Europa am Scheideweg

Der japanische Forscher Susumu Yamamoto bei der Arbeit im Synchrotron von Stanford, wo er chemische Oberflächenreaktionen untersucht. © Mit freundlicher Genehmigung von SLAC/ESFR
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© Europäische Kommission
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„Für unsere internationalen Partner ist Europa als Modell für die regionale Integration durchaus attraktiv. Wollen sie sich aber auf eine konkrete Zusammenarbeit einlassen, sehen sie sich einer Vielzahl von staatlichen Akteuren und Forschungsprioritäten gegenübergestellt. Ziel des Strategierahmens ist es, mit unseren Mitgliedstaaten daran zu arbeiten, dass Europas Forschungslabyrinth zu einem weltoffenen Europäischen Forschungsraum wird, der die besten Forscher anzieht und zur Bewältigung globaler Herausforderungen beiträgt.“ Das sind die Worte des EU-Kommissars für Forschung Janez Potočnik. Sie fassen die heutige Position Europas hervorragend zusammen: Trotz der Vorteile, die man allerorts bewundert, schafft es Europa kaum, seinen Platz in einem globalisierten Forschungsraum zu finden, der mehr denn je multipolar ist. China und Indien sind dabei, echte Schwergewichte in FuE zu werden, die USA und Japan stehen an der Spitze dynamischer Sektoren und Europa verliert an Boden, weil es seine zersplitterte Vergangenheit hinter sich herschleppt.

Die Realisierung der bekannten Forderung nach Investitionen von 3 % des europäischen BIP in FuE, die der Lissabon-Strategie teuer und für die künftige „wissensbasierte Wirtschaft“ unverzichtbar ist, steht noch in den Sternen. Die Ursache liegt vor allem bei den Unternehmen, deren Beteiligung an der Umsetzung des Ziels zu wünschen übrig lässt. War es eine Schimäre? Liegt der Aufbau eines Europäischen Forschungsraums (EFR) genauso im Argen? Um dies zu sagen, ist es noch zu früh. Doch trotz dieser Bilanz dürfen wir die Erfolge auch nicht vergessen, die der EFR vor allem in der Weltraumforschung bereits zu verzeichnen hat.

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