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Brüssels, 29 September, 2000

Europa weiht ein einmaliges Instrument ein,
um herauszufinden, wie Proteine arbeiten

Schlüssel wörter: proteine, bioinformatic, NMR

Einrichtung des DSX750 WB in der Universität Leiden (einschließlich Fotos).

Am 6. Oktober wird in Leiden das erste Hochleistungs-Magnetresonanz-Spektrometer mit einem speziell grossen Durchmesser für die biologische Forschung eingeweiht. Dieses Instrument wurde in einem Demonstrationsprojekt entwickelt, welches durch das Biotechnologie-Programm der Europäischen Kommission finanziert wurde. Durch seine grössere Empfindlichkeit und höhere Auflösung erlaubt es den Forschenden, eine der schwierigsten Fragen in der post-genetischen Aera anzugehen: Wie arbeiten die Proteine, die sich in den Membranen befinden?

Die meisten lebenden Organismen, uns mitgezählt, bestehen aus Billionen von Zellen, getrennt durch Zellmembrane, welche Proteine enthalten. Sie bilden die molekulare Maschinerie der Zellen. Nach ersten Schätzungen der Bioinformatik, welche sich auf die Resultate der menschlichen Genom-Analyse stützt, befinden sich 30 Prozent aller Proteine in den Membranen. Jeder Lebensprozess wird früher oder später durch Membranproteine beeinflusst. Trotzdem wissen wir sehr wenig darüber, wie diese Proteine aussehen oder wie sie arbeiten, weil dazu die nötigen Instrumente und Methoden fehlen. Fortschritte auf diesem Gebiet sind notwendig, denn weltweit stehen pharmazeutische Unternehmen vor der Aufgabe, tausende von (Protein-)Rezeptoren in den Membranen zu analysieren. Erst wenn wir im Detail wissen, wie Hormone oder Arzneimittel an ihre Membranrezeptoren andocken, können wir die Entwicklung neuer Arzneimittel anvisieren.

Der neue Ansatz basiert auf supraleitenden Magnetspulen, für die es in der Forschung viele Anwendungen gibt, eingeschlossen die Magnetresonanz-Tomographie (MRI), eine Methode, die zur Untersuchung von menschlichem Gewebe eingesetzt wird, und Kernmagnetresonanz (NMR), welche zur Darstellung von Prozessen auf molekularer und atomarer Ebene verwendet wird. Ein extrem leistungsfähige, stabile Magnetspule mit einem speziell grossen Durchmesser (wide bore) wurde für die biologische Forschung gebaut und optimiert. Dieses einzigartige Instrument wird den Forschenden neue Einblicke in die biologischen Interaktionen vermitteln, welche Sicht, Geschmack und Geruch genauso kontrollieren, wie viele interne Prozesse, die eine Reihe von Krankheiten von Depressionen bis Arthritis beeinflussen.

Magischer Rotationswinkel (Magic Angle Spinning) nennt sich die verwendete Methode - sie bezieht sich darauf, wie der Gegenstand untersucht wird. Damit können nun Schnappschüsse von Hormonen und Arzneimitteln, angedockt an ihre Rezeptoren, und von Membranstrukturen angefertigt werden. Endlich können wir erforschen, wie diese biologischen Elemente in lebenden Zellen arbeiten.

Rainer Gerold, Direktor des Programms ‘Lebensqualität und Management lebender Ressourcen’ der Europäischen Kommission, Drs. E.A.A.M. Broesterhuizen, von der Generaldirektion Forschung und Forschungspolitik des Ministeriums für Erziehung, Kultur und Wissenschaften und Prof. W.A. Wagenaar, Rektor der Univerität Leiden, werden gemeinsam diese neue Untersuchungsanlage einweihen.

Im Anschluss werden führende Forscher/innen aus der ganzen Welt auf der Basis der bisher erzielten Resultate weitere Einsatzmöglichkeiten für diese neuartige Technologie diskutieren,

Details zum Seminarprogramm finden Sie auf www unter http://wwwchem.leidenuniv.nl/ssnmr/index.htm).

Anmeldungen von Journalisten für die Pressekonferenz um 13:00 Uhr, die Einweihung der Untersuchungsanlage um 14:30 Uhr oder zum Workshop sind bei den Organisatoren oder bei der Europäischen Kommission erwünscht.

Zusätzliche Informationen:

Hugo Zwenk, Konference Organisation, Universität Leiden
Fax: +31-71-5274603, E-mail: zwenk@chem.leidenuniv.nl

Suzanne Kiihne, EU MAS NMR Untersuchungsanlage, Universität Leiden
Fax: +31-71-5274603; E-mail: s.kiihne@chem.leidenuniv.nl

Stéphane Hogan, Programm Lebensqualität, GD Forschung
Fax: +32.2.299.18.60, E-mail : Research Contact

Michel Claessens, Referat Kommunikation, GD Forschung
Fax: +32.2.295.82.20, E-mail: michel.claessens@ec.europa.eu


Projektdetails

Titel: "NMR structures of membrane proteins, complexes and lipid assemblies; a dedicated wide-bore ultra-high-field MAS NMR spectrometer for biological research."
Dauer:
November 1997 - Oktober 2000 (36 Monate);
Gesamt-Budget:
€ 5,131,600
EU-Beitrag:
€ 2,797,000
Partner:
13 aus 5 Staaten

Project partners

Contact person

Country

Leiden University H.J.M. de Groot (co-ordinator) NL
Bruker Analytic GmbH G.J. Wolff DE
FMP Berlin H.E. Oschkinat DE
Oxford University A. Watts UK
University of Nijmegen W.J.de Grip NL
MPI für Strahlenchemie A.R. Holzwarth DE
University of Liverpool G. Britton UK
N.V. Organon L.P.M. Orbons NL
Weizmann Institute S. Vega Israel
MPI für Biochemie B. Bechinger DE
GlaxoWellcome R.R. Cooke UK
University of Aarhus N.C. Nielsen DK
Novo Nordisk A/S R. Bywater DK

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PRESSEMITTEILUNGEN | 02.10.2000