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22/10/2012
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EFR im Wissensdreieck

Forschung, Bildung und Innovation sind drei zentrale treibende Kräfte der Wissensgesellschaft, die stark miteinander verflochten sind. Zusammen werden sie als das „Wissensdreieck“ bezeichnet. Um den Europäischen Forschungsraum (EFR) zu verwirklichen, muss die Forschung starke Verbindungen zu den Bereichen Bildung und Innovation entwickeln.

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) kann als Vorzeigeprojekt für die Verknüpfung von Bildung, Forschung und Innovation erachtet werden, da diese drei Bereiche in seine Struktur integriert sind. Die enge Verbindung, die zwischen dem EFR-Projekt und den Bereichen Innovation und Bildung besteht, kann jedoch auch anhand vieler anderer Beispiele veranschaulicht werden.

Ein EFR ohne Grenzen, damit Europa im Bereich Innovation eine führende Rolle spielt

Die Zunahme „offener Innovationen" spiegelt die einfache Tatsache wieder, dass sich Unternehmen immer seltener eine eigene FuE-Abteilung leisten können. Sie sind vielmehr auf das in Universitäten und öffentlichen Forschungszentren entwickelte Wissen angewiesen. Zudem ist für Unternehmen häufig eine Zusammenarbeit mit anderen Gesellschaften, einschließlich ihrer Mitbewerber, erforderlich. Um das beste Know-how und die geeignetsten Partner zu finden, müssen sich Unternehmen über die Landesgrenzen hinweg auf die Suche machen.

Die Initiativen, die zur Entwicklung des EFR getroffen wurden, sollen diesen grenzüberschreitenden Austausch fördern. Ein zentrales Ziel des EFR besteht darin, eine „fünfte Grundfreiheit“ zu schaffen: den freien Verkehr von Wissen.

Im Rahmen einiger Initiativen wird ein gemeinsames Verständnis für verschiedene Akteure in den Bereichen Forschung und Innovation (Großunternehmen, KMU, Universitäten, öffentliche Forschungszentren etc.) entwickelt, um eine europaweite Zusammenarbeit zu ermöglichen. Hierzu gehören beispielsweise die Initiative für Wissenstransfer und geistiges Eigentum, oder die Europäischen Technologieplattformen (zum beispiel Designing Aircraft with low CO2 emissions oder Developing innovative medicines), die Akteure aus ganz Europa in spezifischen Technologiebereichen zusammenbringt.

Länderübergreifende Forschungszusammenarbeit wird auch durch Finanzierungsprogramme unterstützt, zu denen insbesondere die Rahmenprogramme der EU gehören. In ihrem Rahmen werden eine Vielzahl länderübergreifender Forschungsprojekte, aber auch groß angelegte Initiativen gefördert, die ihre Ressourcen in Europa und darüber hinaus auf gemeinsame Ziele konzentrieren. Die Gemeinsamen Technologieinitiativen kombinieren beispielsweise private und öffentliche Finanzierung und bringen eine „kritische Masse“ von Forschern aus Unternehmen und Universitäten zusammen, um komplexe technologische Herausforderungen zu bewältigen, wie die Entwicklung von Flugzeugen mit niedrigem CO²-Ausstoß oder innovativen Arzneimitteln. Das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) richtet sich als Ergänzung des Siebten Rahmenprogramms in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um innovative Aktivitäten (einschließlich Öko-Innovation) zu fördern, einen verbesserten Zugang zu Finanzierung zu ermöglichen und in den Regionen Dienste zur Unternehmensförderung zu erbringen.

Der Europäische Forschungsraum ist auf einen Europäischen Hochschulraum angewiesen – und umgekehrt

Die zentrale Rolle, die Universitäten bei der Bereitstellung von Personalressourcen für Forschung und Innovation zukommt, liegt auf der Hand. Ihrerseits benötigen die Universitäten starke Verbindungen zur Spitzenforschung, um erstklassige Bildung anbieten zu können. Die enge Verknüpfung, die an Universitäten zwischen Forschung und Ausbildungsmaßnahmen besteht, verleiht ihnen eine einzigartige und maßgebliche Rolle in der Wissensgesellschaft.

Deshalb ist es für Europa so wichtig, dass es über moderne, ausgezeichnete Universitäten verfügt. In den meisten Ländern besteht weiterhin Bedarf, die Verwaltung und Organisation von Universitäten zu verbessern und ihnen mehr Eigenständigkeit und Verantwortung zu übertragen. Auf diese Weise können Universitäten eigene Strategien entwickeln, sich auf europäischer und internationaler Ebene positionieren und ihre Tätigkeiten optimaler mit in der Gesellschaft und Industrie bestehenden Bedürfnissen verknüpfen. In einigen Fällen wird eine Konzentration und Spezialisierung erforderlich sein, um europäische Kompetenzzentren zu schaffen, die in der Lage sind, sich dem globalen Wettbewerb zu stellen. Die Mobilität von Studienabsolventen und Forschern muss natürlich als notwendiger Bestandteil einer solchen Entwicklung berücksichtigt werden.