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image Europäische Forschung - Information > Forschung und Gesellschaft > Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß...
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imageimageimage Veröffentlichung: 03/04/2002
 image Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß...
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  Wissenschaft und Technik interessieren mich, erklärt knapp die Hälfte (45,3%) der Europäer. Zwei Drittel von ihnen halten sich allerdings für schlecht informiert. Auch wenn sie den Eindruck haben, sich bei bestimmten Themen, die ständig in den Nachrichten behandelt werden – etwa Rinderwahnsinn oder Treibhauseffekt – gut auszukennen, fühlen sie sich auf viel unsichererem Terrain, wenn sie gebeten werden, die diesen Fragen zugrunde liegenden wissenschaftlichen Konzepte zu erklären.
   
     
   

Mehr darüber wissen?

Diesen Wunsch haben 15% der Europäer. Der Hunger nach Wissen wächst in der Regel mit dem Bildungsniveau und betrifft in erster Linie die Männerwelt. Häufig ist er besonders ausgeprägt in Ländern mit einer bedeutenden Hochschultradition, wobei es allerdings einige Ausnahmen von dieser Regel gibt: 60,9% der Griechen melden Interesse an Wissenschaft und Technik, verglichen mit 29,8% der Deutschen.

An der Spitze: Medizin und Umwelt

Fast täglich in den Nachrichten, Lieblingsthema der Medien: Medizin und Umwelt sind derzeit obenauf. 60,3% der Europäer interessieren sich für Fortschritte im Gesundheitsbereich, darunter hauptsächlich Frauen (68,4%) und ältere Menschen (69,5% über 55 Jahre). Die Jugend wiederum fühlt sich besonders betroffen von Umweltfragen (53,8% der 15- bis 24-Jährigen). Diese Öko-Sensibilität ist auch bei der Gruppe mit den höchsten Bildungsabschlüsse festzustellen (37,8% der Befragten, die länger als bis zu ihrem 20. Lebensjahr studiert haben).

Medien: Spitzenreiter Fernsehen

Woher beziehen wir unser Wissen in Sachen Wissenschaft und Technik? An erster Stelle, mit ziemlichem Vorsprung, über das Fernsehen (60,3 % der Informationsquellen). Die Mehrheit der Befragten (66,4 %) „sieht lieber Fernsehsendungen zu diesem Thema, als Artikel darüber zu lesen“, und offenbar haben die audiovisuellen Medien in ganz Europa den gleichen Erfolg – mit gewissen Abstrichen beim italienischen Publikum. Gute Noten erzielt aber auch die geschriebene Presse in bestimmten Ländern (Finnland, Niederlande, Schweden) und bei Personen mit den höchsten Bildungsabschlüssen, die sich entweder über die allgemeine Presse (41,5%) oder über wissenschaftliche Zeitschriften (29,2%) informieren. Das Radio ist eine vertraute Informationsquelle der älteren Personen (29,1%), während das Internet von Jugendlichen und Studenten bevorzugt wird. Letztere Bevölkerungsgruppe interessiert sich auch am meisten für Wissenschafts- und Technikmuseen (31%). Die Älteren haben dafür nur wenig übrig (32,6%) oder begründen ihre seltenen Museumsbesuche mit Zeitmangel (29,2%) oder geographischer Entfernung (11,9%). In manchen Ländern sind Wissenschaftszentren allerdings Teil der kulturellen Gewohnheiten; vor allem in den Niederlanden, Dänemark und Schweden sind sie ausgesprochen beliebt.

Wissen auf dem Prüfstand

Vertiefen sich die wissenschaftlichen Kenntnisse der Europäer im Laufe der Jahre? Kaum, wenn man die Eurobarometer- Erhebungen aus den Jahren 1992 und 2001 analysiert, in denen die Interviewer im großen Ganzen vergleichbare Testfragen benutzten.

