Die Rechnung geht nicht auf

In Kürze

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Die Analysen des WIST-Berichts

Im Rahmen der europäischen Arbeitsgruppe Women in Science and Technology und ihrer Untersuchung ‚WIST: the business perspective‘ hat Laure Turner, Professorin an der École nationale de la statistique et sich eher in Marketing- und Kommerzialisierungsprojekten in der Mehrzahl befinden als in solchen, die einen direkten Bezug zu Forschung und Entwicklung haben (den sogenannten challenging projects). „Frauen sind in Bereichen und Projekten überrepräsentiert, die nicht als zentrale Beiträge zur Leistung angesehen werden. Auch wird die positive Auswirkung der gemischten Zusammensetzung auf die Leistung global unterschätzt.“ 2008 befasste sich die WIST-Gruppe mit der Analyse firmenpolitischer Maßnahmen zur Harmonisierung von Privat- und Berufsleben, wie sie von rund einem Dutzend multinationaler Unternehmen vor allem in der jeweiligen FuEAbteilung verfolgt werden. Der Abschlussbericht zu dieser Analyse soll im ersten Halbjahr 2009 erscheinen. Er wird auf der Europa-Website Wissenschaft und Gesellschaft zugänglich sein.


Frau Ingenieur – wieso nicht?

Zwei europäische Projekte, Womeng und Prometea, wollen herausfinden, weshalb sich Mädchen so wenig für Ingenieurberufe begeistern und wie ihre Haltung dazu geändert werden könnte. Die sieben Hochschulpartner von Womeng (2000-2005) haben sich bei ihren Arbeiten auf drei Themen konzentriert: die Wahl (bzw. Ablehnung) dieser Studiengänge, die Erfolge und Niederlagen im Laufe des beruflichen Werdegangs von Frauen und auf den Einfluss der kulturellen und gesellschaftlichen Organisationsweisen, die in diesen Sparten vorherrschen. In allen drei Bereichen tauchen im Laufe der Zeit vergleichbare Hindernisse auf. Um diese zu überwinden, haben die Forscher mehrere Lösungsvorschläge: Einerseits soll das Selbstbewusstsein der Mädchen während der Schulzeit und an der Universität gestärkt werden. Andererseits soll sich die Darstellungsweise dieser Berufe verändern: Anstatt auf dem Aspekt der herrschenden Konkurrenz zu verharren, sollte der Dienst, den diese Tätigkeiten der Gesellschaft erweisen, hervorgehoben und aufgewertet werden. Außerdem muss den Forscherinnen zu größerer Sichtbarkeit verholfen werden, indem die Labors ihre Türen der Öffentlichkeit öffnen. Das Studium muss über reine Fachseminare hinaus fächerübergreifend angelegt werden (Fremdsprachen, Ethik usw.), und die Unternehmens- und Forschungskulturen sind so zu gestalten, dass Frauen Beruf und Familie miteinander vereinbaren können, ohne dadurch Nachteile zu erfahren. Auch das Projekt Prometea tritt mit einem ähnlichen Ziel an: Mit dem Projekt soll die Situation der weiblichen Ingenieure ergründet und eine Liste von Empfehlungen für Hochschulen und Unternehmen sowie für nationale und europäische Forschungspolitiken ausgesprochen werden. Prometea befasst sich vor allem mit der Organisation von Veranstaltungen für den Ideen- und Gedankenaustausch. So wird die erste europäische Konferenz mit dem Titel Gender and Diversity in Engineering and Science im September 2009 in Düsseldorf (DE) stattfinden.


Die Asiaten und die Informatik

An der Spitze der Fakultät für Informatik und Informationstechnologien von Kuala Lumpur (Malaysia) steht eine Frau, und auch die Seminare werden von Frauen geleitet. An der Universität von Penang sind 65 % der Infor - matikstudenten Frauen. Von solchen Anteilen können Europa oder die USA nur träumen. Der Informatikerin und Erziehungswissenschaftlerin Isabelle Collet zufolge sprechen sich die Frauen, die sich in diesem Bereich spezialisieren, positiv über die Vielfalt ihrer Arbeit, über die Möglichkeit, in verschiedene Berufssparten zu gelangen, über das lebenslange Lernen und über die Arbeit im Team aus. Sollte man nicht lieber diese positive Sichtweise von den Informatikberufen verbreiten, anstatt ständig das männliche und kriegerische Bild des Computerpiraten zu stärken? Dies ist auch der Blickwinkel, aus dem heraus Isabelle Collet das Buch ‚L’informatique a-t-elle un sexe? Hackers, mythes et réalités‘ („Hat die Informatik ein Geschlecht? Hacker, Mythen und Wahrheiten“) (L’Harmattan, Paris, 2006) verfasst hat. de l’administration économique in Paris, eine Studie zu den jeweiligen Leistungen von Einzelnen und von Teams durchgeführt, die in Gruppen mit unterschiedlicher geschlechtlicher Zusammensetzung arbeiten. Das Kriterium der Vielfalt wurde durch den Grad der Geschlechtermischung bestimmt. Die Umfrage fand zwischen 2004 und 2006 in den Forschungsabteilungen von vier großen Unternehmen statt: bei Air Liquide, EDF, Shell sowie bei Schlumberger. Besonders im Hinblick auf die individuellen Leistungen waren die Ergebnisse aufschlussreich. Demnach weisen Menschen, die in stark gemischten Gruppen arbeiten, die höchsten Leistungen auf. Doch die Erkenntnisse zeigen auch, dass die Gruppenmischung positive Auswirkungen auf die Ergebnisse der Projekte hat. Hierzu führt Laure Turner aus, dass Frauen


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