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image Europäische Forschung - Information > Forschung und Gesellschaft > Ein ganz besonderes Gebiet
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imageimageimage Veröffentlichung: 03/04/2002
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  Für genetisch veränderte Organismen (GVO) haben die Europäer nicht viel übrig, und sie möchten in diesem Bereich frei wählen können. Sie wollen besser informiert werden, mehr über ihren Einsatz in der Nahrung erfahren und wissen, wie die Wissenschaftler zu ihrer eventuellen Unschädlichkeit stehen.
   
     
   

Schaden Lebensmittel, die GVO enthalten, der Gesundheit? Ein Viertel der Europäer kann diese Frage nicht beantworten. Die meisten von ihnen glauben jedoch, dass die GVO eine Gefahr darstellen können (56,4%). Unter diesen Gegnern findet sich ein vergleichbarer Anteil von Bürgern, die sich als gut oder schlecht informiert bezeichnen (59,9% bzw. 53,2%): 58% derjenigen, die im Alter von 15 Jahren oder noch jünger von der Schule abgegangen sind, hegen Misstrauen gegen GVO, aber dies gilt auch für 53,2% der Personen, die über ihr 20. Lebensjahr hinaus studiert haben. Diese gemeinsame Ablehnung, bei anders gearteten Fragen nur höchst selten festzustellen, ist typisch für die besondere Stellung der GVO, zumindest im Hinblick auf die menschliche Ernährung(1). Im Übrigen ist zu bemerken, dass die Europäer, sobald es nicht mehr um GVO geht, zu 59% der Meinung sind, dass „Wissenschaft und Technik die Landwirtschaft verbessern werden“.

Das Recht, frei zu wählen

Die Erhebung 2001 hat erlaubt, diese „heikle“ Frage anhand verschiedener Vorschläge – insbesondere im Hinblick auf die freie Wahl und die Information der Verbraucher sowie die Gefährlichkeit der Produkte – gründlicher zu untersuchen. Die erste dieser Feststellungen („ich möchte das Recht haben, frei zu wählen“) hat ein Rekordergebnis erzielt: 94,6% der Europäer möchten die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden. Weitere 85,9% verlangen außerdem ausreichende Informationen („vor ihrem Verzehr mehr über diese Art von Lebensmitteln erfahren“), und der gleiche Anteil ist der Auffassung, dass die GVO „erst eingeführt werden sollten, wenn ihre Unschädlichkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist“ – auch dies ist als Ausdruck des Vertrauens in die Wissenschaft zu werten.

Ernährung und Umwelt

Allerdings herrscht das Misstrauen vor: 70,9% der Befragten erklären, derartige Lebensmittel abzulehnen (gegenüber 14,6%, nach deren Auffassung diese „keine besondere Gefahr darstellen“). Das Urteil nuanciert sich bei den Personen mit dem höchsten Bildungsniveau, deren Verweigerung auf 65,4% „sinkt“. Auch bei der Jugend ist sie weniger ausgeprägt: 64,3% der 15- bis 24-Jährigen (verglichen mit 74,8% der Befragten ab 65 Jahren), und insbesondere die jungen Männer (60,7% sind gegen GVO, verglichen mit68,1% der Frauen in der gleichen Altersklasse). Merkwürdig ist, dass die Holländer und die Portugiesen häufiger als der Durchschnitt (23,1% bzw. 24,3%) erklären, diese Produkte seien überhaupt nicht gefährlich.

59,4% der Befragten glauben im Übrigen, transgene Pflanzen könnten „negative Auswirkungen auf die Umwelt haben“. Diese Einschätzung variiert je nach dem Bildungsniveau (je höher es ist, um so stärker ist die Zustimmung). Allerdings sind die möglichen Nachteile von GVO einer relativ hohen Zahl von Europäern nicht ganz klar, wodurch es zu einem nicht unbedeutenden Anteil von „Keine Angabe“ kommt: 30,6% für die Gefährlichkeit im Allgemeinen, 28,7% im Hinblick auf die Umweltschäden.

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(1) Daniel Boy weist in seinem Interview, auf die spezielle Problematik der GVO hin: Die Einstellungen zu dieser Frage hängen nicht vom Informations- oder Wissensniveau ab.
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Die 15- bis 24-Jährigen stehen GVO nicht so ablehnend gegenüber wie die älteren Bürger. Wenn es sich um ein Generationsproblem handelt, das impliziert, dass die Jugend an technologische Innovation gewöhnt ist, dürfte das Gefühl der Akzeptanz anhalten. Wenn das Phänomen mit der Altersgruppe zusammenhängt und die jungen Leute von Natur aus auf Gefährlichkeiten weniger anfällig sind als die älteren, darf angenommen werden, dass die allgemeine Einstellung der Gesellschaft gegenüber den GVO sich nicht plötzlich ändern wird.


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