Beschleunigung der Impfstoffentwicklung im Kampf gegen COVID-19

Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein zeitaufwendiger, komplexer Prozess. Aber wie die aktuelle globale Pandemie verdeutlicht, ist Zeit ein entscheidender Faktor. Eine EU-finanzierte Forschungsgruppe hat daher eine Plattform ins Leben gerufen, die Dienstleistungen, Unterstützung, Vernetzung und Schulungen anbietet, um die Impfstoffentwicklung, u. a. gegen COVID-19, zu beschleunigen.

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Published: 9 July 2020  
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Beschleunigung der Impfstoffentwicklung im Kampf gegen COVID-19

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© Kadmy, #94355258, 2018. source: stock.adobe.com

Ein wirksamer Impfstoff ist das wichtigste Instrument bei der Prävention von Krankheiten. Leider ist die Entwicklung eines Impfstoffs ein zeitaufwendiger und komplexer Prozess – eine Tatsache, die während der COVID-19-Pandemie überaus deutlich geworden ist.

Erfolgreiche Forschung gibt es nicht ohne Zusammenarbeit. Vielmehr sind internationale Kooperation, öffentlich-private Partnerschaften und der Austausch von Ressourcen und Fachwissen unabdingbar. In Europa wird dies u. a. von TRANSVAC2 vorangetrieben, einem EU-finanzierten Projekt, das von der Europäischen Impfstoffinitiative geleitetet wird und die Impfstoffentwicklung beschleunigen soll.

„TRANSVAC2 unterstützt die Entwicklung innovativer präventiver und therapeutischer Impfstoffe für den human- und veterinärmedizinischen Gebrauch“, beschreibt Hilde Depraetere, Projektleiterin der Europäischen Impfstoffinitiative. „Damit möchten wir nicht nur drängende Herausforderungen im Gesundheitswesen wie die COVID-19-Pandemie bewältigen, sondern auch Europa als globalen Marktführer in der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen positionieren.“

Dienstleistungen, Unterstützung, Vernetzung und Schulung

Um die Impfstoffentwicklung zu optimieren, bietet TRANSVAC2 eine breite Palette an Dienstleistungen in allen Phasen der Impfstoffentwicklung an, von denen die meisten kostenlos erhältlich sind. Alle Dienstleistungen werden durch gemeinsame Forschungstätigkeiten der Partnerinstitutionen ergänzt.

„Diese Initiativen konzentrieren sich in der Regel auf die Verbesserung von Adjuvantien, prädiktive Assays und systembiologische Methoden“, fügt Depraetere hinzu. „Sie zielen darauf ab, die derzeitigen großen Lücken im für die Impfstoffentwicklung erforderlichen Wissen zu schließen und die angebotenen Dienstleistungen zu verbessern und zu unterstützen.“

TRANSVAC2 bietet auch eine Reihe von Netzwerkinitiativen an, z. B. die gemeinsame Nutzung von Probenbanken durch Partnerinstitutionen. „Durch die gemeinsame Nutzung verschiedener tierischer Proben trägt unsere Biobank dazu bei, die Zahl der in Studien eingesetzten Tiere zu verringern“, erläutert Depraetere.

Nicht zuletzt hat TRANSVAC2 zudem 14 Trainingsmodule im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) von Impfstoffen in verschiedenen europäischen Forschungseinrichtungen erstellt. „Ziel dieser Initiative ist es, Wissenschaftler in der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen zu schulen, um die Führungsrolle Europas auf diesem Gebiet zu stärken“, so Depraetere. „Wir haben bereits über 100 Forschende in Bereichen wie Analytik, klinische Entwicklung, Prozessentwicklung und regulatorischen Aspekten geschult“.

Besondere Unterstützung der FuE von Impfstoffen gegen COVID-19

Diese einzigartige Kombination aus Dienstleistungen, Unterstützung, Vernetzung und Schulung hat sich als eine erfolgreiche Kombination erwiesen. Innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Start von TRANSVAC2 wurden 38 Dienstleistungen für 23 Projekte gewährt, die von kleinen und mittleren Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Europa, Süd- und Nordamerika eingereicht wurden. Diese Forschungsprojekte decken eine Reihe von Krankheitstypen ab, wie Bakterien, Parasiten, Allergien, Onkologie und Viren, darunter kürzlich SARS-CoV-2.

Laut Depraetere hat die enorme Herausforderung der COVID-19-Pandemie den Druck erhöht, geeignete Instrumente zur Kontrolle und zur Behandlung dieser Erkrankung zu entwickeln. „Im Gegensatz zu therapeutischen Maßnahmen können Impfstoffe die Infektionskurve schon im Voraus wirksam abflachen“, erklärt sie. „Es gibt nur ein großes Problem: Ein Impfstoff kommt für eine bestehende Infektionswelle oft zu spät.“

Um die globalen Bemühungen einer beschleunigten Impfstoffentwicklung zu unterstützen, startete TRANSVAC2 einen speziellen Aufruf für Anträge zur Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen. Das Projekt soll 31 Dienstleistungen für 8 ausgewählte Forschungsgruppen aus kleinen und mittleren Unternehmen und öffentlichen Institutionen erbringen, die sich alle der schnellen Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs widmen. TRANSVAC2 wird eine Reihe von Leistungen – von der Identifikation von Antigenen bis hin zur Unterstützung präklinischer und klinischer Studien – erbringen, um bei der Beschleunigung der COVID-19-Impfstoffentwicklung zu helfen.

„Eine Impfstoffentwicklung dauert normalerweise Jahre und erfordert verschiedene technologische Plattformen, die für gewöhnlich nicht in einer einzelnen Forschungsinstitution vorhanden sind“, fasst Depraetere zusammen. „Schnelle Fortschritte bei der Entwicklung wirksamer Impfstoffe können nur durch konzertierte und koordinierte Bemühungen in Europa und der gesamten Welt erzielt werden – und TRANSVAC2 ist gut positioniert, um solche Bemühungen zu erleichtern.“ Um die schnelle und auf COVID-19 fokussierte Forschung und Entwicklung an Impfstoffen anzukurbeln, stellt die EU in Abstimmung mit ihren Mitgliedstaaten zusätzliche Mittel in Höhe von 4 Millionen EUR zur Verfügung.

Projektdetails

  • Projektkürzel: TRANSVAC2
  • Beteiligte: Deutschland (Koordinator), Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweiz, Vereinigtes Königreich
  • Project N°: 730964
  • Gesamtkosten: € 10 599 993
  • EU-Beitrag: € 10 599 993
  • Dauer: Mai 2017 bis April 2022

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