Automatisierte Spargelernte senkt Kosten und verbessert Ernte

Die Ernte von weißem Spargel erfolgt überwiegend manuell. Die damit verbundenen Kosten sind für die Landwirtschaft finanziell belastend. Daher hat ein EU-finanziertes Projekt ein automatisiertes Erntewerkzeug entwickelt, das selektiv nur reifen Spargel erntet und die Pflanzen dabei nicht beschädigt. Das ist kostensparend, verbessert die Erntequalität und macht harte körperliche Arbeit überflüssig.

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Published: 8 September 2020  
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Automatisierte Spargelernte senkt Kosten und verbessert Ernte

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© Cerescon 2020

Bei der selektiven Ernte werden die reifen Pflanzenteile geerntet, ohne dabei Pflanzenteile zu beschädigen, welche zu einem späteren Zeitpunkt geerntet oder in der Erde belassen werden sollen. Gegenwärtig geschieht dies ausschließlich durch manuelle Arbeit. Typische Beispiele selektiv geernteter Nutzpflanzen sind Tomaten, Gurken, Erdbeeren, Melonen, Heidelbeeren und Himbeeren.

„Dies trifft auch auf weißen Spargel zu“, erklärt die SPARTerS-Projektkoordinatorin Thérèse van Vinken von Cerescon in den Niederlanden. „Der europäische Markt hat derzeit einen Wert von etwa 800 Mio. EUR pro Jahr, aber leider ist die gesamte Branche bedroht. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Zahl der handlesenden Erntearbeiterinnen und -arbeiter von Jahr zu Jahr abnimmt, wohingegen die Preise für manuelle Arbeit weiterhin ansteigen.“

Es gibt aber noch andere Probleme im Zusammenhang mit der Handlese. Spargelstangen können manchmal unentdeckt und bis zur folgenden Erntesaison aus dem Sandbett ragend stecken bleiben. Dies kann zu Verfärbungen und zur Entwicklung von offenen Spargelköpfen führen.

Automatisierte Erntelösung

Um diese Herausforderungen zu überwinden, hat sich das EU-finanzierte Projekt SPARTerS darauf ausgerichtet, eine mechanisierte selektive Erntemaschine auf den Markt zu bringen. Das Hauptziel dieser Innovation ist die Senkung von Erntekosten, sowie die Verbesserung der Erntequalität und -quantität.

„Die Lösung beruht auf einem patentierten unterirdischen Detektionsverfahren“, erläutert van Vinken. „Sensoren erkennen den Spargel, während er im Untergrund wächst, ohne mit ihm in Berührung zu kommen. Infolgedessen bleibt die Pflanze unbeschädigt.“ Zu diesem Zeitpunkt werden die Daten über den Spargel an einen patentierten selbstfahrenden Ernteroboter übermittelt.

Der Roboter erntet nur Spargelpflanzen, die in einem Zug gepflückt werden können, und legt sie auf ein Förderband. Das im Sandbett zurückbleibende Loch wird anschließend wieder verschlossen, um zu verhindern, dass die nachfolgenden Pflanzen gekrümmt wachsen.

Versuche haben gezeigt, dass die Verwendung der Sparter-Maschine die Erntekosten halbieren kann, zum einen durch die Einsparung an Lohnkosten, aber auch durch die Unversehrtheit der Pflanzen und den geringen Ausschussanteil.

„Alle Arten von Daten können von den Untergrundsensoren gesammelt werden“, fügt van Vinken hinzu. „Dies kann dazu beitragen, dass die Ernteerträge besser vorhersehbar sind.“ Beispielsweise können Landwirtschaftsbetriebe darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine Düngung oder Bewässerung zu einer bestimmten Zeit, oder in einem bestimmten Bereich des Feldes, ansteht.

Die Spargelanbauer haben von Anfang an maßgeblich zur Entwicklung von Sparter beigetragen.

„Wir gründeten einen Nutzerkreis, der sich aus Anbauern in den Niederlanden und Deutschland zusammensetzt“, so van Vinken weiter. „Diese Landwirtschaftsbetriebe gaben uns umfangreiches Feedback zur Entwicklung dieser Technologie und versorgten uns mit wesentlichen Informationen über ihre spezifischen Anforderungen, Anlagen und Erntekosten.“

Die Zukunft der Landwirtschaft

Für van Vinken stellt die Sparter-Innovation die Zukunft des Spargelanbaus dar, insbesondere angesichts der Coronavirus-Epidemie. Nachdem die Grenzen geschlossen worden waren, wurden die Anbauer zu Opfern der Krise, da sie für die Versorgung ihrer Spargelbeete auf manuelle Arbeit angewiesen waren.

„Die selektive Ernte in Westeuropa wird üblicherweise von Zeitarbeitskräften durchgeführt, die aus dem Ausland kommen“, erklärt van Vinken. „Da viele dieser Arbeitskräfte nicht reisen konnten, waren die Landwirtschaftsbetriebe nicht imstande, ihre Pflanzen zu pflegen. In einigen Fällen wurden zwischen 70 und 80 % der Spargelbeete nicht beerntet.“

Ein weiterer Punkt ist, dass die manuelle Ernte von weißem Spargel eine schwere, körperliche und anstrengende Arbeit darstellt. Der Übergang zur automatisierten selektiven Ernte verspricht die Schaffung von qualifizierteren und spezialisierteren Arbeitsstellen, die sich auf den Maschinenbetrieb und das Sortieren konzentrieren.

Trotz der Herausforderungen für die Branche stellt Europa nach wie vor fast ein Drittel des weltweiten Spargelmarktes dar. Van Vinken ist zuversichtlich, dass dies ein lukrativer Markt bleibt, auf dem man aufbauen und der durch den Einsatz von Technologie verbessert werden kann.

In der Tat ist SPARTerS zweifellos führend – aufgrund des Erfolgs des EU-finanzierten Projekts hat das Projektteam vor kurzem noch zusätzliche 3 Mio. Euro aus privaten Quellen erhalten, um seine Arbeit fortzusetzen.

Projektdetails

  • Projektkürzel: SPARTerS
  • Beteiligte: Die Niederlande (Koordinator)
  • Projektnummer: 811469
  • Gesamtkosten: EUR  3 089 426
  • EU-Beitrag: EUR  1 498 042
  • Dauer: Juli 2018 bis Juli 2020

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