Entwicklung einer Bioökonomie im ländlichen Europa

Nach Aussaat, Anbau und Ernte von Nutzpflanzen liegen viele Agrarbetriebe brach. Durch die Umwandlung der Betriebe in Bioproduktionsanlagen könnten sie ganzjährig genutzt werden – das bedeutet mehr Geld für Betreibende und den Agrarsektor. Dieses EU-finanzierte Projekt entwickelte und demonstrierte zu diesem Zweck potenzielle biobasierte Produkte, die in den Anlagen hergestellt werden könnten.

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Published: 18 November 2020  
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Entwicklung einer Bioökonomie im ländlichen Europa

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© AGROinLOG, source: agroinlog-h2020.eu

Da viele europäische Agrarbetriebe auf die jahreszeitlich bedingte Verfügbarkeit ihrer primären Ausgangsstoffe angewiesen sind, werden ihr Ausrüstungsgut und ihre Anlagen über einen längeren Zeitraum des Jahres nicht genutzt. Das EU-finanzierte Projekt AGROinLOG will dazu beitragen, dass diese Monate der Inaktivität gewinnbringend genutzt werden können, und erarbeitet daher ein neues Geschäftsfeld, mithilfe dessen landwirtschaftliche Betriebe auf eine ganzjährige Tätigkeit umstellen und ihre Kapazitäten so voll ausnutzen können.

„Dadurch werden landwirtschaftliche Betriebe ihre Geschäftstätigkeiten diversifizieren, ihre jährliche Aktivität stabilisieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie ihre Einnahmen steigern können“, so María Izquierdo, Projektmanagerin bei der Stiftung CIRCE und im Projekt AGROinLOG. „Wir untersuchten hierfür die Möglichkeit, einen landwirtschaftlichen Betrieb in ein integriertes Biomasselogistikzentrum umzuwandeln.“

Ein integriertes Biomasselogistikzentrum ist ein biobasiertes Geschäftsfeld, das bereitstehende Anlagen, Ausrüstung und verfügbares Personal einsetzt, um die Monate mit geringer Lebensmittelerzeugung zu nutzen. „Integrierte Biomasselogistikzentren gliedern eine neue Wertschöpfungskette, in der andere Erzeugnisse als Lebensmittel hergestellt werden, in die bereits bestehende Lebensmittelkette ein. Dabei werden Biomasse, Abfälle oder andere Reststoffe verwertet“, erläutert Izquierdo. „Das Ergebnis ist die Erzeugung von Biorohstoffen, die von der Bioenergie- und der Bioraffineriebranche aufgekauft und eingesetzt werden können.“

Ermittlung neuer Bioprodukte und Biorohstoffe

AGROinLOG testete sein Konzept der integrierten Biomasselogistikzentren in Unternehmen in Griechenland, Spanien und Schweden. In Spanien demonstrierten Forschende die Durchführbarkeit des Einsatzes eines solchen Zentrums beispielsweise im Futtersektor, um Mischpellets aus Rohstoffen wie Futterkräutern und Holz herzustellen. In Griechenland führten Forschende erstmals die mechanisierte Beschneidung von Olivenbäumen und die mechanisierte Olivenernte mithilfe integrierter Ernte- und Zerkleinerungssysteme vor. In Schweden zeigten sie, dass fortgeschrittene Biokraftstoffe wie Bioethanol der zweiten Generation und Bioöl aus dem Stroh von Winterweizen hergestellt werden können.

„Dank dieser Demonstrationen ermittelten wir technisch umsetzbare Bioprodukte und Biorohstoffe für die Getreide-, Futtermittel- und Olivenbranche“, merkt Izquierdo an. Beispiele für diese Produkte sind Energiepellets, mit Naturfasern verstärkte Thermokunststoffe, biologische Spanplatten, Adsorptionsmittel für ausgetretene Kohlenwasserstoffe, Aktivkohle für elektronische Geräte, Einstreu für Kaninchen, Phenolextraktion, Bioöl sowie Biokohlepellets.

Zusätzlich zu diesen Demonstrationen ermittelte das Projekt auch, welche europäischen Regionen und Agrarsektoren ein hohes Potenzial für die Umsetzung des Konzepts haben. „Die wichtigste Schlussfolgerung des Projekts ist, dass der Einsatz integrierter Biomasselogistikzentren in landwirtschaftlichen Betrieben nicht nur durchführbar ist, sondern auch eine wichtige Gelegenheit für die Diversifizierung darstellen kann“, so Izquierdo weiter.

Schaffung neuer Arbeitsplätze

Forschende arbeiteten an der Umwandlung der erfolgreichen landwirtschaftlichen Demonstrationsstätten in vollständige integrierte Biomasselogistikzentren – darunter fielen die Optimierung der Lieferkette und die Validierung der Qualität der neuen Erzeugnisse.

„Die Geschäftsmodelle, die für die drei Versuchsfälle entworfen worden waren, zeigten, dass sie die Zeitarbeit verbesserten und sogar dazu beitrugen, Vollzeitstellen zu schaffen“, schließt Izquierdo. „Daher kann die Umsetzung dieses Konzepts in landwirtschaftlichen Betrieben dazu beitragen, Menschen zum Umzug in ländliche Gebiete zu bewegen und die Bevölkerung dort zu halten.“

Forschende des Projekts arbeiten derzeit daran, den Einsatz integrierter Biomasselogistikzentren in anderen landwirtschaftlichen Betrieben zu wiederholen. AGROinLOG diente auch als Keim für andere europäische Forschungsprojekte, die sich auf den Einsatz erneuerbarer Ausgangsstoffe zur Erzeugung von Bioenergie und anderen Biorohstoffen konzentrieren.

Projektdetails

  • Projektkürzel: AGROinLOG
  • Beteiligte: Spanien (Koordinator), Belgien, Griechenland, Italien, Niederlande, Serbien, Schweden, Ukraine
  • Projektnummer: 727961
  • Gesamtkosten: EUR 6 385 661
  • EU-Beitrag: EUR 5 935 714
  • Dauer: November 2016 bis Juli 2020

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