Brüssel, 19. November 2001 Einladung zu einem Medien-Event1 Im Solvay Forschungs- und Technologiezentrum, Brüssel (Abfahrt des Busses von der EK, Breydel-Gebäude, Av. d'Auderghem 45, Brüssel) Dienstag, 20. November 2001 von 10.00 bis 15.00 Uhr Europäische Forschung ergibt sicherere, sauberere und effizientere Produktionsprozesse in der chemischen Industrie Schlüsselbegriffe: Sicherheit, Chemikalien, nachhaltige Entwicklung Am 20. November 2001 werden Forscher von ausgewählten von der Europäischen Gemeinschaft geförderten Forschungsprojekten (siehe weiter unten) einige der konkreten Ergebnisse präsentieren, die chemische Produktionsprozesse sicherer machen und gleichzeitig die wesentlichen Herausforderungen in Bezug auf Sicherheit und Nachhaltigkeit erfüllen. Die präsentierten Projekte werden innovative Wege für die Einsparung von Energie, die Reduzierung von Kapital, Fertigungskosten, Abfall und des Einsatzes gefährlicher Chemikalien illustrieren. Sie werden auch hervorheben, wie Europa in Folge davon eine technologische und kommerzielle Führungsposition entwickeln kann. Bei diesem Event werden der Kommissar für Forschung Philippe Busquin und Emilia Franziska Müller, Mitglied des Europäischen Parlaments, das Wort ergreifen und inter alia das Thema der zukünftigen Forschungsaktivitäten der Europäischen Union in der Chemiebranche angehen. Kommissar Philippe Busquin hob hervor, dass "Forschung und Innovation unerlässliche Vorbedingungen sind, um Wirtschaftswachstum und nachhaltige Entwicklung zu verbinden. Geringere Nutzung natürlicher Ressourcen und Senkung des Energieverbrauchs, Förderung neuer möglichst "müllfreier" Prozesse, Anhebung der Sicherheit der Prozesse und Industrieanlagen sind die wichtigsten Herausforderungen, denen die industrielle Forschung ins Auge sehen muss". Präsentation von drei Projekten Die drei der Presse präsentierten Projekte werden die innovativen Arbeiten hervorheben, die auf sicherere, sauberere, effizientere und umweltfreundlichere Produktionsprozesse für die chemische Industrie abzielen. So ermöglichen beispielsweise neue reaktive Trenntechnologien, die im Rahmen des INTINT-Projekts vorgestellt werden (siehe weiter unten), eine Senkung des Energieverbrauchs um 10 % und den Verzicht auf Lösungsmittel, die in herkömmlichen Prozessen eingesetzt werden. Bei der Fluopolymerherstellung reduzieren die im Rahmen des SUPERPOL-Projekts (siehe weiter unten) eingeführten neuen Prozesse die Produktionskosten um 20 %. Die Gesamteinsparungen werden auf EUR 3,5 Millionen jährlich für diesen spezifischen Sektor geschätzt. Hinzu kommt eine Einsparung in Höhe von EUR 1 Million jährlich für wegfallende Abwasseraufbereitung. All diese Projekte stützen sich auf starke grenzübergreifende Partnerschaften zwischen der Industrie und Forschungszentren, um das erforderliche Fachwissen zusammenzubringen und einen multidisziplinären Ansatz zu fördern. Auf der Grundlage tatsächlicher ("real life") Industriebedingungen öffnen sie direkte Perspektiven für die kommerzielle Durchführung und steigern die Wettbewerbsfähigkeit Europas in mehreren ausschlaggebenden Chemiesektoren. SIEHE ANHANG FÜR AUSFÜHRLICHERE ANGABEN ÜBER DIE PROJEKTE Dieses Event wird im Solvay Technologie- und Forschungszentrum stattfinden (Abfahrt des Busses vom Breydel-Gebäude der Europäischen Kommission). Nach den Präsentationen können bei einem Büffet Gespräche mit Forschern und Mitgliedern der Kommission geführt werden. Die anschließende Besichtigung der Solvay-Laboratorien, einem Hauptpartner in den Forschungsarbeiten der Gemeinschaft und in zwei der vorgestellten Projekte, werden die Ergebnisse veranschaulichen. Hintergrund Als eine der forschungsintensivsten Sektoren verwendet die europäische chemische Industrie nahezu 6 % ihres Umsatzes auf die Forschung und Entwicklung. Sie ist auch einer der wichtigsten Partner in den Forschungsprogrammen der Gemeinschaft (in erster Linie das GROWTH-Programm für industrielle