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Pressemitteilung

Der EU Descartes Preis: Belohnung europäischer Forschung als Antwort auf die Anliegen der Gesellschaft
Mehr Projekte, mehr Teams, mehr Länder

 

Brüssel, 24. Juli 2002

Wissenschaft, Preise, Kollaboration, Lebensqualität.

 


Das Interesse am Descartes-Preis nimmt zu. Der mit ingesamt 1 Millionen Euro dotierte Preis wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen, um europäische Forschungsprojekte hervorzuheben, die länderübergreifende Forschungs-zusammenarbeit fördern. Der Descartes-Preis besteht seit drei Jahren, und im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der Bewerbungen verdoppelt. Die 108 Bewerbungen für den Preis zeigen auch einen Anstieg in der länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Forschern. Durchschnittlich neun Länder sind dieses Jahr an Bewerbungen beteiligt, und insgesamt 30 % der Projekte beteiligen Partner aus Mittel- und Osteuropa. Der Descartes-Preis 2002 wird am 5. Dezember in München verliehen.

Wie es bereits der für Forschung zuständige EU-Kommissar Philippe Busquin ausdrückte, ist das "wachsende Interesse an dem Descartes Preis begrüßenswert. Wir werden weiterhin unser Bestes tun, um diesen Preis zu fördern. Europa braucht Forschung, an der unsere besten Wissenschaftler aus verschiedenen Nationen zusammenarbeiten. Der Descartes Preis soll die besten Wissenschaftler Europas unterstützen. Er soll verdeutlichen, welchen Beitrag die europäische Forschungszusammenarbeit zur Förderung von Wissenschaft leistet, die den Anliegen der europäischen Gesellschaft gerecht wird.„

Der Descartes-Preis steht allen wissenschaftlichen Bereichen, in denen Anstrengungen unternommen werden, offen. Dies gilt auch für die Sozialwissenschaften. Seit seinen Anfängen zeichnet sich der Preis durch die hohe Qualität der eingegangenen Projekte aus. Forschungsteams aus ganz Europa beschäftigen sich auf den wichtigsten wissenschaftlichen Gebieten mit Forschungsvorhaben, die nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt von grundlegender Bedeutung sind. Die Bereiche Biowissenschaften, Chemie, Physik und Ingenieurwesen sind bei den Projekten, die für den diesjährigen Preis in Betracht kommen, besonders stark vertreten.
Die Förderung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung stellt für die Europäische Kommission bereits seit langem eine Priorität dar. Es handelt sich hierbei um eine Schlüsselkomponente des vorgeschlagenen Europäischen Forschungsraums.
Wir können aus unserem riesigen Forschungspotenzial den größtmöglichen Nutzen ziehen, wenn wir der Zersplitterung der europäischen Forschungsbemühungen ein Ende setzen, unsere Mittel bündeln und unser Know-how teilen. Hierdurch wird ein direkter Beitrag zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit geleistet.
Die über hundert Vorschläge, die dieses Jahr im Rahmen des Descartes-Preises eingegangen sind, stehen stellvertretend für die immer stärker zunehmende Zusammenarbeit zwischen den Ländern Europas.
Seit Bestehen des Preises, das heißt seit drei Jahren, hat die geographische Reichweite der eingereichten Projekte ständig zugenommen. Um für den Descartes-Preis in Frage zu kommen, müssen Projekte mit Partnern aus mindestens zwei Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder von einem Mitgliedstaat und einem assoziierten Staat durchgeführt werden.
Im Jahr 2000 nahmen durchschnittlich drei Länder an einem Projekt teil, und über 50% der Projekte wurden mit Partnern aus nur einem oder zwei Ländern durchgeführt. Dieses Jahr sind bis zu neun Ländern in den verschiedenen Projekten dieses Wettbewerbs vertreten, und über 70% der Projekte werden in drei oder mehr Ländern durchgeführt. Die Anzahl der Vorschläge hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt, was das große Interesse an diesem Preis beweist.
Die Einbindung der assoziierten Staaten der EU stellt eine der Prioritäten der Kommission dar, und es ist ermutigend zu sehen, dass die Teilnahme der assoziierten Staaten, und insbesondere der Bewerberländer aus Mittel- und Osteuropa (MOL), in den letzten drei Jahren erheblich gestiegen ist. Während Forschungspartner aus den MOL im Jahr 2000 nur in 10% der Projekte vertreten waren, nehmen sie dieses Jahr an knapp 30% der Projekte teil, die für den Descartes-Preis 2002 vorgeschlagen worden sind. Insbesondere hat das Interesse von Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien und der Slovakei zugenommen. Auch die Zusammenarbeit mit weiter entfernten Ländern nimmt zu. An zahlreichen europäischen Projekten waren auch Teams aus Ländern wie die USA, Japan, Kanada, Russland und Australien beteiligt.
Die Anzahl der weiblichen Projektkoordinatoren ist bei den eingereichten Projektvorschlägen von 8% im Jahr 2000 auf 13% im Jahr 2002 gestiegen. Diese Rate ist höher als die geschätzten 5% bis 7% Frauen, die allgemein in Europa eine führende Funktion im wissenschaftlichen Bereich innehalten.
Die Verleihung des dritten Descartes-Preises der EU wird am 5. Dezember 2002 im Europäischen Patentamt in München stattfinden. Eine Einladung mit genaueren Informationen wird Ihnen rechtzeitig zugesandt werden

Für weitere Medienauskünfte bezüglich des Descartes-Preises und der Projekte:
Wenn Sie weitere Informationen über den diesjährigen Descartes-Preis oder die Preisträger der beiden letzten Jahre wünschen, oder wenn Sie an einem Interview mit den Projektkoordinatoren oder den Verantwortlichen in der Kommission interessiert sind, wenden Sie sich bitte an
:

Stéphane Hogan, Pressereferent, GD Forschung, European Commission
Tel.: +32.2.296.2965 - Fax: +32.2.295.8220
E-mail: Research Contact

Melanie Kitchener, Direktion C Wissenschaft und Gesellschaft, Lebensqualität-Programm, GD Forschung
Tel.: +32.2.299.8733; Fax: +32.295.5365
E-mail: melanie.kitchener@ec.europa.eu

Der Descartes-Preis ist Teil des Programms "Ausbau des Potenzials an Humanressourcen" der Generaldirektion Forschung (1998-2002) (http://cordis.europa.eu/improving/home.html)
Website zum Descartes-Preis: http://cordis.europa.eu/descartes


Hintergrundinformationen

Der Bewertungsprozess

Der Bewertungsprozess des Descartes-Preises verläuft in zwei Schritten.

1) Die Projekte werden einem wissenschaftlichen Expertenpanel vorgelegt und auf Grundlage der Qualität der erzielten Ergebnisse, ihres Beitrags zur Unterstützung wissenschaftlicher und technologischer Schlüsselbereiche, ihres Innovationspotenzials sowie ihres Beitrags zum Stand der Technik bewertet. Berücksicht wird ferner ihr 'europäischer Mehrwert' in Bezug auf die Qualität der in die Wege geleiteten länderübergreifenden Zusammenarbeit.

2) Die Projekte, die in die engere Auswahl gekommen sind, werden der Descartes Prize Grand Jury vorgelegt. Diese Jury setzt sich aus Persönlichkeiten des akademischen, industriellen und öffentlichen Lebens zusammen, die Europas weites Spektrum der Wissenschaft und wissenschaftlichen Exzellenz widerspiegeln.

Bisherige Preisträger

Die Descartes-Preisträger der letzten beiden Jahre zeugen von der Bandbreite des Know-hows und der herausragenden Arbeit internationaler Forschungsteams. Im letzten Jahr gewann unter anderem ein Team unter belgischer Leitung, das bei der Bekämpfung von AIDS einen bedeutenden Durchbruch erzielt hatte. Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit Teams aus fünf weiteren Ländern (CZ, ES, IT, SE, UK) durchgeführt wurde, rief eine europäische Einrichtung zur Untersuchung von Medikamenten gegen AIDS ins Leben. Die Einrichtung ist in der Lage, jährlich Tausende von Substanzen zu entwickeln, und zahlreiche Laboratorien, Institute und pharmazeutische Unternehmen haben daraus schon ihren Nutzen gezogen. Es wurde ein europäisches Konsortium gegründet, an dem Forscher aus sich ergänzenden Bereichen teilnahmen, darunter insbesondere Medizin-/Organchemiker aus der Tschechischen Republik, Spanien und Großbritannien, Molekularbiologen und Enzymologen aus Schweden sowie Biologen im Bereich der Virologie und Zellbiologen aus Italien. Dank dieser abgestimmten Bemühungen entdeckte das Konsortium 'neue Zielbereiche' im HIV Verdopplungszyklus. Dies führte zur Planung und Entwicklung verschiedener Medikamente gegen HIV und zur Behandlung Tausender HIV-infizierter Patienten, wodurch die Palette der verfügbaren Medikamente für eine antivirale Behandlung (z.B. im Fall von HIV) nachhaltig geprägt wurde.

Ein weiterer Preisträger des Jahres 2001 war ein Team von Chemikern in Grossbritannien, das in Zusammenarbeit mit Teams aus vier weiteren Ländern (AR, DE, FR, RU) innovative Forschung im Bereich der chemischen Produktion betrieben hatte. Bei dem Projekt wurde ein Netzwerk von Chemikern aus ganz Europa (London, Oxford, Paris, Rostock, Moskau und Armenien) eingerichtet, um Industriekraftkatalysatoren zu entwickeln. Viele chemische Stoffen haben sozusagen zwei ‚Hände': Während die eine ‚Hand' in gewissem Maße die gewünschte Wirkung vorweist, handelt es sich bei der anderen 'Hand' im Grunde genommen um ein Spiegelbild, das überhaupt keine Wirkung zeigt oder schlimmer, äußerst schädliche Auswirkungen haben kann. In der Vergangenheit sind die Chemiker dieses Problem angegangen, indem sie die chemischen Stoffe physisch getrennt und die falsche ‚Hand' als Abfall entsorgt haben. Das Team schaffte es nun, einen Katalysator zu bauen, der in der Lage ist, einfache Chemikalien in nur eine 'Hand' des gewünschten Produkts umzuwandeln, wodurch die Gewinnung chemischer Stoffe viel einfacher und umweltfreundlicher geworden ist. Diese Chemikalien werden als Grundstoffe für zahlreiche pharmazeutische Produkte genutzt, die dazu beitragen werden, die Gesundheit der Europäer im 21. Jahrhundert zu schützen.

Im Jahr 2000 wurden für hervorragende Forschungsergebnisse in den Bereichen chemische Reaktionskinetik (UK, FR), Elektronik (NL, DE, UK) und Gentechnologie (UK, IT, NL) drei Preise verliehen. Das erste Projekt trug zum Verständnis der Chemie, die bei der Bildung von Sternen und Planeten eine Rolle spielt, bei. Durch das zweite Projekt konnte die Sicherheit und Logistik von Strichcodes verbessert werden (z.B. für die Supermarktindustrie). Das dritte Projekt hatte direkte Auswirkungen auf die klinische Medizin. Es verbesserte das Verständnis grundlegender Zellprozesse, mit direkten Auswirkungen auf Krebsvorsorge, genetische Krankheiten und Alterung.

              

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