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Hintergrund
Warum werden Forschungsmaßnahmen von der Europäischen Union unterstützt?
Stellen Sie sich Folgendes vor: In Lissabon erzielt eine Gruppe Wissenschaftler einen Durchbruch auf dem Gebiet Zellgenetik und findet den Schlüssel zur Entstehung erblich bedingter Krebserkrankungen. Die Beteiligten wenden viel Zeit und Geld für die Überprüfung und Bestätigung ihrer Erkenntnisse auf. Dann erfahren sie plötzlich, dass schwedische Forscher nur zwei Monate zuvor praktisch die gleiche Entdeckung gemacht haben. Fälle wie diese unter anderem sind gemeint, wenn in der Europäischen Union über die Zersplitterung der europäischen Forschungslandschaft geklagt wird. Eine effizientere Kommunikation zwischen den Forschungsbeteiligten und eine bessere Abstimmung ihrer Forschungstätigkeiten in ganz Europa sind wichtige Ziele der EU. Die Gestaltung des EFR Im selben Jahr wie der Beschluss über den EFR entstand auf dem Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Portugal die Lissaboner Strategie. Mit ihrer Hilfe soll Europa bis zum Jahr 2010 der „dynamischste und wettbewerbsfähigste wissensbestimmte Wirtschaftsraum der Welt“ werden. Zwei Jahre später wurde diese Strategie in der Erkenntnis, dass die EU hinter dem Zeitplan zurückblieb, auf dem Gipfeltreffen von Barcelona um konkrete Ziele erweitert. So wurden die Mitgliedsländer ermutigt, den Anteil ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt zu steigern (das so genannte „Dreiprozentziel“). |
Die Summe aller (kleinen) Teile
Ein kurzer Überblick über die weltbewegenden Erfindungen und wissenschaftlichen Entdeckungen wie etwa Fernsehen und Internet verdeutlicht die lange, von herausragenden Errungenschaften geprägte Tradition Europas in Forschung und Innovation. Diese führende Rolle Europas ist in vielen Bereichen von Wissenschaft und Technik – insbesondere auf dem Energiesektor und in der Medizin – zwar weiterhin gegeben, doch sind die europäischen Wissenschaftler und Forschungszentren zumeist über den ganzen Kontinent verstreut. Wie aus dem eingangs genannten Beispiel hervorgeht, leiden die Forschungsbemühungen in der Europäischen Union an unzureichender Kommunikation und Kooperation. Heute, mit dem Sechsten Rahmenprogramm (FP6) – der jüngsten in einer Reihe von auf EU-Ebene ergriffenen Maßnahmen zur Forschungsfinanzierung – ist der Boden für eine bessere Zusammenführung der verstreuten europäischen Forschungsaktivitäten unter einem Dach bereitet. In dieser festen Struktur mit untereinander vernetzten Beteiligten können Forschung und Innovation gedeihen. Diese einheitliche Struktur wird als Europäischer Forschungsraum (EFR) bezeichnet. Der EFR bildet die Grundlage für eine Neuaufteilung und Intensivierung der Forschungsbemühungen innerhalb der EU, sowie für deren Abstimmung mit nationalen und internationalen Maßnahmen. Mit dem EFR als Orientierungsrahmen sollen Forschung und Innovationspolitik in Europa effizienter gestaltet und so die künftige Wettbewerbsfähigkeit und damit auch die wirtschaftliche Zukunft der 25 Mitgliedsländer gesichert werden.
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