Forschung). Angesichts des zunehmenden Konkurrenzkampfes müssen die Hersteller von Chemikalien sowohl dem globalen Handelsdruck als auch den wachsenden Sorgen der Öffentlichkeit Rechnung tragen. Die Forschung ist somit ein ausschlaggebendes Mittel, das europäischen Chemiewerken helfen kann, die doppelte Herausforderung anzugehen: die Konkurrenzfähigkeit Europas auf dem Weltmarkt zu steigern und gleichzeitig Sicherheit und nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten. Forschung ist eindeutig der Schlüssel zur Konkurrenzfähigkeit der Industrie. Um ihre Wettbewerbsvorteile zu wahren und zwecks Behebung von Effizienzmängeln und Verbesserung bestehender Prozesse und Produkte müssen europäische Chemieunternehmen Erneuerungen einführen. Infolge ihrer Forschungsbemühungen zählt die chemische Industrie zu den am schnellsten wachsenden Industriezweigen Europas (+ 3.2 % jährlich). Sie ist auch der größte Hersteller von Chemikalien weltweit (ein Drittel der gesamten Chemikalienproduktion), sie trägt maßgeblich zur europäischen Zahlungsbilanz bei (EUR 74 Milliarden im Jahr 2000) und zählt zu den wichtigsten Arbeitgebern in Europa (1,7 Millionen direkte Arbeitsplätze, d.h. 7 % aller Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie). Neben der eigentlichen chemischen Industrie sind chemische Prozesse eine wesentliche Kernaktivität für viele Industriesektoren (Papierbrei und Papier, Textilien usw.), die sich ebenfalls an den europäischen Forschungstätigkeiten beteiligen. Forschung ist auch das Kernstück nachhaltiger Entwicklung. Im Laufe der Jahre haben sich die Forschungsaktivitäten der Gemeinschaft auf innovative Produktionsprozesse konzentriert und dabei das doppelte Ziel der Anregung von Wachstum und Produktivität und des gleichzeitigen Schutzes der natürlichen Ressourcen verfolgt. Dies beinhaltet den Abbau von Effizienzmängeln in Fertigungsprozessen sowie die Abfallvermeidung, die Reduzierung des Einsatzes gefährlicher Substanzen und natürlicher Ressourcen sowie des Energieverbrauchs. Die neuesten Wirtschaftsentwicklungen und die zunehmende Sorge der Öffentlichkeit bezüglich der Sicherheit von chemischen Prozessen und Anlagen lassen diese Bemühungen noch dringender werden. Bemerkungen für die Herausgeber: * Anmeldung: Journalisten, die dem Event beiwohnen möchten, können sich an Patrick Vittet-Philippe (siehe weiter unten) wenden oder sich anmelden bei Ana Aguilar von Hill & Knowlton (die für dieses Event für die EK arbeitet) Tel.: +32.2.737 9514 E-Mail: aaguilar@hillandknowlton.com * Ausführlichere Informationen über die vorgestellten Projekte erteilt: Frédéric Gouardères, wissenschaftlicher Referent GD Forschung, Europäische Kommission Tel.: +32.2.299 5904 E-Mail: frederic.gouarderes@cec.eu.int * Ausführlichere Informationen über das Event erteilt: Patrick Vittet-Philippe, Presse- und Informationsreferent GD Forschung, Europäische Kommission Tel.: +32.2.296 9056 E-Mail: patrick.vittet-philippe@cec.eu.int * Medien-Kontakttelefon am Tag des Events: +32.476 21 93 44 (Handy) * Ihre Online-Quelle: Die kompletten Reden, PowerPoint Präsentationen, Hintergrundmaterial sowie Bilder der Projekte stehen auf der Website des Event zur Verfügung: http://europa.eu.int/comm/research/growth/gcc/pressroom.html ANHANG: DREI PROJEKTE KURZ ERLÄUTERT PROJEKT INTINT: Neues Design für integrierte Chemiewerke optimiert Prozesse und senkt Kosten Die chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie hängen zunehmend von hybriden Prozessen ab, die Reaktions- und Trennmechanismen in einen einzigen integrierten Verfahren - der sogenannten "reaktiven Trennung" - vereinen. Die Kombination dieser traditionell getrennten Verfahren in einer einzigen Fertigungsanlage bringt große Vorteile hinsichtlich Energieeinsparung, Kostensenkung, Ertragssteigerung und saubereren Prozessen. Dieses Projekt, an dem 14 Mitglieder teilnehmen (davon 5 Partner aus Bewerberländern), belegt, wie das neue Design für "Säuleninneres" integrierte