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FTE info logoMagazin für die europäische Forschung Nr. 49 - Mai 2006   
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MARINE ARTENVIELFALT
Title  Virtuelle Enzyklopädie der Fische

29 200 Arten, mehr als 211 200 Eigennamen in rund hundert Sprachen, an die 41 000 Fotos, Links zu über 37 500 wissenschaftlichen Artikeln, 1300 Mitarbeiter, 23 Millionen virtuelle Besuche pro Monat… Die mit Unterstützung der Europäischen Union und der FAO eingerichtete FishBase ist heute die größte virtuelle ichthyologische Bibliothek der Welt. Sie ist jedermann zugänglich – Berufsfischern, Wissenschaftlern oder ganz einfach Neugierigen, die mehr über die Besonderheiten und den Zustand der meeresbiologischen Artenvielfalt in allen Meeren und Ozeanen des Planeten wissen möchten. Warum sie nicht einmal besuchen?

Rhinopias aphanes – Neuguinea
Rhinopias aphanes – Neuguinea
© Mary Jane Adams
Wer immer will, kann sich mit einem noch so banalen Namen, beispielsweise Dorsch, in die Website FishBase einklicken. Dort erfährt er (oder sie), dass dieser Fisch mit vielen Namen der Spezies Gadus morhua angehört, deren erwachsene Männchen bis zu zwei Meter lang und an die 100 Kilo schwer werden können. Der nachhaltige Erneuerungszyklus dieser Bänke variiert je nach Standort zwischen etwas mehr als einem Jahr und bis zu viereinhalb Jahren. Er ist vor allem im Nordatlantik verbreitet, doch die vor Grönland und Neufundland liegenden Bestände sind seit einigen Jahren klar im Schwinden begriffen.

Mit ein paar Klicks kann man Vieles über den Dorsch und die zehntausende in dieser riesigen Datenbank erfassten ichthyologischen Arten erfahren. Sie liefert die Schlüsselmerkmale der Erbsubstanz dieser Fische, zeichnet die Entwicklung ihrer geographischen Verbreitung nach und informiert über die drohende Erschöpfung der Bestände wie auch die Schutzmaßnahmen zu deren Abwendung. Eines der Ziele von FishBase ist es, allen Akteuren des Fischereisektors (Politikern, Unternehmern, Fischereibetreibern usw.) bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der wertvollen Ressourcen der Ozeane zu helfen. Ein weiteres Ziel liegt darin, den Meeresforschern schnell eine Übersicht über die derzeitigen Kenntnisse über die einzelnen Arten sowie Informationen über wissenschaftliche Artikel und laufende Studien zu vermitteln.

FishBase ist das Resultat einer langen und geduldigen, von der FAO und der Europäischen Union – insbesondere im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit EU/AKP (Afrika, Karibik, Pazifik) – stetig unterstützten Arbeit. Der auslösende Impuls erfolgte Ende der 80er Jahre durch zwei Meeresbiologen, Daniel Pauly und Rainer Froese. Diese beiden Spezialisten für tropische Fischarten arbeiteten im Living Aquatic Resources Management (ICLARM) mit Sitz auf den Philippinen(1). In dem völlig zersplitterten „Dschungel“ der Daten, der damals ihr Fach kennzeichnete, kämpften diese beiden Forscher für eine elektronisch basierte Neugliederung der Kenntnisse. Ihr von der EU und der UNO unterstützter Vorstoß weckte mit der Zeit um so mehr Interesse, als die Zwänge einer nachhaltigen, auf der Ebene der ozeanischen Bioressourcen besonders empfindlichen Entwicklung nach dem ersten Weltgipfel in Rio de Janeiro (1992) und den darauf folgenden Schritten (insbesondere dem Abkommen über die biologische Vielfalt und der derzeitigen Umsetzung der Agenda 21) weltweite Bedeutung erlangten.

Mittlerweile ist FishBase, die dauernd durch neue Einträge bereichert wird, in ihrer Gesamtheit auf dem Internet zugänglich. Sie ist damit zum bedeutendsten internationalen Referenzinstrument in diesem Bereich geworden – gleichsam die Website der „Organisationen der vereinten Fische“.

Cantherinus Pullus – niederländische Antillen

Symphisodon Aequifasciata

Maelanotenia Boesemani

Cantherinus Pullus – niederländische Antillen
© Robert Patzner
Symphisodon Aequifasciata
© Erik Prins
Maelanotenia Boesemani
© Erik Prins

(1) Seither umbenannt in WorldFish Center mit Sitz in Malaysia.


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    Neben der FAO und der Europäischen Kommission umfasst das Konsortium der Institutionen, die FishBase wissenschaftlich und finanziell unterstützen, auch das WorldFish Center, Penang (Malaysia) – die Wiege der Datenbank –, Ifm-GEOMAR ( Kiel – DE), das Musée national d'histoire naturelle in Paris (FR), das Musée Royal de l'Afrique centrale in Tervuren (BE), das Naturgeschichtliche Museum in Stockholm (SE), das Fisheries Center der Universität Vancouver (CA) und die Aristoteles-Universität in Saloniki (GR). Des Weiteren leisten über tausend einzelne und institutionelle MitarbeiterInnen ihren Beitrag durch Veröffentlichungen, Informationen, Dokumente, Fotos usw.

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