Die
Sachlage
Der
Wasserverbrauch in Madrid wurde von 1992 bis 1994 um 25% gesenkt. So
wurden dank einer intelligenten Nutzungsstrategie 100 Millionen m3
Wasser pro Jahr eingespart. Dieses Ergebnis läßt sich mühelos
umsetzen, wobei sich häufig denkbar einfache Lösungen anbieten:
- Wenn in WC-Spülungen 6 statt 9 Liter Wasser durchliefen, würde
der Wasserverbrauch der Haushalte um 10% sinken.
- Die Wasserverluste in den Versorgungssystemen ganz Europas werden
durchschnittlich auf 30% geschätzt. In einigen Stadtnetzen können
sie 70 - 80% erreichen.
Durch rationellere Nutzung des Wassers in Industrie und Landwirtschaft
ließe sich die Vergeudung ebenfalls maßgebend einschränken.
Maßnahmen
Die
europäischen Forschungsarbeiten in diesem Bereich betreffen vor
allem:
- die Kreislaufnutzung von Wasser und dessen Ersatz als Kühlmittel,
Lösungsmittel oder Niederschlagsmedium in verschiedenen Industriezweigen;
- die Beherrschung wirtschaftlicher Bewässerungsverfahren in
der Landwirtschaft;
- die Vermeidung und Erkennung von Leckstellen und Techniken zur Renovierung
der Versorgungsnetze;
- die Verbesserung der Verfahren und der Koordinierung der Unternehmen
der Wasserwirtschaft.
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Stadtwasser: Schluß mit der Mißwirtschaft
Das europäische COST-Netz für
Bewertung städtischer Infrastrukturnetze geht gegen die enorme
Verschwendung und die Verunreinigungsrisiken vor, die in zahlreichen
Kanalisationen der Versorgungssysteme herrschen.

Portugal:
Eine wachsame Textilbranche
Wassereinsparungen von 10 - 15%, ein Abbau
der verwendeten Chemikalien um 20%, eine Senkung der Kosten der Abwasseraufbereitung:
Diese Ergebnisse werden in der portugiesischen Textilbranche aufgrund
technischer Empfehlungen des CITEVE (des portugiesischen Zentrums der
Textil- und Bekleidungsindustrie) im Rahmen eines europäischen
Projekts unter Mitwirkung von KMU erzielt, die auf die Appretur von
Stoffen spezialisiert sind.
Intelligente Bewässerung
Im Süden Europas, wo ein gravierender Wassermangel herrscht, wird
mit der unkontrollierten Bewässerung der bebauten Flächen
Wasser vergeudet und das Eindringen von Nitraten in das Grundwasser
beschleunigt. Im Rahmen eines europäischen Projekts werden Sensoren
und Bewässerungstechniken entwickelt, mit denen sich die Wasserzufuhr
auf den Mindestbedarf der Pflanzen beschränken läßt.

Sparsamere Pflanzen
Zahlreiche Forschungsarbeiten über die Physiologie, Genetik und
Molekularbiologie höherer Pflanzenarten werden auf europäischer
Ebene koordiniert, um ihre Dürrefestigkeit und mithin den minimalen
Bewässerungsbedarf zu ermitteln und gezielt zu nutzen.
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