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Fallstudie

BIOMED

Kampf gegen Kinderdiabetes

Europaweite Untersuchungen über Kinderdiabetes gibt es seit über 20 Jahren. Sie geben Millionen von Kindern in der ganzen Welt neue Hoffnung.

 

 

Kinderdiabetes verbreitet sich zunehmend. Sie ist eine der schlimmsten Diabetesformen, die nicht durch Diäten geheilt werden kann. Die erkrankten Kinder müssen täglich Insulin-Spritzen bekommen und leiden, wenn sie heranwachsen, oft an Komplikationen, wie Augen- oder Nierenbeschwerden.
Die erste größere europaweite Untersuchung über Kinderbiabetis wurde 1985 gestartet, als die Europäische Kommission europaweit die Vernetzung aller Diabetes-Spezialisten in Angriff nahm. Das EURODIAB-Projekt (Epidemiologie und Vorbeugung von Diabetes), das die Fälle von Kinderdiabetes in ganz Europa, die später auftretenden Komplikationen und die allgemeinen sozialen Auswirkungen untersucht, benutzt und ergänzt dieses Netzwerk.
Die Ergebnisse wurden in The Lancet Anfang der 90er Jahre veröffentlicht und stützten sich auf Daten von 16,8 Millionen Kindern aus 24 Regionen Europas und Israels. Die Ergebnisse wiesen erhebliche Unterschiede auf - in Finnland wurden jährlich 42,9 Fälle pro 100.000 gezählt, während die Zahl im Norden Griechenlands zehnmal niedriger war. In osteuropäischen Ländern war der Prozentsatz sehr gering, obwohl nachfolgende Untersuchungen (siehe unten) seitdem einen unerklärlichen Anstieg verzeichneten.

Komplexe Bilder
Das Folgeprojekt ­ EURODIAB ACE (Ätiologie von Kinderdiabetes auf epidemiologischer Grundlage) ­ wandte genetische und immunologische Methoden an. Rund 40 verschiedene Gruppen arbeiteten zusammen und hatten 30 Millionen Kinder als Testpersonen.
Die Ergebnisse waren zwar interessant, ergaben aber ein sehr komplexes Bild. Obwohl bestimmte genetische Marker bei Diabetes-erkrankten Kindern öfter auftauchten, schien das Zusammenspiel zwischen Genen und Umgebung ausschlaggebend zu sein, wobei dieses Zusammenspiel in den verschiedenen Populationen durchaus variieren kann.
Die letzte Phase ­ EURODIAB TIGER (Typ I Genetische Epidemiologische Ressourcen) ­ zielt darauf ab, mehr über die genetischen Faktoren zu erfahren und die erworbenen Kenntnisse mit den Informationen über Umweltfaktoren wie Lebensstil, Diät und virale Infektionen zu verbinden.
Auch hier spielt das Netzwerk eine bedeutende Rolle. Es umfasst heute 44 Institutionen aus 28 europäischen Ländern und sammelt in Zusammenarbeit mit PARADIGM, einer europäischen konzertierten Aktion, die die zentralen Analyseeinrichtungen zur Verfügung stellt, Daten über 2000 Patienten und ihre direkten Verwandten, die auf spezifische genetische und immunologische Marker untersucht werden.
Wie Projektkoordinator Anders Green meint, "ist dieses riesige Kooperationsnetzwerk eine wertvolle Quelle, besonders für Zentral- und Osteuropa, wo jede Unterstützung willkommen ist, um mit dem wachsenden Diabetes-Problem umzugehen. Deshalb muß es sinnvoll genutzt werden."

       
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