Chemiewerke verändern wird, damit diese eine breitere Produktpalette anfertigen können, die von Wodka bis komplexen Arzneimitteln reicht. Auf diese Weise übernimmt Europa die Spitze im kritischen Bereich der reaktiven Trenntechnologien. Dieser neue Ansatz und das flexible Design werden begünstigen, dass KMU in diesem Bereich Fuß fassen wird, sowohl als Anlagenhersteller als auch als Benutzer des neuen Designs zwecks schnellerer und kostengünstigerer Produktion saubererer Chemikalien. Projektbudget: Gesamtkosten: EUR 3,474 Millionen. Beitrag der EK: EUR 1,965 Millionen. Teilnehmende Länder: D, UK, NL, FIN, RO, PL, CH PROJEKT CHEM: Integrierte Fabrikkontrolle ermöglicht sicherere Fertigungsprozesse, niedrigere Unfallrisiken und weniger Umweltverschmutzung Jedes Jahr bewirken unvorhersehbare Firmenschließungen und andere anormale Situationen beträchtliche wirtschaftliche Verluste, ganz abgesehen von den durch ernste Unfälle verursachten unermesslichen Schäden. Die Wurzeln vieler Vorfälle liegen in der Komplexität der Steuersysteme und in der Schwierigkeit für die Bediener, unter extremem Druck in kürzester Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. Viele der kürzlich beobachteten Vorfälle sind Angst einjagende Beispiele von Fehlern, die in Desaster ausgeufert sind. Das CHEM-Projekt will eine effiziente Entscheidungsunterstützungssoftware zur Ausschaltung derartiger Risiken und Erzielung optimaler Betriebsbedingungen entwickeln, indem es die Beschlussfassung in Raffinerie-, chemischen und petrochemischen Operationen weitgehend vereinfacht. Das dreijährige CHEM-Projekt wird von einem multidisziplinären Konsortium aus acht Ländern geleitet, das das Fachwissen und die Ressourcen von fünf Industrieunternehmen, fünf akademischen Einrichtungen und vier Hilfsunternehmen sowie einiger amerikanischer und japanischer Partner vereint. Das Lieferpaket enthält: Methoden (die in tatsächlichen Industriebedingungen erprobt wurden und umfassend bereitgestellt werden sollen), Toolboxes ("plug in"-Softwaremodule für vorhandene Installationen) sowie "full-scale"-Applikationen (vollständige Softwarelösungen für spezifische Produktionsprozesse). Projektbudget: Gesamtkosten: EUR 6,316 Millionen. Beitrag der EK: EUR 3,776 Millionen. Teilnehmende Länder: F, S, E, FIN, B, NL, PL und internationale Zusammenarbeit mit Japan und den USA mit eigener Mittelausstattung. PROJECT SUPERPOL: Superkritische Flüssigkeiten für saubere Polymerherstellung kündigen vielversprechende neue Anwendungen an Neue Produktionsmethoden, bei denen superkritische Flüssigkeiten (sehr hohem Druck ausgesetzte Gase) benutzt werden, reduzieren die Menge toxischen Abfalls bei der herkömmlichen Plastikherstellung drastisch. Diese innovativen Prozesse ergeben außerdem äußerst reine Polymere. Diese "Fluopolymere" sind sehr gefragt in bestimmten Industriezweigen (Raumfahrt, Halbleiterindustrie) und haben ein großes Potential aufregender neuer Anwendungen in der Nanotechnologie (insbesondere medizinische Anwendungen von Polymernanopartikeln für gezielte Medikamentenverabreichung). An dem dreijährigen SUPERPOL-Projekt nehmen vier Universitäten teil sowie die führenden europäischen Chemiekonzerne Solvay, Goldschmidt und DSM. Neben einer raschen kommerziellen Durchführung zielt das Projekt auf die Erzielung eines Wettbewerbsvorteils Europas auf den neuen Märkten für diese Projekte ab. "Unternehmen, die in der Lage sind, erstklassige Fluopolymere herzustellen, werden die Märkte für Halbleiter und andere Applikationen beherrschen. Die Gewinner werden Unternehmen sein, die (unsere) Technologie benutzen", so Projektleiter Costas Kiparissides. Projektbudget: Gesamtkosten: EUR 1,5 Millionen. Beitrag der EK: EUR 1,215 Millionen. Teilnehmende Länder: B, NL, I, EL, D 1 Ausführlichere Informationen über die GD Forschung der Europäischen Kommission und insbesondere Pressemitteilungen finden Sie auf unserer Website unter http://europa.eu.int/comm/research/ 5