Nachhaltige Tierproduktion - die Bedürfnisse
der Menschen erfüllen
Die Beziehungen zwischen Mensch und Tier sind
so alt wie die Zivilisation selbst. Die Menschen benutzten Tiere
als Helfer bei der Jagd, als Nahrungsmittel und zur Steigerung
der Produktivität in der Landwirtschaft und beim Transport.
Sie begannen, die Ressourcen der Natur zu nutzen, indem sie in
Savannen und Wäldern Tiere jagten und in Flüssen, Seen
und im Meer fischten. So wurden Tiere in die heiligen Rituale
und die Wirtschaftssysteme der menschlichen Kultur einbezogen,
und ihre Zähmung hat neue, sich ständig entwickelnde
Wechselbeziehungen entstehen lassen.
Vieh spielt eine Schlüsselrolle beim Übergang
von ländlichen zu urbanisierten Industriegesellschaften:
Es erfüllt die steigende Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln
und trägt erheblich dazu bei, dass sich Wirtschaften am Rande
des Existenzminimums zu Marktwirtschaften entwickeln. Darüber
hinaus braucht Vieh Futtermittel und steht in einer dynamischen
Wechselbeziehung mit der Umwelt. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten,
ist daher ständiges Management erforderlich.
Wild- und Haustiere sind genetisch eng miteinander
verwandt, was zwei weitere Probleme aufwirft: die Erhaltung der
biologischen Vielfalt und die Sicherheit der Gesundheit von Tierpopulationen.
Die Untersuchung dieser komplexen Beziehungen zwischen Menschen,
Zuchttieren, dem Ökosystem und den Tieren in der freien Natur
steht im Mittelpunkt von Forschungsprojekten, die darauf abzielen,
die unterschiedlichen Erwartungen zu erfüllen, die die Gesellschaft
an Tiere stellt. Die Themen umfassen: Lebensmittelsicherheit,
Sicherheit von Tierpopulationen im Hinblick auf Handel, Tierproduktivität
und wirtschaftliche Ziele sowie der Einfluss von Tieren auf die
Umwelt. Das Wissen zu erlangen, das zur Verwirklichung all dieser
Ziele erforderlich ist _ diese Absicht verfolgt die Wissenschafts-
und -Technologiezusammenarbeit zwischen der Europäischen
Union und ihren Partnern in nachhaltiger und ausgewogener Entwicklung.
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Kosteneffiziente Aquakultur
Einschlägige Forschungsarbeiten zeigen,
dass die Verbesserung des Wachstums von Kleinlebewesen (Periphyton)
und Aufwuchs auf Blättern, Ästen und Bambus in traditionellen
Teichsystemen in Südasien die Fischproduktion erheblich steigern
kann. Wichtig dabei ist, dass diese Steigerung ohne irgendwelche
zusätzlichen Dünge- oder Futtermittel erreicht wird.
Die Technik ist für Bauern, die nur über wenig Ressourcen
verfügen, sehr nützlich, da das billige Grundmaterial
praktisch immer verfügbar ist. An diesem INCO-Forschungsprojekt
beteiligten sich Teams aus Bangladesch, Indien, den Niederlanden
und dem Vereinigten Königreich.
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Die "Infektion der kleinen Wiederkäuer"
unter Kontrolle bringen
Diese tödliche Krankheit wird durch
ein Virus der Rinderpestfamilie verursacht. Sie befällt Schafe
und Ziegen in Westafrika, dem Mittelmeerraum sowie dem Nahen Osten
und Südasien und richtet unter dem Vieh der dortigen Kleinbauern
wahre Verheerungen an. Mehrere gemeinsame Forschungsprojekte zwischen
europäischen, afrikanischen und asiatischen Partnern führten
zur Entdeckung und Herstellung eines wirksamen und erschwinglichen
Impfstoffs, der nun in enger Koordination mit Entwicklungshilfeprojekten
in den erwähnten Regionen angewendet wird.
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