Wichtiger rechtlicher Hinweis
   
Kontakt   |   Suche   
FTE info logoMagazin für die europäische Forschung N° 41 - Mai 2004   
Top
 HOME
 INHALT
 EDITORIAL
 Politische Katerstimmung der Europäer?
 Verdoppelter Einsatz für die europäische Forschung
 Wenn die Wissenschaft sich ausstellt
 Das Rätsel der Allergien
 De Gennes oder das Perpetuum mobile
 Ein Parlament auf der Suche nach seinen Wählern
 WISSENSCHAFT VERBREITEN
 KURZINFOS
 STANDPUNKT
 LESERBRIEF
 PUBLIKATIONEN
 KALENDER
 AUSSCHREIBUNGEN

PDF herunterladen de en fr
EDITORIAL Ausdruckbare Version

Das Ende der Stereotypen?


Genua, die Kulturhauptstadt 2004, war während zwei Tagen Hauptstadt der Wissenschaftskultur. Am vergangenen 22. und 23. März stellten sich Naturwissenschaftler aus freien Stücken den Philosophen, Künstlern, Journalisten und Vertretern des so genannten „breiten Publikums“, um über die Auswirkungen der modernen Biologie auf die Gesellschaft und deren menschlichste Dimension, die Kultur, zu diskutieren (siehe "Biologie und Menschheit"). Wenige Tage zuvor hatte die Kommission mitgeholfen, in Paris ein Treffen zwischen Wissenschaftlern und Vertretern von Wisssenschaftsmuseen zu organisieren, auf dem die Erfahrungen bezüglich der Kommunikation über die Klimaerwärmung untersucht wurden. In diesen beiden fast zeitgleichen Initiativen zeichnen sich drei markante Botschaften ab.

Als Erstes ist bewusst geworden, dass die Entwicklung einer Wissenschaftskultur nicht nur eine Frage des Wissens ist. Sie verläuft (auch) über den Dialog. An die Stelle des englischen Ausdrucks public understanding of science tritt immer öfter der des public engagement. In einem kürzlich in The Guardian erschienenen Artikel forderte Steven Rose ein scientists’ understanding of the public. Die angesprochene Öffentlichkeit entdeckt mit Befriedigung, dass die Wissenschaft auch bürgernah und interaktiv sein kann. Über Wissenschaft lässt sich reden, um auf den Titel einer Sonderausgabe von FTE info  zurückzukommen.

Als Zweites erwies sich, dass die an diesen Veranstaltungen beteiligten Wissenschaftler hervorragende „Darsteller“ sind. Weitab vom Cliché, wonach sie zu wenig und/oder sehr ungelenk kommunizierten, zeigt die Erfahrung, dass die Forscher durchaus fähig sind, ihre Ergebnisse sehr anschaulich zu präsentieren, sofern die Bedingungen klar abgesteckt sind. Und im Übrigen: Warum sollten sie dazu nicht imstande sein?

Und nicht zuletzt stellt sich das Publikum zu diesen Initiativen ein. Und will mehr. In Paris beispielsweise ließen die Vertreter der Museen ihre Zufriedenheit, aber auch eine gewisse Frustration durchblicken. So ziehen die Ausstellungen über die Klimaerwärmung sehr viele Besucher an, aber diese möchten weiter gehen und stellen (sich) Fragen: „Was können wir tun? Was müssen wir tun?“ Kurzum, ihr Publikum ist motiviert, aktiv und verantwortlich. Lauter Botschaften, von denen wir uns mit Freuden die gängigen Stereotypen austreiben lassen...

Top

MEHR WISSEN

KONTAKTE