Pollen

Eine Frage der Verbreitung

Das im Jahr 2006 in zwölf Städten der EU gestartete Projekt Pollen fördert das Erlernen naturwissenschaftlicher Inhalte in den Grundschulen. Durch einen speziell auf die Bedingungen jeder Stadt eingehenden Ansatz möchte diese Maßnahme Schüler, Lehrkräfte und lokale Akteure eines geografischen Bereichs anregen. Die erfolgreichsten Vorgehensweisen sollen dann weiter verbreitet werden.

Pollen logo
Die 12 „Baumschulen“ von Pollen Die 12 „Baumschulen“ von Pollen

Das Logo von Pollen ist eine Biene, die von Schule zu Schule und von Stadt zu Stadt fliegt. Es spiegelt auch den erzieherischen Grundsatz des Projekts wider: Blütenstaub von Blüte zu Blüte tragen und die experimentellen pädagogischen Ansätze unter den Schulen und Lokalgemein - schaften verbreiten. Gemeinsames Ziel ist es, den Kindern die Lust an den Naturwissenschaften zu vermitteln und sie durch forschende und beobachtende Aktivitäten für die Welt der Forschung zu interessieren. Durch einfache Thematiken – wie beispielsweise Woher kommt das Brot? oder Wetter und Meteorologie – regt Pollen die Schüler zu Überlegungen über die Welt an, die sie umgibt, und entwickelt ihre Fähigkeit zur Problemlösung, aber auch ihre Sprachbeherrschung und ihre Kreativität.

Die Stadt macht mobil

Grundlage des Projekts ist die Arbeit in zwölf Städten, die gemeinsam über den Willen und das Engagement verfügen, alle verfügbaren Kräfte für die Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts zu mobilisieren. Seine Kraft schöpft jedes Pilot-Projekt aus einer fest strukturierten Basis, die Schulen, Lehrer und die lokalen Gemeinschaften (wie Familien, Vereine, wissenschaftliche und industrielle Partner, Gemeinden, Museen und Kulturzentren) vereint.

Über diese Zusammenarbeit hinaus suchen sich die Städte Partner mit landesweiter Tragweite, mit Fachkenntnis und Legitimierung im wissenschaftlichen Bereich. „In der französischen Stadt Saint-Etienne ist das beispielsweise die École des Mines (eine Ingenieursschule). Sie entsendet regelmäßig ihre angehenden Ingenieure zur Unterstützung der Lehrer“, erklärt David Jasmin, europäischer Koordinator des Projekts. „Die Lehrer schätzen diese Begleitung sehr, da sie üblicherweise nicht über eine Ausbildung in angewandten Naturwissen - schaften verfügen.“

12 lokale Modelle

Jede Stadt hat ihre eigene soziale und bildungstechnische Realität, für die ganz spezielle Ziele festgelegt wurden. In den Städten Südeuropas, wo die kulturelle Durchmischung oft erheblich ist, sind Parameter wie Familie oder Immigration fester Bestandteil des Projekts. Die Städte des Nordens, in denen der naturwissenschaftliche Unterricht meist besser eingespielt ist, konzentrieren sich auf speziellere Ansätze, wie beispielsweise den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie in den Amsterdamer (NL) Klassenzimmern oder den fachübergreifenden Zugang zu den Naturwissenschaften in Leicester (GB). Für David Jasmin zeichnet sich Pollen durch sein variables Konzept aus: „Obwohl wir einen ganz speziellen Ansatz für den Unterricht einführen, wobei wir versuchen, die Rolle des Lehrers neu zu definieren, ist es wichtig, Kultur und Schulsystem jedes Landes zu respektieren.“ Zum Abschluss nimmt jede Teilnehmerstadt an der Ausarbeitung einer Charta der „Städte für die Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts“ teil, die einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden soll, um die Ergebnisse des Projekts zu verbreiten. Innerhalb von drei Jahren sollen allmählich 100 Schulen, 500 Klassen und 15 000 Kinder eingebunden werden. Die „Bestäubung“ der Naturwissen - schaften durch Pollen könnte also eine Bildungsstrategie mit Verbreitungspotenzial sein…

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