Editorial

Chronik einer angekundigten Katastrophe

Michel Claessens
Michel ClaessensChefredakteur

In dieser Ausgabe, die dem Thema Epidemien gewidmet ist, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht ist, dass es keine gute Nachricht gibt. Wie ein Damoklesschwert schweben Virusepidemien uber uns und die Forschung kommt nur langsam voran. So gibt es etwa immer noch keinen Impfstoff gegen AIDS, und der Mitentdecker des HI-Virus vertritt in dieser Ausgabe die Meinung, dass wir auch noch sehr weit davon entfernt sind. Wie das H5N1-Virus der Vogelgrippe auf den Menschen ubertragen werden konnte, muss man noch herausfinden, wahrend gleichzeitig das Risiko einer weltweiten Pandemie besteht. Im Vergleich zu dieser Gefahr waren die Schwarze Pest und die Spanische Grippe nur ein kleiner Schnupfen. Und hier sind noch nicht die Potenziale der Vermehrung und Verbreitung aller moglichen Krankheitskeime angesichts der Globalisierung mit eingerechnet.

Somit ist die gute Nachricht, dass sich bisher noch keine dieser moglichen Katastrophen ereignet hat! Doch wir mussen uns vor dem Gedanken huten, dass wir wirksam geschutzt seien! Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Behorden und Impfstoffhersteller sind auf der Hut. Manche Lander horten bereits Impfstoffe, bevor eine Pandemie ausbricht. Und die meisten Experten erwarten den Ausbruch einer Vogelgrippepandemie in den kommenden funf Jahren.


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