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Nr. 38 - Juli 2003 |
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Kommunikation auf „Europäisch“Am vergangenen 30. Juni erhielten fünfzig europäische Journalistinnen und Journalisten die Gelegenheit, sich in Brüssel zu treffen und ihre Erfahrungen und Eindrücke bezüglich ihres Berufs und der Schwierigkeiten, denen die wissenschaftliche Presse begegnet, auszutauschen. Es handelte sich um eine Initiative des Referats Information und Kommunikation der Generaldirektion Forschung, und die Absicht war nicht, das Beschwerdebuch zu öffnen, sondern gemeinsam herauszufinden, wie sich die Kommunikation zwischen Journalisten aus allen Mitgliedstaaten wirksam gestalten ließe.
Erstaunlicherweise war es das erste Mal, dass in Europa ein derartiges Treffen organisiert wurde! Die Teilnehmer stellten mit großer Befriedigung fest, dass von Ost nach West und von Nord nach Süd unser Kontinent nur so sprüht von Initiativen zur Verbesserung der Qualität des Wissenschaftsjournalismus. Eine verdient spezielle Erwähnung: Mehrere Länder haben Aktionen veranstaltet, bei denen Journalisten und Wissenschaftler ihre Rollen tauschen. Der Wissenschaftler ist eingeladen, eine Reportage zu schreiben, während die Journalistin sich in Forschung versucht. Nach einer solchen Erfahrung, meinte der Leiter eines solchen Programms, fürchtet der Forscher den Journalisten nicht mehr. Wir finden, dass solche Initiativen auf europäischem Niveau angeregt werden sollten.
Zu Zeiten des Europäischen Forschungsraums macht sich in Europa das Fehlen von Mechanismen, die erlauben, „seine“ Forschung und alle auf europäischer Ebene durchgeführten Projekte ins Licht zu rücken, schmerzlich bemerkbar. Ein Projekt des Rahmenprogramms, dessen Koordinator in Deutschland sitzt und dessen Wissenschaftler zu einem gegebenen Zeitpunkt einen weltweiten Durchbruch schaffen, hat alle Chancen, in der nationalen Presse auf ein breites Echo zu stoßen, dürfte aber schwerlich über die Landesgrenzen hinaus gelangen. Es gibt tatsächlich derzeit keinen strukturierten Mechanismus, um die Medien der übrigen Mitgliedstaaten zu informieren und die europäische Forschung auch auf europäischer Ebene zur Geltung zu bringen.
Ein Pressedienst wie AlphaGalileo ermöglicht heute in einem wachsenden Teil Europas den Zugang zu Informationen von typisch nationalem Interesse. Doch warum nicht eine richtige europäische Presseagentur für Wissenschaftsthemen einrichten, deren Aufgabe darin bestünde, quer durch die Nationen die spezifisch wissenschaftliche Dimension des Europäischen Forschungsraums herauszustellen?
In diesem Sinne war dieses Treffen vielleicht der erste Schritt zu einem „Europäischen Forschungs-Kommunikationsraum“, der ganz natürlich entstehen sollte, um die volle Entfaltung des Europäischen Forschungsraums zu begleiten. So gesehen spielen die Reisen, die manche Journalistenverbände für ihre Mitglieder organisieren, eine wichtige Rolle. „Wie kann man über Europa sprechen, ohne es zu kennen?“ fragte ein Teilnehmer zu Recht.
Dieses Treffen zeigt auch die Fähigkeit der Kommission, Prozesse anzustoßen, Initiativen zu beleben und europäische Netze zu entwickeln. Es erinnert uns außerdem daran, dass der virtuelle Austausch, trotz seiner Einfachheit und seines Potenzials, weder den Charme noch die Wirksamkeit von Begegnungen „in Fleisch und Blut“ besitzt. Aber haben wir daran je gezweifelt?
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