Das Quiz 2001 umfasste 13 Aussagen, die als „richtig“, „falsch“ oder „keine Angabe“ einzustufen waren. Beispielsweise wurden die Europäer gebeten, sich zu Feststellungen wie „Die Gene des Vaters entscheiden über das Geschlecht des Kindes“ oder „Jede Radioaktivität ist auf menschliche Tätigkeit zurückzuführen“ zu äußern. Anhand dieser Behauptungen, die sich von einer Eurobarometer-Erhebung zur nächsten kaum ändern, sollen erlauben, die Entwicklung der Kenntnisse zu beurteilen. Diesbezüglich sind nur geringe Veränderungen zu beobachten, es sei denn, die behandelten Fragen wurden zwischenzeitlich in den Medien aufgegriffen. So wurde beispielsweise die Frage nach der Wirkung von Antibiotika auf Viren im Jahr 2001 häufiger richtig beantwortet (von 39,7%, gegenüber 27,1% im Jahr 1992), ebenso wie die nach der möglichen Koexistenz von Menschen und Dinosauriern (59,4% gegenüber 49,9%). Haben hier Nachrichten und Kinofilme ihre Hand im Spiel?

Verstehen

Haben die Europäer klare Vorstellungen davon, wie Forscher arbeiten und welche wissenschaftlichen Methoden sie anwenden? Um dies herauszufinden, wurden zwei Fallbeispiele (die Art, ein Medikament zu testen, und die Erbrisiken einer Krankheit) präsentiert, mit drei oder vier möglichen Antworten. Richtig beantwortet wurde die erste Frage (ein Medikament wird getestet, indem man es einer Gruppe verabreicht, während gleichzeitig eine andere Gruppe ein Placebo erhält) von 36,7%, die zweite (jedes Kind eines Paares hat ein gleich hohes Risiko, mit einer Erbkrankheit geboren zu werden) von 68,7%. Auch diesmal wurden die besten Ergebnisse in Nordeuropa erzielt (vgl. den exakten Wortlaut der Fragen in den Tests auf Seite 16).

Eine weitere Frage lautete: Haben Sie das Gefühl, die aktuellen Wissenschaftsthemen zu verstehen? Am besten wussten die Befragten offenbar über die Luftverschmutzung (85,3%), den Rinderwahnsinn (76,6%), den Treibhauseffekt (72,9%), die Löcher in der Ozonschicht (72,6%) und die Erwärmung unseres Planeten (72,3%) Bescheid. Die GVO und das Internet erreichten knapp 60%. Im Hinblick auf gentechnisch entwickelte Medikamente (32,7%) und Brennstoffzellen (32,7%) schienen die Dinge schon viel weniger klar. Und die Nanotechnologien bleiben anscheinend 67,1% der Europäer ein Rätsel.

Diese „subjektiven“ Beurteilungen wurden durch einen gründlicheren Fragebogen –„richtig oder falsch“ – abgerundet. Bei dieser etwas subtileren Übung stellte sich jedoch heraus, dass diejenigen, die nach eigener Einschätzung ein Thema verstanden, dieses offensichtlich nicht besser beherrschten als die Befragten, die erklärt hatten, weniger davon zu verstehen. Ein Beispiel: 55,7% waren der (irrigen) Ansicht, dass „die Ozonlöcher immer mehr Unwetter und Stürme auslösen werden, während über 70% das Gefühl hatten, dieses Phänomen zu begreifen.

Information und Motivation

Was motiviert die Europäer? Fünf Gebiete wurden ihnen vorgeschlagen: Sport, Kultur, Politik, Wissenschaft und Technik, Wirtschaft und Finanzen. 45,3% erklären, an Wissenschaft interessiert zu sein – an dritter Stelle nach der Kultur (56,9%) und dem Sport (54,3%). Aber die Begeisterung für dieses Thema heißt noch lange nicht, dass jeder Wissensdurst auch gestillt wird: Zwei Drittel der Befragten halten den Zugang zu Informationen über Wissenschaft und Technik für unzulänglich. Für Sport, Kultur und Politik ist dies offenbar absolut nicht der Fall.

