Editorial

Blick auf die Erde

Die Erde – ein Kunstwerk? Die Fotos in dieser Ausgabe regen uns tatsächlich dazu an, unseren schönen, reichen, aber gleichzeitig auch zerbrechlichen Planeten (neu) zu entdecken. Auf den folgenden Seiten wird auch die Wissenschaft zu einem Kunstwerk. Denn die Illustrationen in dieser Nummer wurden nicht zufällig ausgewählt: Sie sind ein reines Produkt von Spitzenforschung und Hightech. Die dargebotenen überwältigenden Bilder sollen uns daran erinnern, dass die Beobachtung der Erde, die zunächst für militärische Zwecke entwickelt wurde, der Gesellschaft ebenso zahlreiche zivile Anwendungen an die Hand gegeben hat. Sie haben die Meteorologie revolutioniert und alle ihre Modelle umgestoßen. Indem die Satelliten Wirbelstürme, Hurrikane und Tsunamis verfolgen, können sie die bedrohten Menschen warnen. Anhand der Daten aus dem Weltraum können die Wissenschaftler das Auftreten und die Entwicklung von Epidemien voraussagen und damit Menschenleben retten. Die Satelliten beobachten die Entwicklung des Klimas und überwachen den Zustand der Ozonschicht. Und das ist noch nicht alles: Die Radargeräte auf diesen Satelliten kartografieren den Meeresboden und die Strömungen und ermöglichen dadurch die Optimierung der maritimen Wegermittlung, der Fischerei sowie der Küstengestaltung und der Offshore-Plattformen.

Von der Erde aus gesehen gibt die sich im Himmel entwickelnde Aktivität den Maßstab für den Markt an, den Weltraumanwendungen darstellen. Heute fliegen rund 3 100 Satelliten auf Umlaufbahnen rund um den Planeten – die geheimen Militärsatelliten und alle Arten von zurückgelassenen Trümmern nicht mitgezählt!

Während sich auf der Erde langsam ein gemeinsames Europa aufbaut, ist es im Himmel bereits zur Realität geworden! Und mit den Augen zum Weltraum gerichtet lade ich Sie in dieser Nummer herzlich dazu ein, die Kooperation und die Gesichter dieser „wiederverzauberten“ Union zu entdecken sowie auch die zahlreichen Facetten eines Planeten, der die Spuren der menschlichen Besiedlung trägt.


Michel Claessens
Michel Claessens Chefredakteur

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