MEINUNG

Sweat, home.

Zur Frage des Klimawandels wird heftig und kontrovers debattiert und die an diesen Diskussionen Beteiligten ziehen alle Register, um den Gegner jeweils vom Gegenteil seiner Meinung zu überzeugen.

In einem solchen Kontext ist es schwierig, das Bewusstsein zu schärfen und eine konstruktive und verständliche Botschaft zu vermitteln, ohne dass diese als Propaganda gewertet wird. Wir sind sicherlich nicht daran gewöhnt, dass Wissenschaft einen „Werbeauftrag“ erfüllt. Doch hier geht es nicht um irgendeine irreführende Werbekampagne, sondern um eine sehr wahrscheinliche Hypothese – Grundlage jeder wissenschaftlichen Reflexion –, die die gesamte Menschheit betrifft! Was ist denn schlimm daran, wenn man seine Mitmenschen für die eigene Umwelt sensibilisieren will? Was ist daran idealistisch, wenn man daran glaubt, dass die Lethargie nicht von Dauer sein darf und durch persönlichen Einsatz, so klein er auch sein mag, abgelöst werden muss?

Zwei Kämpfer haben ihre Bekanntheit genutzt, um ein breites Publikum zu informieren: Ein Politiker, der sich der siebten Kunstform bedient, um „Eine unbequeme Wahrheit“ zu verbreiten. Der Gore-Film ist belehrend. Er trägt Beweise und Erklärungen kristallklar vor, wobei er sich auf Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen stützt.

Ein Künstler, der mit seinem Fahrplan „Home“ die Politiker ansprechen will und dabei die Kraft der Bilder – mal überwältigend, mal erschreckend – wirken lässt.

Sicher, die Kritiker mögen sich über den Ton, die Form, die Quellen, die Absichten und Motivationen, über den intuitiven und präventiven Charakter dieser beiden Filme empören. Sie mögen ihnen vorwerfen, dass sie eine Weltuntergangsstimmung kultivieren. Doch trotz all ihrer Ungenauigkeiten konfrontieren uns diese beiden Filme mit der Realität unseres Planeten und lösen in uns unangenehme Gefühle aus: Schuld, Unruhe, Verwirrung und schließlich Unvermögen. Und sie bringen uns dazu, uns stärker einzubringen. Ist das nicht bereits ein Sieg im Vergleich zum G8, wo den Bemühungen um das Klima eine kalte Dusche verpasst wurde?

France Fillon,
Assistentin, Europäische Kommission.

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