel eine große Konferenz unter dem Titel Today is the futurE stattfinden. Das abwechslungreiche Programm sieht die Teilnahme hochrangiger Vertreter der Europäischen Union vor und wird ein Forum für einen Meinungs- und Informationsaustausch bieten, der für die Forschergemeinde ebenso interessant ist wie für Wirtschaftsentscheider, Politiker und Bürger, einschließlich der Jugend. Die Konferenz wird von einer umfangreichen öffentlichen Ausstellung über die europäische Forschung begleitet, die bis Ende März in dem repräsentativen ehemaligen Industriegelände Tour et Taxis der belgischen Hauptstadt zu sehen sein wird.

(1) die im April 2006 beschlossenenen 300 Moi. Euro noch nicht eingerechnet

Der Beitrag der Forschungsstiftungen

Der Beitrag der Forschungsstiftungen
Kann es erstaunen? Die Wissenschaft hat den Stiftungen, diesen modernen Nachfolgerinnen der „wohltätigen Werke“, vieles zu verdanken. Ihre Besonderheiten und ihre Rolle bleiben oftmals so unbekannt wie unterschätzt. Das European Foundation Centre (EFC) hat im Jahr 2001 ihre Zahl in den 15 EU-Mitgliedstaaten auf 62 000 geschätzt und sie ist seither sicher noch gestiegen. Die Stiftungen hängen weder von Regierungen noch von Unternehmen ab. Ihre leitenden Ausschüsse, ihre Managementmethoden und ihre Einkommensquellen variieren von einer zur anderen, aber alle teilen ein gemeinsames Ziel, das „Allgemeinwohl“ (Gesundheit, Bildung, Forschung, Kultur, Wohlfahrt usw.). Ihre Beziehungen zu den öffentlichen Behörden, ihr rechtlicher und steuerlicher Status und ihre Arbeitsbedingungen unterscheiden sich in Europa erheblich je nach Land.

Eine von der EU eingesetzte Expertengruppe, Verfasser des kürzlich veröffentlichten Berichts Giving More for Research in Europe, empfiehlt unter anderem, sich verstärkt auf diesen besonderen Typ privater Ressourcen zu stützen, indem in vermehrtem Maße Synergien zwischen öffentlicher Hand, Akteuren der Forschung und Stiftungsverwaltern entwickelt werden und den Letztgenannten ermöglicht wird, in einem besser auf ihre Arbeit abgestimmten Umfeld zu arbeiten. Im Hinblick darauf empfiehlt sie insbesondere:

  • Sensibilisierungs- und Informationsaktionen sowie die Durchführung von Werbekampagnen zu gezielten Themen;
  • die Verbesserung des steuerlichen und gesetzlichen Umfelds (vereinfachte Verfahren, Steuererlasse usw.);
  • die Schaffung von Mechanismen, die eine Fondserhöhung erlauben, beispielsweise die Förderung von „philanthropischem Risikokapital“ auf europäischer Ebene und die Hinzuziehung öffentlicher Fonds, um eine neue Generation von Stiftungen zu gründen;
  • die Förderung eines günstigeren gemeinschaftlichen Umfelds und die Ermunterung zu einem transparenten und verantwortlichen Management dieser Organisationen;
  • die Einrichtung eines europäischen Forums der Forschungsstiftungen, das insbesondere den Erfahrungsaustausch und die Verbreitung bewährter Praktiken fördert.


Die Schlussfolgerungen des Berichts wurden auf einer Konferenz am vergangenen 27. und 28. März in Brüssel präsentiert und diskutiert.

Inserm wird international

Das Inserm (Institut de santé publique et de recherche médicale français) mit Sitz in Paris hat kürzlich eine ausländische Zweigstelle in der Universität Glasgow eröffnet. Die neue Abteilung ist im Wellcome Centre for Molecular Parasitology untergebracht, das ergänzende Forschungen im Bereich der Malaria durchführt. Eine erste Erfahrung dieser Art war bereits mit Erfolg in Heidelberg verwirklicht worden.

Geistiges Eigentum

Der in der Universität Alicante untergebrachte, von der EU unterstützte IPR-Helpdesk ist nun in Betrieb. Eine Helpline und eine sehr gut dokumentierte Website geben umfassenden Aufschluss über die heikle Frage des geistigen Eigentums und der Patente. Der Helpdesk ist auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Polnisch zugänglich.

Digitale Bibliothek

Im November 2005 haben die europäischen Kultusminister grünes Licht für The European Digital Library gegeben. Ziel ist es, alles auf der Welt niedergeschriebene Wissen (Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, elektronische und Printausgaben) unter einem Portal zu vereinen, das die in 45 nationalen Bibliotheken gelagerten Schätze erschließt. Doch worum handelt es sich genau, wer wird sie benutzen, wie erhält man Zugang? Viele Antworten sind auf der Site zu finden, wo man lediglich einen Blick auf die zehn am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Projekt zu werfen braucht. Die Bibliothek ermutigt Sie auch, Ihre Meinungen und Kommentare zu schicken, damit sie den Erwartungen ihrer virtuellen Leserinnen und Leser besser gerecht werden kann.

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Dazu brauchen Sie lediglich auf die Homepage der Generaldirektion Forschung zu gehen, wo Sie direkt auf den eigens zu diesem Zweck vorgesehenen kurzen elektronischen Fragebogen klicken können.

Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre geschätzte Mitwirkung.

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