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Schlauköpfe unter sich

Graphic elementDie Europäer, die lange studiert haben oder in Ländern mit einer ausgeprägten wissenschaftlichen Kultur (Schweden, Niederlande, Finnland, Dänemark) leben, nehmen zu folgenden Fragen oft einen ähnlichen Standpunkt ein:

  • die Bedeutung, die Umweltproblemen beigemessen wird (37,8% der Befragten, die über das Alter von 20 Jahren hinaus studiert haben);

  • Gefühl des Misstrauens gegenüber den von Medien erteilten wissenschaftlichen Informationen;

  • weniger Widerstand gegen GVO im Hinblick auf die Gesundheit (65,4% würden sie in ihrer Ernährung ablehnen, gegenüber 70% im Allgemeinen), aber breitere Akzeptanz der Hypothese ihrer negativen Umweltfolgen;

  • Wunsch, die Wissenschaftler nicht für den Gebrauch ihrer Forschungsergebnisse verantwortlich zu machen (60,5%);

  • Zuweisung der Verantwortung für BSE an andere Kreise als den der Wissenschaft;

  • Öffnung Europas für ausländische Wissenschaftler, um dem Forschermangel entgegenzutreten.

 

 

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29.1% of Europeans say they are interested in science and technology and believe they are well informed. But 48.5% say science leaves them cold. A significant proportion (14.7%) say they are "interested" but "not informed" - revealing a potential knowledge gap. This attitude is particularly common in Greece (25.5%).

29,1 % der Europäer erklären, sie seien an Wissenschaft und Technik interessiert, und halten sich für gut informiert. 45,8 % hingegen haben daran keinerlei Interesse. Es gibt jedoch einen nicht unbedeutenden Prozentsatz (14,7 %) der Bevölkerung, der sich als „interessiert“, aber „nicht informiert“ bezeichnet. Diese Haltung trifft man in Griechenland besonders oft an (25,5 %).


Fewer than one in five Europeans (17.8%) have recently visited a science and technology museum. They are visited less frequently than libraries (30.7%), zoos and aquariums (25.7%), and art galleries (20.9%).

Weniger als ein Fünftel der Europäer (17,8 %) hat kürzlich ein Wissenschafts- und Technikmuseum besucht. Diese Einrichtungen werden seltener besucht als Bibliotheken (30,7%), Zoos und Aquarien (25,7%) oder Kunstmuseen (20,9%).

 

Wissensindex

Mithilfe dieser 13 Quizfragen lässt sich ein „Wissensindex“ erstellen, der auf den richtigen Antworten beruht und von 0 bis 13 geht. Der Durchschnitt dieses Indexes liegt bei 7,8%. Gemäß dem Alter bei Studienabschluss berechnet, zeigt er einen klaren Zusammenhang zwischen Bildung und wissenschaftlichen Kenntnissen auf. Überdies wird daraus ersichtlich, dass es in den nordeuropäischen Ländern (Schweden, Niederlande, Finnland, Dänemark) sehr viel besser um die wissenschaftliche Information bestellt ist als weiter südlich (Portugal, Griechenland, Spanien) oder in Irland.

 

Was meinen Sie
mit wissenschaftlich?

Die Astrologie wird von 52,7% der Europäer als „eher wissenschaftliche“ Aktivität betrachtet. Dieser Status wird der Wirtschaft nur in 42,3%, der Geschichte nur in 33,1% der Fälle zuerkannt. Am meisten Anerkennung und Achtung unter den Wissenschaften genießt die Medizin (92,6%), gefolgt von Physik (89,5%) und Biologie (88,2%).

 

Ein gewisses Misstrauen

Eine Minderheit der Europäer (26,3%) hält die wissenschaftlichen Informationen für zu pessimistisch und die Journalisten für schlecht ausgebildet. Diese misstrauische Haltung verstärkt sich geringfügig (31,5 %) bei den Personen, die sich „informiert“ und an Wissenschaft „interessiert“ bezeichnen.

 

 


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